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26.12.2014

13:23 Uhr

Plattformen für Computerspiele

Hacker legen Netzwerke von Playstation und Xbox lahm

Auf den Gabentischen lagen auch dieses Jahr viele Produkte rund um die Playstation und Xbox. Nur dumm, dass ihre Netzwerke nicht zu erreichen waren. Eine Hackergruppe soll sie mit einem Angriff lahmgelegt haben.

Die Netzwerke der beliebtesten Spielekonsolen von Sony und Microsoft wurden lahmgelegt. AFP

Die Netzwerke der beliebtesten Spielekonsolen von Sony und Microsoft wurden lahmgelegt.

London/WashingtonAusgerechnet an Weihnachten sind die Online-Plattformen von Playstation Network und Xbox Live Medienberichten zufolge durch einen Hackergriff lahmgelegt worden. Wie unter anderem der britische Sender BBC am späten Donnerstagabend berichtete, hätten die Hersteller der Spielekonsolen Microsoft und Sony ihre Kunden über Schwierigkeiten der Onlinedienste informiert.

In einer Mitteilung des Twitteraccounts von Playstation hieß es am Abend, es gebe Probleme mit dem Zugang zum Netzwerk und man arbeite daran, diese zu beheben. Nähere Angaben zur Ursache machte das Unternehmen nicht. Auch am Freitagmorgen twitterte Playstation weiter: „Unsere Ingenieure arbeiten weiter an der Lösung des Netzwerk-Problems. Danke für Eure Geduld.“

Geschäftsmodelle der Spielebranche

Verkauf

Ein Entwickler arbeitet Monate oder Jahre an einem Spiel. Wenn es fertig ist, wird es zu einem festen Preis auf den Markt gebracht. Nach wie vor setzen viele Anbieter auf den klassischen Verkauf, ob Einzelkämpfer, die eine iPhone-App programmieren, oder große Studios mit Produktionen im Hollywood-Stil. Ob die Nutzer ins Geschäft gehen oder sich den Titel herunterladen, spielt dabei keine Rolle.

Abo-Modelle

Jede Stunde oder jeder Monat kostet – nach diesem Prinzip rechnen die Anbieter von Abo-Spielen ab. Wenn sie einen treuen Stamm von Spielern an sich binden können, schaffen sie einen stetigen Umsatzstrom. Dafür müssen sie allerdings auch ständig etwas Neues bieten, sonst sind die zahlenden Kunden weg. „World of Warcraft“ ist der Prototyp dieses Geschäftsmodells.

Free To Play

Das Spiel an sich ist gratis, aber die Extras kosten. Die Anbieter von Free-to-play-Spielen verdienen ihr Geld mit virtuellen Zauberstäben, Raumschiffen oder Rüstungen. Obwohl nur ein Bruchteil der Nutzer zahlt, kann das lukrativ sein. Da die Einstiegshürde niedrig ist, gewinnen die Anbieter viele Gelegenheitsspieler. Vorreiter sind Unternehmen wie Zynga und Bigpoint, doch auch viele Branchen-Dinos setzen inzwischen auf dieses Modell.

Werbung

Bandenwerbung im Fußballstadion, Aufkleber auf Rennwagen, gesponsorte Figuren: Computerspiele sind eine Plattform für Reklame. Der Anteil am Gesamtumsatz der Branche ist allerdings noch klein.

Crowdfunding

Wer keinen großen Geldgeber findet, fragt einfach viele Kleininvestoren. Beim Crowdfunding – der Schwarmfinanzierung – versorgen sich Unternehmen über Plattformen wie Kickstarter mit Kapital; Nutzer können kleine Beträge zur Verfügung stellen und bekommen im Gegenzug das fertige Produkt oder Extras.

Wie BBC und der US-TV-Sender CBS berichteten, behauptete eine Hackergruppe namens Lizard Squad, sie habe die Probleme verursacht. Es handelte sich demnach um einen sogenannten DDOS-Angriff, bei dem Server mit sinnlosen Anfragen überflutet werden, bis sie in die Knie gehen. Nach Angaben der Online-Plattform „Business Insider“ hatte die Hackergruppe bereits in der vergangenen Woche gedroht, die Netzwerke lahmzulegen.

Zahlreiche Nutzer zeigten sich via Twitter verärgert über den Angriff. Die BBC zitierte eine Mutter mit den Worten, ihr zehnjähriger Sohn habe den ganzen Tag geweint, weil er nicht mit seiner Xbox habe spielen können. Für ihn sei es das schlimmste Weihnachtsfest seit jeher.

Von

dpa

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