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07.01.2008

12:55 Uhr

Premiere

Premiere übernimmt Jugendkanal Giga

VonHans-Peter Siebenhaar

Der Bezahlsender Premiere erwirbt den Computerspielkanal Giga Digital. Damit steigt der Münchener Pay-TV-Konzern erstmals ins frei empfangbare Fernsehen ein. Mit der Übernahme will Premiere junge Zielgruppen besser erreichen, aber auch inhaltlich experimentieren. Weitere Zukäufe im TV-Bereich sind geplant.

DÜSSELDORF. Die Finanzinvestoren Cuneo, Welllington Partners und Atlas Ventures sowie der US- Medienkonzern NBC Universal haben ihre Anteile für einen Betrag im unteren einstelligen Millionen-Euro-Bereich verkauft. Das berichten Unternehmenskreisen. Premiere lehnte es ab, einen Kaufpreis zu nennen. Auch über die Erlös- und Ertragssituation des Kölner Fernseh- und Internetssenders war nichts zu erfahren. Das Kartellamt hat die Übernahme bereits genehmigt.

Der Jugendsender Giga Digital ist täglich rund um die Uhr via Satellit, über Kabel sowie im Internet zu empfangen. Die Reichweite ist jedoch überschaubar, sie beträgt nur rund elf Mill. Haushalte in Deutschland.

Mit der Übernahme will Premiere junge Zielgruppen besser erreichen, aber auch inhaltlich experimentieren. "Die Stärke von Giga sind innovative Formate und die Live-Produktionen", sagte Wolfram Winter, Chef der Satellitenplattform Premiere Star, dem Handelsblatt. Der Kanal soll nach seinem Willen eine Vorreiterrolle bei der Digitalisierung sowie der Verschmelzung von Fernsehen und Internet spielen. Winter kennt den Kanal, der früher in Düsseldorf beheimatet war, seit vielen Jahren ganz genau. Als früherer Deutschlandchef von NBC Universal, der Mediensparte des Mischkonzerns General Electric (GE), kümmerte er sich um den Ausbau von Giga. Der Kölner Spielesender gehörte zum Portfolio von NBC Universal.

Die Börse reagierte hingegen negativ auf den Zukauf. Die Aktie von Premiere sank um 1,70 Prozent auf 12,74 Euro. Das 52-Wochen-Tief des Papiers liegt bei 9,65 Euro.

Der Ausstieg von NBC Universal bei Giga ist keine Überraschung. Die GE -Tochter erwägt nach Angaben von Brancheninsidern schon seit längerem einen weitgehenden Rückzug aus dem deutschen Fernsehmarkt. Nach Angaben aus Münchener Unternehmenskreisen soll der defizitäre Spielfilmsender "Das Vierte" möglichst schnell verkauft werden. Der Verkauf wird von der Investmentbank Rothschild organisiert. Als Interessent wird der Medienkonzern Burda genannt. Ein Sprecher der Münchener Verlagsgruppe lehnte gestern einen Kommentar ab. Die Münchener Verlagsgruppe ist bereits am Sender RTL 2 beteiligt. Außerdem ist kürzlich Burda -Manager Helmut Markwort beim österreichischen Satellitensender Austria 9 TV eingestiegen.

Das Vierte wurde von NBC Universal im September 2005 gegründet, um die Rechtebibliothek des gleichnamigen Hollywood-Studios in Deutschland besser vermarkten zu können. Zeitgleich ging auch der Spielfilmkanal Tele 5 des Münchner Filmhändlers Herbert Kloiber an den Start. Das Duell mit Tele 5, aber auch interne Managementprobleme schwächten "Das Vierte".

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