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29.05.2013

10:09 Uhr

Produktstrategie

Apple will keine Computer-Brille

Apple steht unter Druck, nach dem Tod von Steve Jobs wieder ein revolutionäres Produkt zu präsentieren. Konzernchef Tim Cook verspricht, einiges auf Lager zu haben und befeuert Spekulationen zur Apple-Uhr.

„Ich denke, das Handgelenk ist interessant“: Der US-amerikanische Apple-Chef Tim Cook war auch im vergangenen Jahr Gast bei der Technologiekonferenz des Blogs „AllThingsD“. dpa

„Ich denke, das Handgelenk ist interessant“: Der US-amerikanische Apple-Chef Tim Cook war auch im vergangenen Jahr Gast bei der Technologiekonferenz des Blogs „AllThingsD“.

Rancho Palos VerdesApple-Chef Tim Cook hat Spekulationen über eine Computer-Uhr von dem iPhone-Konzern neuen Auftrieb gegeben. „Ich denke, das Handgelenk ist interessant“, sagte Cook bei einem Auftritt auf der Konferenz D11 des Blogs „All Things D“ in der Nacht zum Mittwoch. Es sei natürlich, dort etwas zu tragen. Aber um mit einem Gerät fürs Handgelenk erfolgreich zu sein, müsse man die Leute erst überzeugen.

Cook wollte sich zwar nicht direkt zu eventuellen Apple-Plänen für diesen Bereich äußern, sagte aber grundsätzlich, tragbare Computertechnik werde in Zukunft ein wichtiger Teil der Gerätewelt sein. Laut früheren Medienberichten hat Apple bereits ein Team aus mehr als 100 Leuten, das an einer Datenuhr arbeitet.

Apple und die Computeruhr

Ein großes Team

Apple arbeitet laut Medienberichten mit einem großem Team an einer Computer-Armbanduhr: 100 Mitarbeiter seien daran beteiligt, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg. Darunter seien neben Designern und Software-Entwicklern auch Manager und Marketing-Experten. Die Größe der Mannschaft weise darauf hin, dass Apple bei der Entwicklung des Geräts über die Phase der Experimente hinaus sei.

Ein bisschen wie das iPhone?

Über die Funktionen wird bereits spekuliert. So soll das Gerät eine Oberfläche aus gebogenem Glas haben, wie die „New York Times“ erfahren haben will. Das „Wall Street Journal“ berichtet, dass Apple an einer Uhr arbeite, die einige Funktionen des iPhone übernehmen könne. Als besondere Herausforderung gilt die Akku-Laufzeit.

Der Name ist geschützt

Den Namen „iWatch“ will sich das Unternehmen offenbar bereits in mehreren Ländern schützen lassen.

Es gibt schon Konkurrenz

Die Idee an sich ist nicht neu. Schon jetzt bietet Sony eine Smartwatch an, eine ähnliche Idee steckt auch hinter der italienischen i'm Watch. Weitere Geräte wie das US-Projekt Pebble sind auf dem Weg.

Zwang zur Innovation

Apple-Chef Tim Cook steht unter Druck, ein neues innovatives Produkt vorzustellen. Die Aktie verlor seit den Höchstwerten im September massiv an Wert. Kritiker werfen Apple eine nachlassende Innovationskraft vor, weil das Unternehmen seit dem Start des iPad-Tablets 2010 nur Weiterentwicklungen bisheriger Geräte vorgestellt habe. Mit einer eventuellen „iWatch“ könnte Apple die Skeptiker widerlegen.

Mit Blick auf eine Computer-Brille, wie sie Konkurrent Google gerade entwickelt, äußerte sich Cook dagegen skeptisch. „Ich selbst trage eine Brille, weil ich sie brauche – ich kann sonst nichts sehen. Ich kenne nicht viele Leute, die Brillen aufsetzen, ohne sie zu benötigen.“ Er denke, dass diese Gerätekategorie für den Massenmarkt nur eingeschränkt attraktiv sei. Ein große Zukunft hätten hingegen diverse Sensoren, die man am Körper trägt.

Die Google-Datenbrille Google Glass hat einen kleinen Bildschirm, auf den zum Beispiel Routenanweisungen eingeblendet können, sowie eine Kamera – und sie lässt sich per Sprache steuern. Der Internet-Konzern lässt sie gerade von ausgewählten ersten Nutzern testen. Google präsentierte jüngst auf seiner Entwicklerkonferenz die Vision von sprechenden Computern und intelligenten Suchdiensten. In knapp zwei Wochen wird Apple auf der eigenen Entwicklerkonferenz WWDC seine Software-Neuheiten vorstellen.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

29.05.2013, 10:26 Uhr

Apple moechte besonders, speziell, begehrenswert sein. Viele Kunden suchen aber nur eine kostenguenstige Loesung, die zweckorientiert ist. Die lassen sich nicht verappeln. Wer da wohl am Ende gewinnen wird?

Prophet

29.05.2013, 11:12 Uhr

Genau, erst das Gerät entwickeln und dann Wege finden, es den Kunden schmackhaft zu machen.
Kundenorientierung sieht anders aus.
Das technisch mögliche verstellt leider allzu oft den Blick für das Sinnvolle.

Account gelöscht!

29.05.2013, 14:21 Uhr

Tatsächlich verlor Apple mit Jobs seinen Visionär. Jemand der begriffen hätte welche Auswirkung eine Brille hat die schon in 5-10 Jahren das gesamte Tagesgeschehen zum eigenen NAS streamen kann.

Das Zeitalter des Privaten ist damit vorbei. Zukünftig wird es tausendfach mehr Filmmaterial geben und dank Gesichtserkennung spätestens in 10 Jahren die Daten der Akteure.

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