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03.01.2007

14:30 Uhr

Plastic Logic

Dresden bekommt weitere Chipfabrik

Die Stadt Dresden baut ihre Position als deutsches Silicon Valley aus. Das britische Technologieunternehmen Plastic Logic will in der sächsischen Landeshauptstadt ein Werk zur Herstellung flexibler Kunststoff-Displays bauen.

HB FRANKFURT. Plastic Logic habe dafür 100 Mill. Dollar (rund 75 Mill. Euro) von Wagniskapitalgebern eingesammelt, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Cambridge mit. Das Geld soll komplett in den Aufbau der Fabrik fließen, die 2008 den Betrieb aufnehmen soll. Es sei das erste Werk, in dem Chips auf Kunststoff-Basis im kommerziellen Maßstab hergestellt würden. Plastic Logic wolle in Dresden 140 Mitarbeiter einstellen. Die Gesellschaft, die im Jahr 2000 aus der Universität Cambridge ausgegründet worden war, beschäftigt bisher rund 60 Menschen.

An der Finanzierungsrunde nahmen die Risikokapitalgeber Oak Investment Partners und Tudor Investment federführend teil. Mittel kamen auch von Amadeus Capital Partners, Intel Capital, der Bank of America, Merifin Capital, Quest for Growth und BASF Venture Capital, die sich alle bereits an früheren Finanzierungsrunden bei Plastics Logic beteiligt hatten. BASF wollte sich zu Höhe des Engagements nicht äußern. Der Ludwigshafener Chemiekonzern hatte Ende 2005 eine Million Pfund in Plastic Logic investiert.

In dem Werk in Dresden will Plastic Logic Display-Module für mobile Lesegeräte herstellen. Anfangs sollen mehr als eine Million Bildschirm-Module im Jahr produziert werden. Plastic Logic habe sich für Dresden - wegen der Konzentration auf die Chip-Produktion auch „Silicon Saxony“ genannt - nach einem weltweiten Standortwettbewerb entschieden.

Das britische Unternehmen hat sich auf Halbleiterelektronik auf Kunststoffbasis spezialisiert. Dabei werden elektronische Kreisläufe auf dünne, bewegliche Plastikträger gedruckt, die unter anderem in beweglichen Displays und Sensoren zum Einsatz kommen. Das Verfahren soll die Herstellungskosten gegenüber der herkömmlichen Siliziumtechnologie deutlich verringern.

Auch der US-Chiphersteller AMD und Infineon stellen in Dresden Halbleiter her. Die Landesregierung begrüßte den Bau der neuen Fabrik. Die Investitionsentscheidung zeige, „dass der Mikroelektronikstandort Sachsen weltweit in der ersten Liga mitspielt“, erklärte Wirtschafts- und Arbeitsminister Thomas Jurk (SPD). Neben den 140 neuen Stellen bei Plastic Logic selbst verspricht sich das Land durch Lieferantenverträge weitere Arbeitsplätze im Umfeld. In Dresden werden nach Angaben des Ministeriums 2007 mehr als 9000 Menschen in der Chipindustrie beschäftigt sein.

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