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15.06.2015

16:41 Uhr

Privatsphäre

Belgische Datenschützer klagen gegen Facebook

Der Streit zwischen der belgischen Datenschutz-Behörde und Facebook spitzt sich zu. Die Datenschützer greifen zu rechtlichen Mitteln. Nach Ansicht von Facebook sind aber nur deren Kollegen aus Irland zuständig.

Dem sozialen Netzwerk droht in Belgien Ungemach. dpa

Facebook

Dem sozialen Netzwerk droht in Belgien Ungemach.

BrüsselDie belgische Datenschutzbehörde CPVP geht juristisch gegen das weltgrößte Online-Netzwerk Facebook vor. Ein Brüsseler Zivilgericht soll sich am Donnerstag mit der Sache befassen. Bei diesem ersten Termin sollen inhaltliche Fragen noch keine Rolle spielen, wie eine Sprecherin der CPVP der belgischen Nachrichtenagentur Belga erklärte. Es gehe nur um Absprachen zum weiteren Verlauf.

Die Behörde hatte in einem im Mai veröffentlichten Bericht schwere Vorwürfe gegen Facebook erhoben. „Facebook tritt die europäische und belgische Gesetzgebung zur Privatsphäre mit Füßen, und das gleich auf verschiedenen Ebenen“, teilte die CPVP damals mit.

So bitte das Netzwerk etwa bei der Datenerfassung nicht ausreichend um Erlaubnis. Im Mittelpunkt des Streits stehen abermals die „Gefällt mir“- und „Teilen“-Buttons des weltgrößten Online-Netzwerks. Nach Einschätzung der Datenschützer werden damit ohne Einwilligung auch Daten von Nicht-Mitgliedern verarbeitet.

So viele Menschen nutzen Facebook pro Monat

2004

1 Million aktive Nutzer pro Monat.

2005

6 Millionen aktive Nutzer pro Monat.

2008

145 Millionen aktive Nutzer pro Monat.

2010

608 Millionen aktive Nutzer pro Monat.

2012

1056 Millionen aktive Nutzer pro Monat.

2014

1393 Millionen aktive Nutzer pro Monat.


Facebook zeigte sich „überrascht und enttäuscht“ von dem Gang vor Gericht, den das Unternehmen als „theatralische Handlung“ beschrieb. Die Behörde habe schließlich am Freitag mit Facebook-Vertretern über ihre Empfehlungen beraten wollen. Das Netzwerk gab sich überzeugt, dass die Anschuldigungen der Behörde haltlos seien und kündigte seine Zusammenarbeit an.

Zugleich betont Facebook seit Beginn der Diskussionen, dass aus Sicht des Netzwerks nur die irischen Datenschützer am europäischen Sitz der Firma zuständig sind. Deshalb sollen die Vorschläge der Belgier auch mit der irischen Behörde erörtert werden.

Von

dpa

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