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03.11.2014

12:33 Uhr

Pink-University-Gründerin

„Entweder du profitierst oder du verlierst“

VonLaura Waßermann

Vor acht Jahren gab Britta Kroker ihre Führungsposition beim Campus Verlag auf, drei Jahre später gründete sie ihr eigenes Unternehmen. Seitdem produziert sie Trainingsfilme für Firmen wie Allianz oder Epson.

Das Studio der Pink University: Hier produzieren Britta Kroker und ihr Team die Video-Tutorials für bekannte Unternehmen. Presssefoto

Das Studio der Pink University: Hier produzieren Britta Kroker und ihr Team die Video-Tutorials für bekannte Unternehmen.

Düsseldorf„Ich muss voll in diese Digitalisierung rein.“ Das sagte Britta Kroker sich im Jahr 2008. Damals saß sie in der Leitung des Campus Verlags und sah nach eigener Aussage den Printmarkt schwinden. „Ich wusste: Das Buch wird an Bedeutung verlieren.“ Sowohl im Informations- als auch im Unterhaltungsbereich. Was Neues habe hergemusst. Also stieg sie aus der Verlagsleitung aus und ging den Weg in die Selbstständigkeit, den unbequemeren Weg. Und der führte sie in ein Video-Studio.

Heute, sechs Jahre später, leitet sie mit der Pink University ein professionelles Unternehmen für Video-Learning. Das bedeutet, ihre Firma produziert Tutorials und Fortbildungen im Videoformat; für große Konzerne sowie Privatleute. E-Plus, Allianz oder Epson sind nur drei bekannte Kunden, die die Angebote der Pink University nutzen.

Kroker hat einen Branchen-Nerv getroffen. E-Books sind Normalität und Youtube-Videos dienen vielen, vor allem jungen Leuten, mittlerweile als Nachhilfe-Stunden.

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In Deutschland setzen Unternehmen schön länger auf den Trend von Video- und E-Learning. Mitarbeiter digital fortbilden zu lassen, soll Kosten- und Zeitersparnisse mit sich bringen und effizient sein. Dienstreisen fallen weg, das Ziel - nämlich gut ausgebildete Mitarbeiter zu haben - ist wichtiger als deren zwischenmenschliche Erfahrungen.

Einer Studie der Brandon Hall Group zufolge würden viele „High performing companies“, also Unternehmen mit wachsenden Umsätzen, bereits auf mobiles Lernen zurückgreifen. Zudem würden mehr als 60 Prozent aller 278 befragten Firmen videobasierte Fortbildungen für „extrem effektiv“ halten.

Die Geschäftsfelder von Bertelsmann

Bücher

Das Buchgeschäft ist die Keimzelle von Bertelsmann: Gründer Carl Bertelsmann erhielt 1835 die Konzession der preußischen Regierung zur Einrichtung einer Buchdruckerei. Unter dem Dach des Konzerns ist inzwischen die größte Publikumsverlagsgruppe der Welt entstanden: Zunächst unter dem Namen der US-Tochterfirma Random House, seit 2012 in einem Joint Venture mit Pearson, an dem die Gütersloher 53 Prozent halten. Penguin Random House heißt der Gigant mit seinen 11.800 Mitarbeitern.

Fernsehen

Die RTL Group betreibt 53 TV- und 28 Radiosender in neun Ländern Europas sowie Indien. Gerade in Deutschland ist das Unternehmen stark – mit den Stationen RTL, Vox, RTL II, Super RTL, RTL Nitro und n-tv. Bertelsmann hält 92,3 Prozent an der Sendergruppe.

Zeitschriften

Ob „Stern“, „Geo“ oder „Brigitte“: An europäischen Kiosken sind die Zeitschriften von Gruner + Jahr nicht zu übersehen. Bertelsmann hält seit den 70er Jahren die Mehrheit an den Verlag, Ende 2014 will der Medienkonzern die verbliebenen Anteile von der Jahr-Familie kaufen.

Dienstleistungen

Arvato ist die wohl vielseitigste Tochter von Bertelsmann: Die Dienstleistungssparte erstellt digitale Medien, ist im E-Commerce tätig, bietet aber auch zahlreiche Unternehmenslösungen für Kundenpflege, Produktionsplanung und Datenmanagement, außerdem IT-Services. Die Sparte hat mehr als 66.000 Mitarbeiter.

Druck

Bertelsmann gliederte die Druckaktivitäten 2012 in die Sparte Be Printers aus. Diese fertigt Zeitschriften, Kataloge, Prospekte, Bücher und Kalender. Zudem bietet sie Dienstleistungen an. Die Bertelsmann-Tochter betreibt Druckereien in Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien sowie den USA und Kolumbien und hat 6200 Mitarbeiter.

Musik

Musik gehörte lange zum Kerngeschäft von Bertelsmann. Allerdings verkaufte der Konzern 2006 seinen Musikverlag BMG, 2008 gab er auch seinen Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Sony BMG ab und verabschiedete sich so aus dem Tonträgergeschäft. 2013 holten die Gütersloher die Musik vom Finanzinvestor KKR zurück in den Konzern. Das Geschäft gehört zum Bereich Corporate Investments, der alle übrigen operativen Aktivitäten von Bertelsmann umfasst.

Die Tutorials der Pink University heißen beispielsweise „So organisieren Sie sich und Ihr Team“ oder „Aufgabenplanung mit System“. Ihre DNA sei Business, sagt Kroker. In diesem Bereich wollte sie bleiben; also gehen die Workshops alle in Richtung Management- und Berufsberatung. Produziert wird in einem professionellen Fernsehstudio.

Der Coach steht vor der Kamera oder sitzt an einem Schreibtisch und erklärt dem Zuschauer das jeweilige Thema. Angereichert mit Erklärvideos und Multimedia-Elementen wird daraus ein Videotraining. Britta Kroker hat ihre Vorstellung, die digitale Revolution für sich und die Wirtschaft zu nutzen, in die Realität umgesetzt. „Print stirbt aus“, sagt sie. „Bei technischen Veränderungen gibt es zwei Wege: Entweder du profitierst oder du verlierst.“

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