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30.06.2016

15:36 Uhr

Pro Sieben Sat 1

Aufstiegsfeier mit leisen Zweifeln

VonJoachim Hofer

Er herrschte Jubelstimmung auf der ersten Hauptversammlung von Pro Sieben Sat 1 seit dem Aufstieg in den Dax: Die Aktionäre sind hoch zufrieden mit dem Medienkonzern. Doch der schwache Kursverlauf stört die Investoren.

Zwei Drittel des Umsatzes erwirtschaftet der Konzern nach wie vor mit dem klassischen Fernsehen in Deutschland. dpa

Pro-Sieben-Aushängeschilder Joko und Klaas

Zwei Drittel des Umsatzes erwirtschaftet der Konzern nach wie vor mit dem klassischen Fernsehen in Deutschland.

MünchenSind es nur die schmackhaften Weißwürste im traditionsreichen Paulaner-Gasthof auf dem Münchener Nockherberg? Oder ist es vielmehr der Aufstieg in den Dax, der an diesem Donnerstag wesentlich mehr Aktionäre als im vergangenen Jahr zur Hauptversammlung von Pro Sieben Sat 1 gelockt hat?

Tatsache ist: Die Anteilseigner sind hoch zufrieden mit dem Münchener Medienkonzern. „Das ist ein grundsolides Unternehmen, das es geschafft hat, sein Geschäftsmodell an die neuen Gegebenheiten anzupassen“, betonte Felix Schneider von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger. „Wir Aktionäre können zufrieden sein“, fand auch Daniela Bergdolt, die Vertreterin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

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Der tiefgreifende Umbau durch Vorstandschef Thomas Ebeling zahlt sich für Pro Sieben Sat1 aus. Der Ex-Novartis-Manager hat ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell für den Medienkonzern entwickelt. Und nicht nur das.

So viel Lob ist selten auf einer Hauptversammlung eines Dax-Konzerns. Entsprechend entspannt gab sich Vorstandschef Thomas Ebeling: „Dass wir jetzt im Dax sind und damit zur ersten Liga in Deutschland gehören, ist ein schönes Kompliment für uns“, rief der Manager den Anteilseignern zu. Er versprach aber auch: Das sei vor allem Ansporn, die Ziele noch ehrgeiziger zu verfolgen.

Ende März ist Pro Sieben Sat 1 in die oberste Liga der börsennotierten Unternehmen hierzulande eingezogen; als vorläufiger Höhepunkt eines langjährigen Aufschwungs und eines kräftigen Wandels. Zwei Drittel vom Umsatz von zuletzt 3,26 Milliarden Euro erwirtschaftet der Konzern zwar nach wie vor mit dem klassischen Fernsehen in Deutschland. Ein Drittel der Erlöse stammte vergangenes Jahr jedoch bereits aus jungen Geschäftsfeldern, die alles in allem gut eine Milliarde Euro erwirtschaften. Davon wiederum entfallen rund drei Viertel auf die Internetsparte, ein Viertel steuert die Filmproduktion bei.

Das angestammte Geschäft mit den vor allem durch Werbung finanzierten deutschen TV-Sendern läuft stabil. Das Umsatzplus 2015 von gut vier Prozent auf 2,152 Milliarden Euro ist ordentlich und entspricht in etwa dem Wachstum des großen Rivalen RTL aus Köln.

Richtig dynamisch hingegen bewegen sich die jungen Divisionen. Der Umsatz der zweitgrößten Konzernsparte, Digital & Adjacent, kletterte 2015 um fast 40 Prozent auf 846 Millionen Euro. In diesen Bereich fallen hauptsächlich die Onlinespiele, die Videoplattform Maxdome und der Internethandel. Um annähernd 30 Prozent auf rund 262 Millionen Euro stiegen vergangenes Jahr die Erlöse in der Filmproduktion, der mit Abstand kleinsten Division.

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