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07.07.2015

13:06 Uhr

Pro Sieben und Springer loten Fusion aus

Heidi Klum und „Bild“ bald vereint?

VonKai-Hinrich Renner

Die Medienhäuser Axel Springer und Pro Sieben Sat 1 wollen zusammengehen. Unklar ist aber das Wie. Fest steht nur, dass Springer nicht die Rolle des Juniorpartners übernehmen will. Ein Deal mit vielen Fragezeichen.

Die beiden deutschen Medienkonzerne sprechen über eine Fusion. dpa

Pro Sieben Sat.1 und Axel Springer

Die beiden deutschen Medienkonzerne sprechen über eine Fusion.

HamburgDie Nachricht elektrisierte am Montagabend die gesamte Medienbranche: Das „Wall Street Journal“ („WSJ“) meldete, dass das Berliner Medienhaus Axel Springer („Bild“, „Welt“) und der TV-Konzern Pro Sieben Sat 1 – Heimat von Heidi Klum und Stefan Raab – zusammengehen wollen. Entsprechende Informationen liegen auch dem Handelsblatt vor.

Am Morgen danach ging es um das Wie. Die Annahme des „WSJ“, Springer werde als Juniorpartner in eine Fusion mit Pro Sieben Sat 1 gehen, weist man bei Springer - hinter vorgehaltener Hand, aber nicht ohne Nachdruck - zurück. Offiziell verweist das Medienhaus in einer Pressemeldung darauf, dass man daran arbeite, „die Kontinuität der Kontrolle durch die Axel Springer Gesellschaft für Publizistik GmbH & Co./Friede Springer langfristig sicherzustellen“.

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Verlegerin Friede Springer will nicht die Mehrheit am Unternehmen abgeben – auch nicht bei einer möglichen Fusion mit Pro Sieben Sat 1. Die Springer-Aktien sind dennoch der begehrteste Titel an der Börse.

Spekulationen „bezüglich der Abgabe dieser Kontrolle“ entbehrten folglich „jeder Grundlage“. Mit anderen Worten: Springer sieht sich als Seniorpartner. Das könnte die Berliner aber sehr viel kosten. Der Vorstandsvorsitzende von Pro Sieben Sat 1, Thomas Ebeling, dürfte sich die Abgabe der Kontrolle an dem geplanten Gemeinschaftsunternehmen teuer bezahlen lassen.

Das „WSJ“ hatte vorgerechnet, dass die Marktkapitalisierung des TV-Konzerns bei 9,7 Milliarden, die von Springer aber nur bei 4,7 Milliarden Euro liege. Deshalb waren für das amerikanische Wirtschaftsblatt die Rollen klar verteilt: Es verstand Pro Sieben Sat 1 als Seniorpartner, übersah dabei jedoch, dass sich der geringere Marktwert Springers damit erklären lässt, dass nur 40 Prozent der Aktien des Medienhauses im freien Handel sind.

Die größten deutschen Medienkonzerne (Umsatz 2013)

Platz 10 – Funke Mediengruppe

Umsatz: 1,2 Milliarden Euro*

Platz 9 – Verlagsgruppe Weltbild

Umsatz: 1,59 Milliarden Euro*

Platz 8 – Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck

Umsatz: 1,88 Milliarden Euro*

Platz 7 – ZDF

Umsatz: 2,01 Milliarden Euro

Platz 6 – Bauer Media Group

Umsatz: 2,4 Milliarden Euro

Platz 5 – Hubert Burda Media

Umsatz: 2,45 Milliarden Euro*

Platz 4 – ProSieben Sat.1

Umsatz: 2,61 Milliarden Euro

Platz 3 – Axel Springer

Umsatz: 2,8 Milliarden Euro

Platz 2 – ARD

Umsatz: 6,28 Milliarden Euro

Platz 1 – Bertelsmann

Umsatz: 16,36 Milliarden Euro

Quelle

Institut für Medien- und Kommunikationspolitik

*Für diese Konzerne lagen die Umsatzzahlen von 2013 bei der Publikation im Mai noch nicht vor. In diesen Fällen wurden die zuletzt veröffentlichten Umsatzzahlen als Grundlage genommen.

Diesen Anteil will das Unternehmen aber im Zuge einer Kapitalerhöhung deutlich steigern. Um der Gesellschaft für Publizistik und Matriarchin Friede Springer auch im Falle eines Verlusts ihrer Kapitalmehrheit weiterhin die Kontrolle über das Haus zu garantieren, wird Springer derzeit in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) umgebaut.

Kommentare (6)

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07.07.2015, 13:10 Uhr

Nur mit mir war sie bisher nicht vereint

Herr Max Müller

07.07.2015, 13:42 Uhr

Das ist ja dann fein, da kann man ja dann alle Medien nach belieben gleichschalten...Bald habe ich genug Gründe, um auch mein TV abzuschaffen. Zeitungen/Magazine lese ich schon seit Jahren nicht mehr.

Frau Annette Bollmohr

07.07.2015, 13:49 Uhr

Fasse Ihren Kommentar mal als Persiflage auf das (hoffentlich nur aktuelle!) geistige Niveau des deutschen Durchschnittsbürgers auf.

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