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10.11.2011

10:25 Uhr

Quartalsbilanz

Telekom spart sich zu überraschend hohem Gewinn

Vodafone hat mit starken Zahlen vorgelegt - heute kann die Telekom nachziehen: Der Bonner Konzern verdient mehr als erwartet. Allerdings nicht in erster Linie dank eines gut laufendes Geschäftes.

Bei der Telekom wird gespart - und das zahlt sich aus. dpa

Bei der Telekom wird gespart - und das zahlt sich aus.

BonnDie Deutsche Telekom hat dank eines harten Sparkurses ihren Gewinn überraschend gesteigert. Der Überschuss stieg im dritten Quartal um 15 Prozent auf 1,07 Milliarden Euro, wie der Bonner Konzern am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten mit lediglich 820 Millionen Euro gerechnet, was einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr entsprochen hätte. Entscheidend zu dem Gewinnplus beigetragen habe, dass die Kosten seit Jahresanfang um 1,5 Milliarden Euro gedrückt werden konnten, erklärte die Telekom.

Angesichts der trüben Konjunkturaussichten auf vielen Märkten hält der ehemalige Staatsmonopolist an dem Ziel fest, seine Ausgaben von 2010 bis 2012 insgesamt um 4,2 Milliarden Euro zu drücken. „In unseren Anstrengungen dürfen wir nicht nachlassen, da die Herausforderungen noch wachsen werden“, sagte Konzernchef Rene Obermann. Gegenwind gab es vor allem im wichtigen Deutschland-Geschäft. Wegen einer Gebührensenkung im Mobilfunk ging der operative Gewinn hier um ein Prozent auf 2,5 Milliarden Euro zurück - der Deutschland-Umsatz schrumpfte sogar um fünf Prozent auf sechs Milliarden Euro.

Die griechische Deutsche-Telekom- -Tochter OTE hat in Folge der Schuldenkrise im abgelaufenen Quartal einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Der Überschuss des Konzerns betrug in den vergangenen drei Monaten 104,4 Millionen Euro, wie OTE am Donnerstag mitteilte. Dies entsprach einem Minus von 17,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Von Reuters befragte Analysten hatten im Durchschnitt allerdings nur mit 97,6 Millionen Euro gerechnet. OTE ist der größte Telekom-Anbieter in Südosteuropa. Die Deutsche Telekom hält an den Griechen einen Anteil von 40 Prozent. Die Bonner waren bei OTE 2008 in der Hoffnung eingestiegen, vom Wachstum in Südosteuropa profitieren zu können. Mittlerweile hat die Telekom aber bereits 1,8 Milliarden Euro der Investition abschreiben müssen.

Kommentare (4)

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10.11.2011, 07:10 Uhr

Verrueckte Welt...200 Mil Euro mehr in 3 Monaten und das ist den Analysten und der Presse immer noch nicht genug?

Rene

10.11.2011, 07:53 Uhr

Weil es durch Kostensenkungen entstanden ist.

Wer heute Investitionen streicht, hat morgen weniger Umsatz, muß übermorgen noch mehr Investitionen streichen, hat überübermorgen weniger Umsatz...

Ich verstehe nicht, wieso die Weisen der deutschen Wirtschaftsführung und der Wirtschaftspresse/Analysten diesen Teufelskreis nicht verstehen und ihnen predigen und preisen...

Basiswissen aus dem 1. Semester BWL: Am Anfang des Erfolges steht die Investition. Nicht das Investitionsstreichen.

Ohh

10.11.2011, 08:20 Uhr

Aber nicht jede Investition führt zum Erfolg.
2.Semester BWL: Vorlesung "Finanzierung - Investition".

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