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04.08.2012

10:49 Uhr

Prozess gegen Samsung

Patentstreit enthüllt Apples Geheimnisse

Apple ist für seine Geheimniskrämerei berüchtigt. Doch im Patentprozess gegen Samsung muss der Konzern viele Vorhänge lüften. So hatte Apple etwa vor dem Einstieg ins Handy-Geschäft noch andere „verrückte“ Ideen.

Besucher in einem Apple-Store in Barcelona. Reuters

Besucher in einem Apple-Store in Barcelona.

San FranciscoBei Apple ist nach dem Erfolg des iPod-Players auch über eine Kamera oder ein Auto als mögliche nächste Produkte nachgedacht worden. Unter den damaligen Ideen seien zum Teil „verrückte Sachen“ gewesen, sagte Marketingchef Phil Schiller am Freitag im kalifornischen Patent-Prozess gegen Samsung nach US-Medienberichten. Die Apple-Spitze um Gründer Steve Jobs habe sich aber schließlich für den Einstieg ins Handy-Geschäft mit dem iPhone entschieden.

Apple will in dem Prozess beweisen, dass Samsung iPhone und iPad kopiert hat. Die Südkoreaner bestreiten, dass Apple mit seinen Geräten etwas wirklich Neues erfunden habe. Zudem werfen sie dem US-Konkurrenten vor, mehrere technische Patente zu verletzen.

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Apple und Samsung liefern sich bereits seit mehr als einem Jahr einen weltweiten Patentkrieg. Im Gegensatz zu vorherigen Verfahren etwa in Deutschland oder Australien müssen sie diesmal jedoch Geschworene überzeugen.

Der Prozess in San Jose gibt einen einmaligen Einblick in das Innenleben von Apple, das bisher für äußerste Geheimniskrämerei bekannt war. So wurde bekannt, dass iTunes-Chef Eddy Cue sich schon seit Ende 2010 für ein kleineres iPad-Modell stark machte. Der damalige Konzernchef Jobs hatte zu dieser Zeit die Mini-Tablets der Konkurrenz wegen der Größe noch öffentlich als „Totgeburten“ abgetan.

Dieses Detail kam bei der Aussage des Apple-Managers Scott Forstall ans Licht, der die iOS-Softwareplattform von iPhone und iPad beaufsichtigt. Er zeichnete auch ein Bild von der absoluten Geheimhaltung, unter der das iPhone seinerzeit entwickelt wurde. So sei dafür ein ganzes Gebäude auf dem Apple-Gelände freigemacht worden. Die dafür rekrutierten Mitarbeiter mussten zusagen, bevor sie wussten, woran sie überhaupt arbeiten sollten.

Die Aussage Schillers enthüllte auch, wie viel Geld Apple für Werbung ausgibt: Im vergangenen Geschäftsjahr waren es 228,6 Millionen Dollar für das iPhone und 307,7 Millionen Dollar für das iPad. Der Marketingchef, der oft bei Apples Produktvorstellungen auftrat, erklärte vor den Geschworenen ausführlich Apples Vorwürfe gegen Samsung. Er sei „schockiert“ gewesen, als er das Smartphone Galaxy S und das Tablet Galaxy Tab gesehen habe, sagte Schiller. „Ich dachte, sie werden unsere gesamte Produktpalette kopieren.“

Apple scheiterte am Freitag mit dem Versuch, Samsung harte Sanktionen für die Veröffentlichung nicht im Prozess zugelassener Beweismittel aufzubrummen. Richterin Lucy Koh lehnte einen entsprechenden Apple-Antrag ab, will sich aber nach dem Prozess mit dem Vorstoß befassen.

Von

dpa

Kommentare (11)

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Hermann.12

04.08.2012, 11:26 Uhr

Es ist wohl nicht zu bezweifeln, das Samsung ungeniert Ideenklau betreibt.
Im Sinne des Patentschutzes sind das klare Patentverletzungen.
Aber das ist schwer zu beweisen, weil Innovationen nicht mehr unbedingt klare technisch physische Kriterien erfüllt.
Letztlich liegt die Genialität desw I Phone und der innovative Fortschritt im Benutzerkonzept, weniger in der benutzten Technik.
Denn sowohl Tochscreen, als auch Smartphones gabe es schon vorher, sie konnten sich mangels brauchbarem Konzept jedoch nicht wirklich durchsetzen.
Ich halte es auch nicht für realistisch das wirklich durch Patente zu schützen.
Denn genau genommen dürfte es dann für Apple überhaupt keine Konkurrenz geben.

H.

Hermann.12

04.08.2012, 12:01 Uhr

Ich bin überigens ein stolzer iPhone Besitzer!

Ich glaube in Apple, so wie ich in Gott glaube. Wenn es jemand wagt gegen meinen Glauben etwas zu sagen, so soll er meinen Zorn ernten!

Account gelöscht!

04.08.2012, 13:02 Uhr

Lieber Hermann, es heisst übrigens ich glaube AN Apple so wie ich AN Gott glaube. Und an ihrem Glauben sind schon viele Menschen gestorben. Aber ihr Beitrag zeigt sehr schön, was Apple der Menschheit wirklich gebracht hat. Apple hat durch sein geschlossenes Softwarekonzept den Faschismus wieder salonfähig gemacht. Jedes totalitäre Regime der Vergangenheit konnte von einem so perfekten Überwachungswerkzeug nur träumen. Jedes ihrer Gespräche, nicht nur Telefongespräche, kann mittels Siri automatisch überwacht und analyisert werden, ihre Standort und ihre Bewegungsprofile sind bekannt, genauso wie ihre Privatbilder und sozialen Kontakte. Freund und Feind sind bekannt, ihre Vorlieben, ihr Musikgeschmack und ihre Bücher, falls sie überhaupt noch lesen. Die angebotenen Inhalte werden von der Apple Konzernleitung ausgewählt und ggf. zensiert. Wer nicht mit diesen Herren und ihren Inhalten konform gehen sollte, der wird ihren Zorn spüren - wie Sie sehr richtig gedroht haben. Das Hauptproblem des NSA und des CIA bei der Liquidierung von Saddam Hussein, Gaddafi und Bin-Laden und wohl auch bei Baschar al-Assad und Ahmadinedschad dürfte wohl (gewesen) sein, dass sie alle kein iPhone benutz(t)en. Denn sonst hätte man sie geortet und mit einer Cruise Missile, einer ferngesteuerten Drohne oder den Einsatzkommandos einer der vielen US Terrororganisationen frühzeitig liquidiert. Dieses Privileg wird Ihnen als unwichtiger Mitläufer sicherlich nicht zuteil. Ich wünsche Ihnen aber trotzdem noch viel Freude mit ihrem Volksempfänger aus Cupertino.

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