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23.06.2011

13:27 Uhr

Qualität im Netz

„GuttenPlag Wiki“ gewinnt Grimme Online Award

Hohe Auszeichnung für die Plagiatsjäger im Netz: Die von mehr als 1.000 Freiwilligen dokumentierten Plagiate in der Doktorarbeit des Politikers zu Guttenberg wurde als beispielhaftes Projekt für die Zusammenarbeit im Netz gewürdigt.

Die Internetseite "GuttenPlag Wiki" wird mit dem Grimme Online Award für publizistische Qualität im Netz gewürdigt. Quelle: dpa

Die Internetseite "GuttenPlag Wiki" wird mit dem Grimme Online Award für publizistische Qualität im Netz gewürdigt.

KölnDas „GuttenPlag Wiki“ ist eines von acht Internet-Projekten, die den renommierten Grimme Online Award für publizistische Qualität im Netz erhalten haben. „Die diesjährigen Preise belegen, welche Bandbreite es im Internet gibt“, sagte Uwe Kammann, Leiter des Adolf-Grimme-Instituts bei der Verleihung am Mittwochabend in Köln. Dies gelte auch für die Gestalter und Anbieter der Online-Angebote. „Sie müssen nicht unbedingt starke Häuser hinter sich haben, sondern bieten oft auch bei kleinster Besetzung und höchst individueller Leistung hervorragende publizistische Inhalte und Formen.“ Das Netz sei innovativ, kreativ, politisch und zudem ein wichtiges Element einer kollektiven Kontrolle und individuellen Teilhabe.

Im „GuttenPlag Wiki“ entdeckten mehr als 1.000 freiwillige Helfer zahlreiche Plagiate in der Doktorarbeit des ehemaligen Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg und machten die Textstellen kenntlich. Dafür gab es den Preis in der Kategorie „Spezial“. Die Jury hob die faire und unvoreingenommene Arbeitsweise der Administratoren des Wikis hervor. „Das Projekt macht deutlich, dass Textvergleiche gut kollaborativ organisiert werden können und welche Möglichkeiten das Web für gemeinsames Arbeiten bietet.“ Ebenfalls in der Kategorie „Spezial“ wurde das Projekt „Verräterisches Handy: Was Vorratsdaten über uns verraten“ prämiert.

Hierfür hat „Zeit Online“ die bei einem Telefonanbieter gespeicherten und im Netz frei verfügbaren Daten des Politikers Malte Spitz zu einem persönlichen Profil in Form einer interaktiven Karte zusammengesetzt. Dabei konnten die Nutzer alle Aufenthaltsorte, Telefonate und SMS-Mitteilungen des Grünen-Politikers nachvollziehen. In der Kategorie „Information“ würdigte die Jury zwei Angebote, die nutzerfreundlich umgesetzte und fundierte Hintergrundinformationen bieten: Das Anwalt-Blog „law blog“ und die Website zum Wissensprogramm des Deutschlandradios, „DRadio Wissen“.

Kommentare (1)

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VISITOR

23.06.2011, 14:16 Uhr

Erfreulich, dass es Institutionen gibt, die den frischen Wind, den das Internet in unsere von Korruption und Betrug bedrohte Demokratie bringt, erkennen und würdigen! Wie wichtig es ist, nicht nur Menschenrechtssituationen in China oder Afrika in die Öffentlichkeit zu tragen, sondern auch einige Sümpfe bei uns trocken zu legen, sieht man! Die Intelligenz, die im virtuell organisierten Projekt "GuttenPlagWiki" steckt, ist enorm, die meisten professionellen IV-Projektdienstleister wären hier überfordert!

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