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29.01.2011

14:55 Uhr

Proteste in Ägypten

Amnesty greift Vodafone an

ExklusivDas britische Telekommunikations-Unternehmen Vodafone gerät angesichts der teilweisen Abschaltung des Mobilfunknetzes in Ägypten zunehmend unter Druck. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International spricht von einem einer schockierenden Geringschätzung der Meinungsfreiheit.

Demonstranten in Kairo. Vodafone hatte das Mobilfunknetz teilweise abgeschaltet. Reuters

Demonstranten in Kairo. Vodafone hatte das Mobilfunknetz teilweise abgeschaltet.

HB DÜSSELDORF. "Vodafones Breitwilligkeit, das eigene Netz abzuschalten, ist einfach unglaublich", sagte der Generalsekretär von Amnesty International, Salil Shetty, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die Abschaltung sei "nicht nur ein Betrug an den Kunden, sondern entlarvt auch eine schockierende Geringschätzung der Meinungsfreiheit von einem der weltweit führenden Telekommunikations-Unternehmen", sagte Shetty. Vodafone war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Vodafone habe der ägyptischen Regierung und ihrem Unterdrückungsapparat damit direkt in die Hände gespielt, fügte der Chef von Amnesty International hinzu. Am Freitag hatte das britische Telekommunikationsunternehmen erklärt, die ägyptische Regierung habe die Einstellung der Mobilfunkdienste in "ausgewählten Gebieten" angeordnet. Mit über 25 Millionen Kunden ist Vodafone einer der größten Mobilfunkanbieter in Ägypten und der einzige westliche.

Mobilfunknetze teilweise wieder verfügbar

Der Zugang zum Mobilfunknetz in Ägypten wurde am Samstagmorgen teilweise wiederhergestellt. Einen Zugang zum Internet gab es aber weiterhin nicht. Rund 24 Stunden nach dem Beginn des Blackouts war das Netz der Mobilfunkanbieter Vodafone und Mobinil wieder verfügbar; Netze anderer Betreiber blieben tot. Um den Informationsfluss unter den Demonstranten zu stören, kappten die ägyptischen Behörden in der Nacht zum Freitag offenbar den Datenverkehr.

Kommentare (4)

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norbert

29.01.2011, 17:20 Uhr

Vodaphone ist kein Philosophen- und Ethikzirkel, sondern ein Unternehmen, welches nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten handelt.
Es ist naiv, moralisches Handeln zu erwarten.

mädel vom land

29.01.2011, 23:05 Uhr

Ein Unternehmen handelt nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Warum dann hat Vodafone das Netz ausgeschaltet? So kann ein Unternehmen kein Geld verdienen.

norbert

30.01.2011, 11:25 Uhr

Wenn Vodafone nicht abschaltet, schmeißt Mubarak sie komplett raus. Wenn Mubarak gehen muß, ist es den neuen Führung egal, wer Mobilfunk betreibt.

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