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17.11.2015

16:02 Uhr

Playboy, Penthouse und FHM

Alte Männermagazine sterben aus

VonKai-Hinrich Renner

Die Männermagazine alten Zuschnitts haben ausgedient. Nun stellt der Verlag Bauer Media auch noch „FHM“ ein. In seinen besten Zeiten kam das Magazin auf eine Auflage von mehr als 700.000 verkauften Exemplaren.

Bauer Media stellt das Magazin FHM in Deutschland ein. Reuters

FHM

Bauer Media stellt das Magazin FHM in Deutschland ein.

DüsseldorfIrgendwann, es ist noch gar nicht so lange her, war der Satz „Sex sells“ nicht nur einfach ein Satz. Er war eine Handlungsanweisung für alle Zeitschriften-Chefredakteure mit Auflagenproblemen: Ein paar appetitliche weibliche Brüste auf dem Cover und die Auflage zog an. In dieser Zeit gab es auch Zeitschriften, die jede ihrer Ausgaben mit nackten oder nur spärlich bekleideten Damen aufmachten.

Sie hießen „Lui“, „Penthouse“, „Maxim“ oder „Matador“. Den „Playboy“, die Urmutter dieser Männermagazine, gibt es immer noch. Allerdings hat sein Gründer Hugh Hefner erst kürzlich verkündet, dass das Blatt künftig weitgehend auf nackte Tatsachen verzichten will.

Ein anderes Männermagazin wird nun das Zeitliche segnen: „FHM“, das sich einen Namen damit gemacht hat, seine Leserschaft die „100 sexiest Women in the World“ wählen zu lassen, wird zum Jahresende eingestellt. Die 1985 als „For Him Magazine“ in Großbritannien gegründete Zeitschrift hatte in ihren besten Zeiten eine verkaufte Auflage von mehr als 700.000 Exemplaren. Sie erschien in 21 Ländern, zwischen 2000 und 2012 auch in Deutschland. Zuletzt gehörte „FHM“ dem britischen Ableger der deutschen Bauer Media („TV Movie“, „Bravo“), die auch ihre Einstellung verkündete.

Für das Ableben und die Umpositionierung von Männermagazinen alten Typs gibt es einen einfachen Grund: Es ist das Internet. Hier gibt es nicht nur nacktes Fleisch in Hülle und Fülle – und das meist auch noch umsonst. Im Netz werden die Nutzer auch in bewegten Bildern mit sämtlichen Spielarten der körperlichen Liebe konfrontiert. Wer braucht da noch Männermagazine alten Zuschnitts?

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Es wäre allerdings falsch zu glauben, das Segment habe sich damit endgültig erledigt. Für Magazine, die Männer nicht in erster Linie als triebgesteuerte Wesen definieren, gibt es nach wie vor einen Markt. Männer, die gerne einen Waschbrettbauch hätten, greifen zu „Men’s Health“, für modebewusste Herren gibt es „GQ“. Die Zeitschrift „Beef“ aus dem Hause Gruner + Jahr wurde kürzlich übrigens als Lead Magazin des Jahres ausgezeichnet. Sie richtet sich an Männer die für ihr Leben gern am Grill stehen.

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