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10.10.2016

09:30 Uhr

Probleme mit Akkus

Samsung produziert kein Galaxy Note 7 mehr

VonMartin Kölling

Weitere Hiobsbotschaften aus dem Hause Samsung: Laut dem Bericht einer Nachrichtenagentur produziert das Unternehmen vorläufig keine Smartphone Galaxy Note 7 mehr. Die Rückrufkrise weitet sich aus, die Aktie fällt.

Galaxy Note 7

Nach Akku-Katastrophe: Samsung setzt dauerhaften Verkaufsstopp durch

Galaxy Note 7: Nach Akku-Katastrophe: Samsung setzt dauerhaften Verkaufsstopp durch

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TokioSamsungs Akku-Probleme mit seinem neuen Smartphone Galaxy Note 7 weiten sich aus. Wie der Konzern am Montag koreanischen Medien mitteilte, hat das Unternehmen vorübergehend die Produktion des iPhone-7-Rivalen gestoppt. Damit reagierte Samsung auf Medienberichte, nach denen auch die nach einem ersten Rückruf ausgelieferten Ersatzgeräte in Brand geraten sein sollen.

Die erneuten Vorwürfe rufen nicht nur die Behörden in Südkorea, den USA und China auf den Plan. In diesen Ländern ist das Smartphone-Modell bislang vorrangig verkauft worden. Samsung erklärte laut der Nachrichtenagentur Yonhap, dass der Produktionsstopp mit Verbraucherschützern in den betroffenen Ländern abgestimmt worden sei. Auch erste Mobilnetzbetreiber haben reagiert.

In den USA wollen AT&T und T-Mobile nach eigenen Angaben den Verkauf des Galaxy Note 7 solange aussetzen, bis die Ursache für die Brände behoben ist. Denn die Verunsicherung ist groß, seit vorige Woche ein Linienflugzeug in den USA wegen eines rauchenden Handys evakuiert werden musste. Dabei steht in den meisten Fällen noch nicht fest, was die Feuer ausgelöst hat.

Bei einem koreanischen Handybrand soll das Feuer laut einer Untersuchung von unabhängigen Gutachtern durch „einen starken externen Schock oder Zerquetschen“ entstanden sein. Mittlerweile geht es nicht mehr nur um die Zukunft eines Vorzeigeprodukts, sondern um die des gesamten Konzerns.

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Ein weiterer Brandfall bringt das Top-Smartphone der Koreaner erneut in Misskredit. Sollte Samsung den Verkauf des Handys erneut unterbrechen müssen, droht ein Horrorszenario. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Kurz nach dem Verkaufsstart von Samsungs vermeintlichem iPhone7-Rivalen tauchten Berichte über überhitzende Akkus, explodierende Handys und gar kleinere Brände auf. Samsung kündigte daraufhin Anfang September an, alle ausgelieferten 2,5 Millionen Geräte durch neue, vermeintlich sichere Modelle zu ersetzen.

Doch auch nach dieser ersten Rückrufaktion ging das Debakel weiter. Nach ersten Berichten über explodierende Akkus in China erklärte Technikjournalist Jay McGregor in seiner Kolumne beim US-Magazin Forbes: „Samsungs Galaxy Note 7 ist erledigt.“

Seine Begründung: Die Genauigkeit der Berichte sei irrelevant, „weil virale Posts in sozialen Medien Samsungs Schicksal bestimmen werden.“ Verunsicherte Kunden könnten sich mit dem Kauf zurückhalten. Das vermeintlich beste Smartphone des Konzerns könnte Samsung „nicht endende Kopfschmerzen“ bescheren.

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Noch sind die finanziellen Folgen für den Samsung-Konzern nicht absehbar. Der erste Rückruf hat das Unternehmen nach Schätzungen von Analysten rund 800 Millionen Euro gekostet. Doch dank guter Leistung der Sparten für Speicherchips und Handydisplays der nächsten Generation konnte Samsung im dritten Quartal seinen Gewinn steigern. Die Aktie des Unternehmens stieg vorige Woche sogar auf ein Rekordhoch, einige Analysten erhöhten ihre Jahresprognosen.

Doch ein Totalausfall des Galaxy Note 7 würde hingegen eine größere Lücke in die Bücher reißen. Denn Samsung würde nicht nur der Umsatz von zig Millionen Handys fehlen, sondern auch die hohen Gewinnmargen in der mobilen Oberklasse. Und Samsung könnte es schwerfallen, in dieser Generation verlorene Marktanteile zurückzuerobern. Samsungs Aktie sackte daher am Montagmorgen um 3,3 Prozent auf 1,649 Millionen Won ab.

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