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10.02.2013

18:01 Uhr

Preiskampf

Vodafone stemmt sich gegen Billigkonkurrenz

ExklusivDer deutsche Mobilfunk-Platzhirsch Vodafone will keine weiteren Marktanteilsverluste an die kleineren Anbieter hinnehmen. Mit neuen Angeboten wolle seine Firma Terrain zurückgewinnen, kündigt der Deutschland-Chef an.

Vodafone kämpft in Deutschland mit O2 und E Plus. AFP

Vodafone kämpft in Deutschland mit O2 und E Plus.

DüsseldorfVodafone will nicht länger tatenlos dem Vormarsch der Billig-Konkurrenz von E-Plus und O2 zusehen. „Wir wollen Marktanteile von den kleineren Anbietern holen", sagte der Deutschland-Chef des britischen Mobilfunkkonzerns dem Handelsblatt (Montagsausgabe), Jens Schulte-Bockum. Zu lange habe man sich damit abgefunden, dass „Marge und Marktanteile schrumpfen und die Kleinen immer größer werden.“

Noch Ende der 90er-Jahre hatten Vodafone aber auch die Deutsche Telekom Anteile am deutschen Mobilfunkmarkt von gut 40 Prozent. Doch mit aggressiven Preisen und attraktiven Flatrate-Angeboten konnten E-Plus und O2 mehr und mehr Kunden auf ihre Seite ziehen. Der Marktanteil der beiden Platzhirsche betrug zuletzt nur noch gut 30 Prozent. Auch die operative Rendite (Ebitda) geriet wegen der anhaltenden Preiskämpfe unter Druck.

Das sind die größten Telekommunikationsunternehmen

Platz 10

Deutsche Telekom - 37,05 Milliarden Euro

Platz 9

Telstra (Australien) - 42,84 Milliarden Euro

Platz 8

NTT (Japan) - 43,13 Milliarden Euro

Platz 7

Telefonica (Spanien) - 46,31 Milliarden Euro

Platz 6

NTT Docomo (Japan) - 47,99 Milliarden Euro

Platz 5

America Movil (Mexiko) - 66,96 Milliarden Euro

Platz 4

Verizon (USA) - 93,38 Milliarden Euro

Platz 3

Vodafone (Großbritannien) - 94,26 Milliarden Euro

Platz 2

AT & T (USA) - 145,27 Milliarden Euro

Platz 1

China Mobile - 177,02 Milliarden Euro

Ranking nach Marktkapitalisierung (Dezember 2012) - Quelle: Bloomberg

Der seit Oktober 2012 amtierende Schulte-Bockum setzt seine Hoffnungen weniger auf neue Preisrunden als das mobile Internet. Mit Schnelligkeit, besserem Service und Netzqualität wolle Vodafone Kunden zurückgewinnen. Hintergrund ist der explodierende Datentransport von Bild-, Video- oder Musikdateien, ausgelöst durch Millionen verkaufter Smartphones und Tablets.

Der Schlüssel ist für Schulte-Bockum dabei der Ausbau des super-schnellen Mobilfunknetzes LTE. Darin investieren Vodafone aber auch die Deutsche Telekom Milliarden Euro. E-Plus will dagegen erst im Laufe des Jahres seinen Kunden LTE in großen Städten anbieten, auch Telefonica Deutschland mit seiner Hauptmarke O2 hinkt beim Netzausbau hinterher.

Die größten Mobilfunker in Deutschland

Ein großer Markt

In Deutschland gibt es mehr als 113 Millionen Handyanschlüsse. Welche Marktanteile die Anbieter haben, hat das Statistikportal Statista auf Grundlage von Erhebungen der Marktforschungsinstitute Enigma, Ipsos, Ifak und Marplan ermittelt (Stand: Ende 2012).

T-Mobile

Jeder fünfte Handynutzer geht mit T-Mobile ins Netz (20,9 Prozent). Bei den Vertragskunden hält die Telekom-Tochter sogar einen Marktanteil von 24,3 Prozent.

Vodafone

Der britische Konzern kommt in Deutschland ebenfalls auf einen Marktanteil von 20,9 Prozent. Allerdings hat das Unternehmen weniger Vertragskunden als der Rivale aus Bonn (22,4 Prozent Marktanteil).

O2

Die Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns – seit kurzem an der Börse notiert – ist in Deutschland die Nummer drei, sie hat einen Marktanteil von 13,5 Prozent.

E-Plus

Jeder zehnte Handynutzer (9,5 Prozent) ist Kunde bei E-Plus, einer Tochter des niederländischen KPN-Konzerns.

Aldi Talk

Der Discounter Aldi betreibt kein eigenes Netz, hat aber eine beachtliche Kundenbasis. 8,5 Prozent der Kunden telefonieren mit SIM-Karten des Einzelhändlers.

Base

Base ist die Billigmarke von E-Plus. 5,5 Prozent der Handynutzer telefonieren damit.

Sonstige

Jeweils weniger als 5 Prozent Marktanteil haben 1&1 (3,3 Prozent), Mobilcom-Debitel (2,8 Prozent), Tchibo (1,8 Prozent) und die Telekom-Marke Congstar (1,7 Prozent).

Schulte-Bockum sieht darin die Chance, sich von der lästigen Konkurrenz abzusetzen. „Ich glaube nicht, dass sich ein Kunde mit einem hochwertigen Smartphone für ein zweitklassiges Netz entscheiden wird.“ Viele Verbraucher seien sogar bereit, für ein superschnelles und sicheres Netz einen Premiumaufschlag zu zahlen, glaubt er. Die Differenzierung zwischen den Anbietern werde sich über den Transport von Datenpaketen entscheiden. „Wir werden noch zehn Jahre lang die Unterschiede sehen und zwar deutlich“, glaubt er.

Kommentare (19)

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firithmorgulion

10.02.2013, 18:36 Uhr

mit LTE will vodafone kunden gewinnen?
wie soll das denn gehen
3,6mbit mit 5gb highspeedtraffic für 30€? (+kosten für Hardware usw)

Augenblickmal

10.02.2013, 18:43 Uhr

Vodafone habe ich gerade (nach 15 Jahren) gekündigt. Nicht wegen der Netzqualität (ist gut), sondern weil sich mein Bedarf geändert hat und Vodafone es nicht verstehen wollte; das 'Kundenrückgewinnungsteam' schwatzte mir (nach der ersten Kündigung vor 24 Monaten) wieder etwas teures auf mit 24 Monaten Laufzeit. Einer der Tricks ist das am Telefon ein geänderter Vertrag ausgehandelt wird dessen Bedingungen nach 14 Tagen ohne weitere Widerspruchsfrist gültig werden aber die neue Rechnung mit "überraschenden teuren Details" nach 30 Tagen erscheint.... also wieder 24 Monate zahlen. Bin jetzt bei Congstar (Dt. Telekom) aber mit mir exakt bekannten Konditionen ab Vertragsbeginn und zu ca. 25% der montlichen Kosten.Die 172 Nummer nehme ich mit.
Ich möchte nicht Vodafones teure UMTS Lizenzen (Sie erinnern sich an die UMTS Versteigerungen zu mehreren Milliarden ?) und die teuren Gebäude am Rhein finanzieren.

NOF

10.02.2013, 18:47 Uhr

Träumt weiter, Premiumaufschlag....wer e-plus hat, nimmt euch genau deswegen nicht!

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