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17.11.2012

10:07 Uhr

Protest gegen neue Regeln

Mavericks-Eigentümer stoppt Facebook-Aktivitäten

VonAxel Postinett

Wer Fan der Dallas Mavericks auf Facebook ist, könnte dort bald nichts mehr von Dirk Nowitzkis Verein lesen. Eigentümer Cuban hadert mit den Regeln des Netzwerks – und will die Aktivitäten der Mavs dort einstellen.

Dirk Nowitzki im Trainingsanzug der Dallas Mavericks. Der Verein soll, auf Geheiß von Eigentümer Mark Cuban, seine Aktivitäten auf Facebook stoppen. dpa

Dirk Nowitzki im Trainingsanzug der Dallas Mavericks. Der Verein soll, auf Geheiß von Eigentümer Mark Cuban, seine Aktivitäten auf Facebook stoppen.

San FranciscoDer Aktienkurs von Facebook steigt endlich wieder. Aber die Verärgerung der wichtigsten Kunden, der Markenartikler, offenbar gleich mit. Ein einflussreicher Investor will jetzt bei rund 70 seiner Firmen auf einen Schlag die Facebook-Aktivitäten einfrieren und zur Konkurrenz wechseln. Der Social-Media-Riese habe es in seiner Suche nach neuen Umsatzquellen einfach übertrieben, so die Argumentation. Doch bei Facebook in Menlo Park herrscht Schweigen. Noch.

Mit Mark Cuban bezieht jetzt einer der prominentesten Web-Investoren und Unternehmer offen gegen Facebooks Geschäftspraktiken Stellung. Und er handelt auch gleich: Der Milliardär und Eigentümer der Dallas Mavericks wird nach Angaben des Blogs ReadWriteWeb nicht nur die Aktivitäten des Basketballclubs von Facebook abziehen. Auch die Auftritte von rund 70 weiteren Firmen, in denen er investiert ist, werden in Zukunft brach liegen. Die Aktivitäten werden auf Dienste wie Twitter, Tumblr, Myspace oder Instagram verlagert, zitiert der Blog aus E-Mails von Cuban.

Hintergrund sind drastische Veränderungen in der Art und Weise, wie Facebook Unternehmen zwingt, mit den teilweise Millionen Fans zu kommunizieren, die sie oft mit hohem Aufwand über viele Jahre gesammelt haben. Im September veränderte Facebook die Bedingungen, nach denen Mitteilungen – „Posts“ genannt – den Fans einer Marke angezeigt werden. Im Endeffekt erreichten die Posts jetzt bis zu 40 Prozent weniger Adressaten als zuvor. Gleichzeitig bot Facebook eine Möglichkeit an, die verlorene Reichweite zurückzugewinnen – natürlich gegen Bezahlung.

Facebook in Zahlen

Transparenz dank Börsengang

Facebook war lange verschwiegen, wenn es um die Geschäftszahlen ging. Das hat sich mit dem Börsengang im Mai 2012 geändert – nun muss das Unternehmen die Börsianer genau informieren. Die Dokumente offenbaren zudem einen Blick in die ersten Jahre des Sozialen Netzwerks. Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick.

Schon früh profitabel

In den ersten Jahren verlor Facebook zwar Geld – wie fast alle Startups. Doch schon 2009 erreichte das Unternehmen mit einem Gewinn von 229 Millionen Dollar die schwarzen Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte Facebook 7,9 Milliarden Dollar Umsatz aus Werbung und Online-Spielen und verdienten 1,5 Milliarden Dollar Gewinn. Damit hängt das Netzwerk Internet-Urgesteine wie AOL und Yahoo längst ab.

Werbung als wichtigste Geldquelle

Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. Zuletzt lag der Anteil bei rund 90 Prozent. Der Rest resultiert vor allem daraus, dass Facebook an den Einnahmen aus Online-Spielen beteiligt wird. Im ersten Quartal 2014 schnellte der Umsatz um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar hoch, der Gewinn verdreifachte sich auf 642 Millionen Dollar.

Beispielloses Wachstum

Facebook hat ein beispielloses Wachstum hinter sich: Binnen zehn Jahren ist die Zahl der aktiven Nutzer auf 1,28 Milliarden gewachsen, das entspricht grob der Hälfte der globalen Internet-Population.

Zuckerberg hat die Kontrolle

Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hat Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen haben.

Dominant in aller Welt

Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte Soziale Netzwerk – nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren.

Keine Chance für StudiVZ

Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer 1. Nach jüngsten Schätzungen des Portals allfacebook.com hat Facebook hierzulande 27 Millionen aktive Mitglieder.

Riese Datenmengen

Facebook ist ein Daten-Riese: Das Soziale Netzwerk verarbeitet (nach Zahlen aus dem August) jeden Tag mehr als 500 Terabyte. Einen großen Teil machen die 300 Millionen Bilder aus, die die Nutzer hochladen.

„Das Negative für Facebook“, zitiert der Blog aus einer E-Mail des Web-Investors, „ist, dass wir aufhören werden für „Likes“ oder Abonnenten zu werben. Warum sollen wir mehr in Facebook-Fans investieren, wenn wir sie hinterher nicht alle erreichen können? Das wäre verrückt.“

Cuban ist nicht alleine mit seiner Kritik. Mit Jeff Doak, Chef der Qualitätskontrolle bei Social Media bei der Agentur WPP in Detroit, und Geoffry Colon von der Agentur Ogilvy hatten Facebook bereits Ende September scharf kritisiert. Doak verwaltet immerhin die Social-Network-Aktivitäten von Ford in den USA. Facebook weist dagegen jede Absicht zurück, Markenunternehmen zu höheren Ausgaben zu zwingen. Man wolle ausschließlich die Qualität der Postings verbessern und verhindern, dass zu viel Spam bei den Nutzern lande.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

17.11.2012, 10:20 Uhr

lol, war doch klar.
Wenn jemand mit meinen Daten, egal ob als Privatperson oder als Firma, Geschäfte macht, bin ich das, und kein anderer.
Wäre ja so als ob meine engagierte Werbefirma mir sagen will mit wem ich kostenpflichtig zu kommunizieren habe.

Account gelöscht!

17.11.2012, 10:59 Uhr

Facebook verkauft seine Daten an jeden der genug bezahlt. Zuckerberg war letztens in Moskau bei Putin. Da wird schamlos Privates verkauft und die Deppen sind die gutgläubigen User, die kostenlos alles reinstellen was Behörden, Geheimdienste, Polizei, Unternehmen, Statistik-Unternehmen usw interessieren könnte. Übers Internet wachsen die Leute zusammen wie ein siamesisches Zwillings-Gebilde, wird unfrei und vergeudet viel zu viel Zeit damit !

Wie sagte Pilatus - die Menge macht die Medizin.

facebookhasser

17.11.2012, 12:49 Uhr

Facebook geht auch mit seinen normalen Kunden nicht sehr sanft um. Ich bekam neulich eine Abmahnung von facebook, weil ich einige der von facebook mir vorgeschlagenen neuen Freundschaften tatsächlich auch angefragt habe. Ich war gezwungen, eine Unterlassungserklärung abzuhaken, bevor ich meinen account weiter benutzen durte. Im Kleingedruckten steht was davon, dass man nur Verwandte und bereits real existierende Freunde als facebook Freund anfragen darf.

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