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13.10.2016

11:41 Uhr

ProSiebenSat1

Vom TV-Konzern zum Internetimperium

VonJoachim Hofer

Deutschlands größte Sendergruppe ProSiebenSat1 drückt aufs Tempo: Schon in zwei Jahren sollen neue Geschäftsfelder mehr Umsatz einspielen als das klassische TV-Geschäft. Doch das ist nicht die einzige gute Nachricht.

Konzernzentrale von ProSiebenSat1 in Unterföhring: Vorstoß in neue Bereiche. dpa

ProSiebenSat.1

Konzernzentrale von ProSiebenSat1 in Unterföhring: Vorstoß in neue Bereiche.

MünchenDer Medienkonzern ProSiebenSat1 übertrifft die eigenen Erwartungen. Im laufenden Jahr werde der Umsatz um mindestens 15 Prozent klettern, teilte Vorstandschef Thomas Ebeling an diesem Donnerstag mit. Bislang hatte der Unternehmenslenker den Aktionären lediglich ein Plus von einem Zehntel versprochen.

Auch für die nächsten Jahre stockt der Manager die Prognose auf. So verspricht er jetzt Ende 2018 einen Umsatz von 4,5 Milliarden Euro. Das sind 300 Millionen Euro mehr als bisher angekündigt. Mehr als die Hälfte der Erlöse soll dann aus digitalen Angeboten jenseits des klassischen Fernsehens kommen.

Da die Einnahmen aus der TV-Werbung kaum noch wachsen, ist die dynamische Entwicklung abseits des angestammten Geschäfts für die Anleger besonders wichtig. Dass ProSiebenSat1 stärker wächst als erwartet, liegt unter anderem an den vielen Zukäufen von Online-Firmen in der jüngsten Zeit.

Gut für die Aktionäre: Mit den Akquisitionen verdient ProSiebenSat1 bereits ordentlich Geld. So hat Ebeling auch das Ziel für das operative Ergebnis um 50 Millionen Euro auf 1,15 Milliarden Euro hochgesetzt. „Unsere neuen Beteiligungen entwickeln sich sehr gut, daher heben wir unsere Wachstumsziele für 2018 erneut an“, erläuterte er.

Seit dem Frühjahr ist ProSiebenSat1 als einziges deutsches Medienunternehmen im Dax notiert. Der Aufstieg in den deutschen Leitindex ist eine geradezu märchenhafte Story. Noch vor sieben Jahren war die Pro-Sieben-Sat-1-Aktie ein Pennystock: Sie notierte gerade mal bei 0,88 Euro. Im frühen Handel in Frankfurt stand der Kurs am Donnerstag bei gut 38 Euro. Allerdings: Seit dem Einzug in den Dax im März haben die Aktien etwa ein Fünftel an Wert verloren. Am Donnerstag gewannen die Papiere in einem schwachen Umfeld leicht.

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Die schier unglaubliche Entwicklung ist auch das Verdienst von Ebeling. Der Manager, der zuvor für Pharma-, Lebensmittel- und Tabakfirmen wirkte, kam 2009 von Novartis. Er fand einen Konzern vor, den der Unternehmer Haim Saban aus der Insolvenzmasse der Kirch-Gruppe 2003 für vergleichsweise kleines Geld erworben und an die Beteiligungsgesellschaften Permira und KKR weitergereicht hatte. Die Finanzinvestoren hatten die Senderkette mit Schulden belastet und beinah kaputtgespart. In Ebelings Amtszeit verabschiedeten sich diese ungeliebten Gesellschafter.

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