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24.01.2007

11:18 Uhr

Prognose

Darmstädter Software AG will so profitabel werden wie SAP

Die Software AG (SAG), der zweitgrößte deutsche Software-Hersteller, will bei der Vorsteuerrendite in fünf Jahren mit SAP gleichziehen und einen Wert um die 30 Prozent erreichen. Analysten sind von dem Ausblick dennoch enttäuscht und schicken die Aktie auf Talfahrt.

jkn FRANKFURT. „2008 werden wir unser Ziel 25 Prozent schaffen, danach streben wir die oberen 20 an“, sagte Finanzvorstand Arnd Zinnhardt dem Handelsblatt. Die SAG steht so gut da wie niemals zuvor. Der Umsatz stieg 2006 um zehn Prozent auf 483 Mill. Euro. Der Gewinn legte um 18 Prozent auf 73,2 Mill. Euro zu. „2006 war das bislang erfolgreichste Jahr in unserer Geschichte“, sagte Karl-Heinz Streibich, der Vorstandsvorsitzende.

Noch weitaus eindrucksvoller ist die Rohertragsmarge, die als eine Art Handelsspanne angibt, was dem Unternehmen nach Abzug der Herstellkosten bleibt. Sie betrug bei der SAG fast 70 Prozent. Zum Vergleich: Apple kommt auf einen Wert von etwa 31 Prozent, Hewlett-Packard erreicht rund 24 Prozent. Allerdings weisen Softwarefirmen wegen der margenstarken Lizenzerlöse grundsätzliche höhere Werte auf. SAP kam im Geschäftsjahr 2005 auf eine Rohertragsmarge von 65 Prozent.

Dennoch will Zinnhardt die ansehnliche Zahl noch weiter steigern. Ein Treiber sei zum Beispiel ein weiterhin starkes Lizenzwachstum. „Zudem beschäftigen wir uns mit Low-cost-Standorten etwa in Lateinamerika oder Osteuropa, auch wenn das eher 2008 als 2007 ein Thema werden wird“, sagte Zinnhardt.

Für das laufende Jahr erwartet SAG-Chef Streibich ein Umsatzplus von zehn Prozent. Die Lizenzerlöse sollen allerdings um bis zu 25 Prozent zulegen. „Vor allem unsere Crossvision-Produkte werden ein noch stärkerer Wachstumstreiber“, sagte Streibich. Mit dieser Software können unterschiedlichste IT-Systeme besser zusammenarbeiten. Die Ebit-Marge soll von aktuell 23 auf 24 Prozent steigen.

Dennoch äußerten sich Analysten leicht enttäuscht über die Prognose. „Einige Optimisten im Markt hatten hier auf mehr gehofft“, beschreibt HVB-Experte Knut Woller die Stimmung. Die Folge: Der SAG-Kurs verlor am Dienstag fast 4,5 Prozent.

Das SAG-Management bleibt aber gelassen, sieht den kleinen Kurssturz als übliche Marktreaktion. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagte Streibich. Der Trend zu den bereits totgesagten Großrechnern halte an. Zudem deutete Streibich einen Zukauf in überschaubarem Zeitraum an. „Übernahmen werden in diesem Jahr sehr wahrscheinlich“, sagte er. Mittel sind ausreichend vorhanden. Nach Angaben von Zinnhardt könnte das Unternehmen theoretisch Zukäufe mit einem Volumen von 600 bis 700 Mill. Euro stemmen.

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