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23.05.2014

11:59 Uhr

Protonet

Hamburger Start-up sammelt für „private Cloud“

Cloud-Dienste sind bequem. Doch die NSA-Abhöraffäre hat die Begeisterung für die Dienste aus der Internet-Wolke spürbar gedämpft. Das Hamburger Start-up Protonet will nun das Konzept einer privaten Cloud neu beleben.

Zahlreiche LAN-Kabel stecken in einem Server: Das Start-Up will die Daten im eigenen Büro halten, sie aber weltweit und stets verschlüsselt verfügbar machen. dpa

Zahlreiche LAN-Kabel stecken in einem Server: Das Start-Up will die Daten im eigenen Büro halten, sie aber weltweit und stets verschlüsselt verfügbar machen.

HamburgDas Hamburger Start-up Protonet will mit einer Schwarmfinanzierung mindestens 1,5 Millionen Euro auftreiben, um die Produktion eines neuartigen Cloud-Servers für Kleinst-Unternehmen und Privatanwender zu ermöglichen. Auf der Plattform Seedmatch kündigte Protonet am Freitag seine zweite Crowdfunding-Kampagne an, die am 4. Juni (12 Uhr) live gehen soll. Vor zwei Jahren hatte das Jungunternehmen auf Seedmatch bereits einen Europa-Rekord im Crowdfunding aufgestellt: Innerhalb von 48 Minuten kam das Geld für das damals angestrebte Finanzierungsziel von 200 000 Euro zusammen.

Die Geräte von Protonet sollen die Vorteile von Diensten in der Internet-Wolke wie Google Docs, Dropbox oder Skype mit der Datensicherheit eines eigenen Servers verbinden. Nach der Enthüllung der Abhöraktivitäten der anglo-amerikanischen Geheimdienste war in der Branche die Nachfrage nach solchen „Personal Cloud“-Servern sprungartig gestiegen.

Das ABC des Cloud-Computing

Software as a Service (SaaS)

Bei diesem Konzept laufen Anwendungen – etwa für Textverarbeitung oder Kundenverwaltung –nicht auf dem eigenen Rechner, sondern auf den Servern des Dienstleisters. Aufgerufen werden sie übers Internet. Meist ist nicht mehr als ein Browser nötig. Bezahlt wird in der Regel per Abo. Daher ist auch von Miet-Software die Rede.

 

Infrastructure as a Service (IaaS)

Unternehmen können auch Rechenleistung oder Speicherplatz über die Cloud beziehen – in diesem Fall ist von Infrastructure as a Service die Rede. Gerade Startups können auf diese Weise schnell und unkompliziert ihre Website aufbauen und bei Bedarf die Kapazitäten auf Knopfdruck vergrößern.

Platform as a Service (Paas)

IT-Entwickler können auch eine virtuelle Computer-Plattform über die Cloud nutzen. Das erleichtert die Programmierung, weil sie selbst keine spezielle Hardware aufstellen müssen.

Public Cloud

Wenn Unternehmen ihre Cloud-Dienste öffentlich zugänglich anbieten, ist von der Public Cloud die Rede. Dabei handelt es sich oft um standardisierte und somit günstige Services. Der Zugriff erfolgt übers Internet.

Private Cloud

Wie bei Public-Cloud-Lösungen liegen die Daten oder Anwendungen auf Servern – diese betreibt das Unternehmen jedoch selbst. Der Zugang ist bei der Private Cloud auf die eigenen Mitarbeiter sowie autorisierte Geschäftspartner und Kunden beschränkt. Weil der Betreiber mehr Kontrolle hat, eignet sich diese Lösung für sensible Daten. Vor allem große  Unternehmen und öffentliche Einrichtungen setzen darauf.

 

Hybrid Cloud

Eine Mischung aus Public und Private Cloud – das Unternehmen setzt also beide Elemente ein.

Protonet bietet bislang zwei Server in der Preisspanne zwischen 3400 und 5300 Euro an. Mit der neuen Finanzierungsrunde soll nun die Produktion eines kleineren Servers ermöglicht werden, der später rund 1000 Euro kosten soll. Die Software des neuen Modells „Maya“ entspricht dabei den Programmen, die mit den größeren Servern „Carla“ und „Carlita“ ausgeliefert wird.

„Mit unseren Servern fühlt sich der Nutzer, als sei er in der Cloud, er ist es aber nicht“, sagte Firmen-Mitbegründer Ali Jelveh (34) der Nachrichtenagentur dpa. Die Daten lägen im eigenen Büro, seien aber weltweit und stets verschlüsselt verfügbar.

Bei der Crowdfunding-Plattform Seedmatch können sich Investoren mit Beträgen ab 250 Euro am Aufbau von Star-up-Unternehmen beteiligen. Während der Vertragslaufzeit erhalten eine kleine Basisverzinsung sowie einen gewinnabhängigen jährlichen Bonuszins. Bei der Protonet-Kampagne erhalten Investoren ab 2000 Euro außerdem jeweils eine Maya-Box. Seedmatch steht in Deutschland im Wettbewerb mit Plattformen wie Bergfürst, Companisto oder Innovestment.

Von

dpa

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