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17.05.2011

13:59 Uhr

Prognose gesenkt

HP-Chef Apotheker startet Notoperation

Hewlett-Packard leidet darunter, dass die Kunden sich mit Käufen allzu sehr zurückhalten. Die Zahlen fallen aus schlechter als gedacht. Der deutschen Chef Leo Apotheker verordnet dem Konzern knallharte Maßnahmen.

Hewlett Packards Chef Leo Apotheker hatte keinen idealen Start. Quelle: dapd

Hewlett Packards Chef Leo Apotheker hatte keinen idealen Start.

San FranciscoBelastet von einem schwachen PC-Geschäft und dem verheerenden Erdbeben in Japan hat der weltgrößte Computerkonzern Hewlett-Packard (HP) seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr gesenkt. Der verwässerte Überschuss je Aktie unter GAAP sei nach unten revidiert worden, teilte der vom deutschen Manager Leo Apotheker geführte Konzern am Dienstag mit. Die Nachfrage von Privatkunden bleibe schwach. Zudem erwarte der Konzern einen geringeren Betriebsgewinn in der Sparte Dienstleistungen.

Fürs Gesamtjahr geht HP von einem Gewinn je Aktie nach Non-GAAP von mindestens fünf Dollar. Im zweiten Quartal verbuchte der Dell-Konkurrent einen Umsatz von 31,63 Milliarden Dollar. Damit übertraf der Konzern die Markterwartungen von durchschnittlich 31,52 Milliarden Dollar. Ursprünglich wollte der Konzern seine Bilanz erst am Mittwoch vorlegen.

Die HP-Aktie brach vorbörslich um 4,9 Prozent ein.

HP hatte die Präsentation der Zahlen überraschend um einen Tag vorgezogen, um so am selben Tag wie Konkurrent Dell Auskunft über sein zweites Geschäftsquartal geben. Die Zahlen von Dell werden nach Börsenschluss erwartet.

Zuvor war eine interne E-Mail an die Öffentlichkeit gelangt, die der Nachrichtenagentur Bloomberg zugespielt worden war. Darin bereitet CEO Leo Apotheker seinen engsten Führungskreis auf ein schweres drittes Quartal vor und ruft zu äußerster Sparsamkeit auf und Disziplin bei Neueinstellungen. Die aktuellen Personalplanungen seien "nicht finanzierbar angesichts des Drucks auf das Geschäft". Er mahnte seine Führungskräfte, "auf jeden Pfennig zu achten und Neueinstellungen auf ein Minimum zu beschränken".

Anleger reagierten bereits am Montag verschreckt: Die HP-Aktie gab nachbörslich mehr als vier Prozent nach. "Wir haben absolut keinen Platz für unrentable Geschäfte oder willkürliche Ausgaben", schrieb Apotheker. Schon Mitte Februar hatte der Konzernchef die Sorge vor einem Abschwung geschürt.

Für das zweite Quartal hatte Hewlett Packard bereits eine Gewinnprognose abgegeben, die weit unter den Erwartungen der Analysten gelegen hatte. Bei HP hatten sich zuletzt vor allem die Privatkunden bei neuen Geräten zurückgehalten, aber auch die Firmenkunden orderten weniger der lukrativen IT-Dienstleistungen. Der Konzernchef sah sich gezwungen, den Ausblick auf das Geschäftsjahr herunterzuschrauben. Apotheker will massiv in Cloud-Computing investieren: Das sind Dienstleistungen, bei denen Computernutzer die Programme nicht mehr auf ihrem Rechner installiert haben, sondern auf Server von Anbietern zugreifen. Außerdem plant HP für den Sommer einen neuen Tablet-PC um mit Apples iPad und Googles Android zu konkurrieren, sowie zwei neue Smartphones als Antwort auf das iPhone und den Wiedereinstieg in den Mobilfunkmarkt.

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Kommentare (1)

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aroemer

19.08.2011, 14:20 Uhr

Nachdem Herr Apotheker bereits die SAP mit seiner völligen Unkenntnis des EDV-Marktes fast runiert hat, führt er jetzt HP in den sicheren Ruin.
Die "Cloud", der nur inkompetente Ignoranten eine "großartige" Zukunft voraussagen, ist eine lediglich eine Blase, die bereits bei der ersten Belastung platzen wird. Welche Firma ist denn ernsthaft bereit, den Zugang zu ihrer Firmensoftware und ihren Firmendaten vom guten Willen und dem wirtschaftlichen und technischen Geschick völlig fremder Firmen abhängig zu machen? Dazu kommt als Übertragungsweg das chronisch unzuverlässige und fehleranfällige Internet, das darüber hinaus auch noch von technisch höchstversierten Hackern und von staatlich geförderten oder gar beauftragten Datenspionen bevölkert wird.
Nein, die Cloud ist nur eine kurzfristige Blase, die vor allem von Leuten, die von Technik aber auch rein garnichts verstehen, hochgejubelt wird.
Und zu diesen Leuten gehört ohne Zweifel Herr Apotheker.
Armes HP, du könntest einem fast leid tun, wenn du dir die Suppe nicht selber eingebrockt hättest...

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