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24.04.2015

06:48 Uhr

Produktstart

Apple Watch für die ersten Kunden

Nach monatelanger Spekulation kommt für Apples Computeruhr der Alltagstest. Heute werden die ersten Käufer ihre Apple Watch per Post bekommen – mit Apps dazu en masse. In den Läden gibt's sie aber nicht – noch nicht.

Die nächste Revolution?

Armbanduhr für 11.000 Euro: Die Apple Watch

Die nächste Revolution?: Von 349 bis 10.000 Euro: Die Apple Watch

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Cupertino/BerlinDie Computeruhr Apple Watch wird ab heute an die ersten Käufer ausgeliefert. Die gewohnten Schlangen vor den Apple Stores sollte es am Freitag nicht geben: Laut einem internen Schreiben von Verkaufschefin Angela Ahrendts, das im Netz die Runde macht, wird man die Uhr dort voraussichtlich nicht vor Juni kaufen können.

Auch wenn man die Uhr online bestellt, verspricht Apple eine Lieferung erst im Juni. Zugleich sollen bereits heute Uhren in wenigen ausgewählten Modeboutiquen verkauft werden. Nach Informationen der „New York Times“ soll es einige hundert Geräte pro Laden geben.

Es ist der erste Vorstoß von Apple in eine neue Produktkategorie seit dem Start des iPad-Tablets im Frühjahr 2010. Marktforscher trauen dem iPhone-Konzern zu, die bisherigen Verkäufe der Konkurrenz im Geschäft mit Computeruhren schnell zu übertreffen. Apple vermarktet die Watch mehr denn ja auch als Mode-Artikel. Die günstigste Sport-Variante kostet 399 Euro. Und die Preise für die goldene Edition-Version starten - bei gleicher Technik - bei 11.000 Euro.

Die ersten Käufer werden bereits Dutzende Apps auf der Computeruhr installieren können. In den vergangenen Wochen erweiterten alle möglichen Anbieter ihre Anwendungen um Watch-Funktionen. Es gibt Apps für Fitness, Wetter, Notizen, Nachrichten, Restaurant-Reservierungen, die Anzeige von Reise-Informationen oder Steuerung vernetzter Glühbirnen. Die Website Watchaware, die die Entwicklung beobachtet, listet inzwischen rund 2200 Anwendungen auf.

Selbst Einzelhändler wie die Modekette Zara gehen auf die Watch, Finanzinstitute wie Citigroup und die Deutsche Bank zeigen Kontoinformationen an. Die Foto-Plattform Instagram will auf den kleinen Bildschirmen sogar Bilder ansehen lassen und die Rivalen Uber und MyTaxi tragen ihren Kampf um Fahrgäste auch auf die Apple-Uhr.

Unter den von Apple zum Start präsentierten Apps sind zwei von deutschen Anbietern. BMW macht die Watch zur Fernbedienung der Elektroautos. Und die Sprachlern-App Babbel entwickelte einen abgespeckten Vokabeltrainer speziell fürs Handgelenk.

Die Fakten zur Apple-Uhr

Modelle

Es gibt drei Modelle, nämlich die Apple Watch Sport im Aluminiumgehäuse auf rund 400 Euro, die Apple Watch mit Edelstahlgehäuse ab 650 Euro sowie die Apple Watch Edition aus Gold ab 11.000 Euro.

Varianten

Jedes Modell wird in zwei Varianten angeboten, eine kleinere mit 38 Millimeter breitem Gehäuse und eine mit 42 Millimeter breitem Gehäuse für kräftigere Handgelenke. Dazu hat der Hersteller diverse Armbänder im Angebot.

Preise

Die kleinere Sport-Uhr mit einem 38-Millimeter-Gehäuse kostet 399 Euro, das größere Modell 449 Euro. Die Edelstahl-Variante gibt es ab 649 Euro und für die limitierte „Edition“-Ausgabe aus 18-Karat-Gold muss man je nach Ausstattung und Größe zwischen 11 000 und 18 000 Euro hinblättern. Die niederen Preise in den USA ab 349 Dollar enthalten keine Umsatzsteuer, die Preise in Deutschland werden mit Mehrwertsteuer ausgewiesen,

Starttermin

Deutschland gehört zu den neun Ländern, in denen die Apple Watch am 24. April in den Handel kommt. Vom 10. April an kann sie vorbestellt und in Apple-Läden ausprobiert werden.

Iphone

Die Apple Watch kann nur mit einem halbwegs aktuellen iPhone (5, 5s, 5c, 6 oder 6 Plus) in Betrieb genommen werden. Auch die Apps von Drittanbietern werden über eine Bluetoothverbindung vom iPhone aus auf der Watch installiert.

Batterielaufzeit

Die Uhr soll bei gewöhnlicher Nutzung 18 Stunden halten und damit von morgens bis abends. Apple erklärt, dass sie bei einer typischen Nutzung meist nur wenige Sekunden pro Aktion im Einsatz sein könnte.

Wasserdichte

Tim Cook sagte kürzlich einem Mitarbeiter im Berliner Apple Store, er gehe mit seiner Watch auch duschen. Offiziell spricht Apple von einer „Wasserdichte nach IPX7“, die einen „Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen“ bietet. Nach dieser Norm hält die Watch rund 30 Minuten in einem Meter Wassertiefe dicht.

Ob die Strategie, die Uhr erst online zu verkaufen, von einem bahnbrechenden Interesse oder Produktions-Engpässen zeugt, bleibt die Frage – Apple nannte bisher keine Verkaufszahlen. Auch ob es zumindest Hinweise darauf bei der Vorlage aktueller Quartalsergebnisse am Montag gibt, ist ungewiss. Schließlich kündigte Apple bereits an, dass die Zahlen zur Uhr in der Rubrik „sonstiges Geschäft“ versteckt sein werden - aus Konkurrenzgründen, heißt es.

Expertenschätzungen zufolge ist Apple aber auf Kurs, wie erwartet die bisherigen Smartwatch-Verkäufe der Konkurrenz in den Schatten zu stellen. So rechnet Carl Howe von der Analysefirma Think Big, dass in den ersten zwei Wochen drei Millionen Watches bestellt werden und einen Umsatz von zwei Milliarden Dollar einbringen. Und die für treffende iPhone-Prognosen respektierte Firma KGI Securities geht davon aus, dass Apple bis Ende Mai 2,3 Millionen Uhren abgesetzt haben wird.

Kommentare (2)

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Frau Annette Bollmohr

24.04.2015, 12:19 Uhr

Die Verbindung von Kompaktheit mit Funktionalität ist schon bestechend.

Handys und Tablets und noch Größeres können einem immer auf irgendeine Weise abhanden kommen; außerdem hat man meist im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun.

Fein, dass es das Teil, falls es "ankommt", bald aller Voraussicht nach nicht mehr exklusiv bei Apple gibt (Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft).

Und noch feiner wär's, wenn die Hersteller - ob nun Apple oder andere - dabei bei den Funktionen den Fokus auf echten "Mehrwert" für jedermann richten würden und nicht auf "Prestige"...

Na, warten wir einfach mal ab, und hoffen wir das Beste.
Wenn ich dran denke, dass man vor gerade mal 20 Jahren noch im Hausflur Schlange stehen musste, wenn man Telefonieren konnte, bin ich da echt gespannt...

Frau Annette Bollmohr

24.04.2015, 12:20 Uhr

Sorry, nicht "Telefonieren konnte", sondern "wollte", natürlich.

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