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09.12.2016

19:51 Uhr

PewDiePie

Youtube-Star löscht nur seinen Zweitaccount

VonAndreas Neuhaus

PewDiePie heißt der erfolgreichste Youtube-Star. Der Schwede hatte gedroht, seinen Kanal zu löschen. Doch am Ende war alles offenbar nur ein Marketing-Gag: Der Youtuber löschte nur einen unbedeutenden Zweitaccount.

**wtf is going on with Youtube**

Düsseldorf„Was zum Teufel geht hier vor?“, schimpft Felix Kjellberg in seinem Video. Der Schwede – schwarzer Kapuzenpulli, Dreitagebart und Surferhaarschnitt – führt eine öffentliche Auseinandersetzung mit der Videoplattform Youtube. Er drohte sogar damit, seinen Kanal zu löschen. Manch einer würde es einen Kleinkrieg nennen, doch das wäre eine massive Untertreibung. Es geht um viel Geld – soviel, dass Kjellberg am Ende lieber nur einen unbedeutenden Zweitaccount löschte.

Unter seinem bürgerlichen Namen kennt Felix Kjellberg kaum jemand. Auf Youtube heißt er „PewDiePie“, und dort ist niemand erfolgreicher. Der 27-Jährige produziert neben einem Videoblog vor allem so genannte Let’s Play Videos, in denen er Videospiele spielt und kommentiert. Sein Youtube-Kanal hat über 50 Millionen Abonnenten, Forbes taxiert sein Brutto-Einkommen zwischen Juli 2015 und Juni 2016 auf rund 15 Millionen Euro – 20 Prozent mehr als im Vorjahr.

Doch den Platz an der Spitze wollte Kjellberg angeblich freiwillig aufgeben. Er hatte ankündigte, den Kanal zu löschen, wenn er mehr als 50 Millionen Abonnenten hat. Viele dachten sofort an einen Scherz. Doch als die Marke fiel, twittert er, dass er seinen Kanal am Freitag, 8. Dezember, um 18 Uhr deutscher Zeit löschen werde. Letzten Endes gab er aber nur einen Zweitaccount auf. Alles sei nur ein kleiner Spaß gewesen.

Wer an YouTube verdient

Google

Der Internetkonzern kaufte Youtube im Oktober 2006, gerade einmal 19 Monate nach der Gründung der Videoseite. Google zahlte 1,65 Milliarden Dollar für Youtube. Das war damals der teuerste Zukauf in der Firmengeschichte, der sich aber rentiert haben dürfte.

Google (2)

Wie viel Google mit Youtube verdient, gibt das Unternehmen allerdings nicht gesondert an. Die Marktforschungsfirma eMarketer schätzt, dass Youtube 2015 etwa 1,13 Milliarden Dollar Umsatz mit Werbung gemacht hat.

Youtube-Stars

Youtube ist eine der meist genutzten Webseiten unter Jugendlichen, beliebte Videomacher können dort hunderttausende Fans sammeln. Wer so eine große Gefolgschaft hat, kann mit Werbung in den eigenen Videos und Zusammenarbeit mit Unternehmen Geld verdienen.

Youtube-Stars (2)

Besonders bekannte Youtuber wagen den Sprung in andere Bereiche: Die deutschen Slimani-Geschwister haben ein Buch und eine Modereihe herausgebracht, auch andere Youtuber sind mit Büchern auf dem Markt.

Vermarktungs-Netzwerke

Die Netzwerke sind sozusagen die Plattenfirmen der Youtube-Welt. Sie fördern Talente und sorgen für die Vermarktung von Anzeigen. Dafür verdienen sie an den Werbeeinnahmen mit.

Netzwerke (2)

Allerdings knirscht es hier: Mehrere bekannte Youtuber verließen jüngst das große deutsche Netzwerk Mediakraft. Sie beklagten Kommerzialisierung und mangelnde Unterstützung. Kurz danach ging auch Mediakraft-Mitgründer Christoph Krachten.

Unternehmen

Längst haben Firmen entdeckt, dass sie über Youtube ihre Produkte vermarkten können. Denn hier gucken Menschen freiwillig Werbung. Viele Firmen versuchen, witzige oder unterhaltsame Videos zu drehen, die die Nutzer von selbst weiterverbreiten. Außerdem geben sie Geld für Werbeeinblendungen vor und während Videos aus.

Unternehmen (2)

Ein Hindernis bei der Werbevermarktung ist, dass Youtube-Videos oft ausgefallen sind und die Qualität sehr unterschiedlich ist. Youtube hat daher ein Auswahl-Programm entwickelt. Damit können Werbekunden festlegen, dass ihre Videoanzeigen nur bei den beliebtesten Videos in bestimmten Kategorien auftauchen.

Doch sein Ärger über Youtube war echt. Kjellbert fühlt sich vom Unternehmen gemobbt. Er wirft Youtube vor, dass es im vergangenen November seine Algorithmen geändert habe. Kjellberg macht das an Klickzahlen seiner Videos fest. Manche würden von nicht mal mehr von zwei Millionen Nutzern geklickt. Laut Kjellberg liegt das daran, dass seine Videos nicht mehr in der „Empfohlen“-Liste auftauchen. Der Anteil der User, die über diesen Weg zu seinen Videos kamen, fiel von bis zu 30 Prozent auf teilweise unter einen Prozent. „Youtube versucht meinen Kanal zu töten“, meint der Schwede.

Kommentare (6)

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09.12.2016, 16:52 Uhr

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09.12.2016, 17:14 Uhr

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09.12.2016, 17:21 Uhr

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