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03.09.2014

13:59 Uhr

Preisabsprachen

Chip-Hersteller wehren sich gegen Millionen-Strafe

Die Chip-Hersteller Infineon, Philips und Samsung sollen wegen eines Kartells für Smartcard-Chips ein hohe Strafe zahlen. Die Elektronikteile stecken unter anderem in Handys und Ausweisen. Sie wollen sich wehren.

Infineon droht eine empfindliche Strafe. dpa

Infineon droht eine empfindliche Strafe.

BrüsselInfineon und Philips wollen eine millionenschwere Kartellstrafe wegen Preisabsprachen bei Spezialchips nicht akzeptieren. Sämtliche Vorwürfe der EU-Kommission seien unbegründet, teilten die beiden Konzerne am Mittwoch mit. Mit rund 83 Millionen Euro entfällt der größte Teil der Buße von insgesamt 138 Millionen Euro auf Infineon. Der Dax-Konzern, Philips und Samsung hätten zwischen September 2003 und September 2005 ihr Marktverhalten bei Smartcard-Chips abgesprochen, die unter anderem in SIM-Karten für Handys und Bankkarten verwendet werden, erklärte die EU-Kommission.

Infineon sieht sich zu Unrecht an den Pranger gestellt. Eine eigene Untersuchung habe ergeben, dass kein Mitarbeiter von Infineon sich unzulässig verhalten habe. Glaubhafte Beweise, die diese Feststellung widerlegen, seien Infineon nicht vorgelegt worden. „Infineon wird die Entscheidung daher eingehend prüfen und bereitet sich darauf vor, Klage beim Gericht der EU zu erheben“, erklärten die Bayern.

Der globale Smartphone-Markt

Gesamtmarkt

Der Smartphone-Markt wuchs 2013 rasant: Die Hersteller setzten laut dem Marktforscher Gartner 968 Millionen Geräte ab, ein Plus von 42,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt verkauften die Unternehmen 1,8 Milliarden Mobiltelefone, also erstmals mehr Smartphones als einfache Handys.

Samsung

Nach Stückzahlen ist inzwischen Samsung die unangefochtene Nummer eins unter den Smartphone-Herstellern. Die Südkoreaner verkauften im vergangenen Jahr nach Schätzungen der Marktforschungsfirma Gartner 300 Millionen Computer-Handys. Damit kam fast jedes dritte weltweit verkaufte Smartphone von Samsung, wobei der Marktanteil leicht sank. Insgesamt setzte der Konzern 444 Millionen Handys ab.

Apple

Apple war 2013 mit knapp 151 Millionen verkauften iPhones die Nummer zwei im Smartphone-Markt, der Marktanteil rutschte jedoch auf 15,6 Prozent ab.

Huawei

Drittgrößter Smartphone-Hersteller ist Huawei mit knapp 47 Millionen verkauften Geräten und einem Marktanteil von 4,8 Prozent.

LG

Fast gleichauf mit Huawei war LG Electronics. Der südkoreanische Hersteller verkaufte rund 46 Millionen Smartphones und verdoppelte fast damit den Absatz, der Markanteil liegt nun bei 4,8 Prozent. Einschließlich einfacher Mobiltelefone verkaufte LG 69 Millionen Geräte (3,8 Prozent Marktanteil).

Lenovo

Lenovo ist bislang vom chinesischen Heimatmarkt abhängig. Der Konzern verkaufte 2013 knapp 44 Millionen Smartphones (4,5 Prozent Marktanteil). Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern aber den Absatz künftig deutlich steigern.

Nokia

Nokia war 2013 mit 250 Millionen Geräten und 13,9 Prozent Marktanteil immer noch der zweitgrößte Handyhersteller, verlor aber weiter an Boden. Im lukrativen Smartphone-Markt läuft das Unternehmen unter „ferner liefen“. Die Gerätesparte übernimmt Microsoft.

Sonstige

Viele Unternehmen mit klangvollen Namen haben derzeit weniger als 4 Prozent Marktanteil, darunter Sony, HTC und Blackberry.

Mit 35 Millionen Euro für Samsung und 20 Millionen für Philips fiel die Strafe für die Konkurrenten deutlich niedriger aus. Der Löwenanteil der Strafe entfalle schlicht deshalb auf Infineon, weil das Unternehmen einen höheren Anteil am europäischen Markt für Chipkarten-Halbleiter gehabt habe, erklärte der Dax-Konzern.

Der Firma Renesas, die damals ein Gemeinschaftsunternehmen der japanischen Konzerne Hitachi und Mitsubishi war, wurde die Strafe von mehr als 51 Millionen Euro erlassen. Die Firma hatte als erste die Kommission über das Kartell informiert.

Von

afp

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