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17.01.2007

09:23 Uhr

Quartalszahlen

Chip-Krieg setzt Intel zu

Wenige Tage nach einer Gewinnwarnung des Erzrivalen AMD hat Intel seine Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2006 vorgelegt. Hat sich Intels Reorganisation positiv niedergeschlagen, konnten neue Highend-Chips den Verlust von Marktanteilen stoppen, wie stark hat sich der Preiskrieg ausgewirkt? Die Antworten fielen gemischt aus.

Chipproduktion im Reinraum bei Intel in Santa Clara (Kalifornien). Foto: ap ap

Chipproduktion im Reinraum bei Intel in Santa Clara (Kalifornien). Foto: ap

je/HB SANTA CLARA. Intel meldete am Dienstagabend nach US-Börsenschluss für das vierte Quartal Erlöse von 9,7 Mrd. Dollar, 5 Prozent weniger als im Vorjahr, aber am oberen Ende aktueller Erwartungen. Der Reingewinn von 1,5 Mrd. Dollar oder 26 Cents pro Aktie war knapp 40 Prozent niedriger als vor einem Jahr, lag aber leicht über den Prognosen von 25 Cents. Ohne die Belastungen durch Arbeitsentgelte in Form von Aktien und Optionen verdiente der Konzern netto 1,7 Mrd. Dollar oder 30 Cents pro Anteil.

Gegenüber dem dritten Quartal konnte Intel seine Ergebnisse durch die Bank verbessern, wobei der Anstieg der Brutto-Gewinnmarge von 49,1 auf 49,6 Prozent mager ausfiel. Intel begründete dies mit Abschreibungen und Sonderlasten, die die positiven Effekte höherer Chip-Preise zum Teil kompensiert hätten.

Enttäuscht zeigte sich Wall Street aber vor allem von der Prognose für das laufende Quartal, die mit Erlösen zwischen 8,7 und 9,3 Mrd. Dollar und einer Bruttomarge von 49 Prozent sehr konservativ ausfiel. Der Kurs gab im nachbörslichen Handel nach.

Das Unternehmen profitierte im abgelaufenen Vierteljahr von neuen Prozessoren und konnte damit einen höheren Durchschnittspreis erzielen. Damit entwickelte sich das Geschäft anders als beim Rivalen AMD, dessen Durchschnittspreis zuletzt gefallen war. Aus diesem Grund musste AMD vor wenigen Tagen eine Gewinn- und Umsatzwarnung aussprechen.

Die beiden Konzerne liefern sich seit Jahren einen heftigen Preiskampf. In jüngster Vergangenheit hatte AMD dem wesentlich größeren Rivalen Intel Marktanteile abgenommen. Grund waren vor allem neue Prozessoren mit zwei statt einem Rechenkern. Doch Intel zog gleich. Nun sind die ersten Chips mit vier Kernen am Markt und der Kampf geht in eine neue Runde. Intel liefert Prozessoren für etwa drei Viertel der weltweit verkauften Computer.

Für das Gesamtjahr 2006 meldet Intel einen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr um 9 Prozent auf 35,4 Mrd. Dollar. Der Reingewinn fiel um 42 Prozent auf 5 Mrd. Dollar.

Zugleich will Intel einem Medienbericht zufolge Ebay Konkurrenz machen und bei der Firstgate Holding und deren Online-Bezahldienst Click and Buy einsteigen. Das berichtet das Nachrichtenportal „WELT.de“ am Mittwoch unter Berufung auf das Umfeld des Unternehmens. Intel tritt über seine Investmenttochter Intel Capital als Minderheitsaktionär neben dem T- Online Venture Fond und der Beteiligungsgesellschaft 3i auf. Hauptanteilseigner von Click and Buy bleiben zwei Schweizer Familien sowie Unternehmensgründer und Geschäftsführer Norbert Stangl.

Beide Unternehmen sehen den Schritt vor allem als strategische Partnerschaft. So ist Intel Capital weltweit an mehr als 100 Firmen im Hard- und Softwarebereich beteiligt. Dort will Click and Buy jetzt als Internet-Bezahlsystem zum Zuge kommen. Zudem plant Click and Buy, weltweit zu expandieren. Bislang ist das Unternehmen hauptsächlich in Europa und den USA aktiv. In diesem Jahr will der Bezahldienst auf den lateinamerikanischen und den asiatischen Markt vorstoßen.

Intel wiederum möchte mit dem Einstieg bei Click and Buy seinen Vertrieb stärken. So bietet der Chiphersteller über seine PC-Plattform „Viiv“ seit einigen Monaten Filme und Musik von Partnerfirmen an. Um in diesem Segment stärker zu wachsen, benötigt der US-Konzern ein zuverlässiges Abrechnungssystem. „Click and Buy ist ein vertrauenswürdiges, sicheres und bequemes Bezahlsystem. Und es wird bald weltweit führend sein“, heißt es bei Intel Capital.

In Deutschland konkurriert Click and Buy vor allem mit dem Ebay-Tochterunternehmen Paypal. Paypal habe weltweit mehr als 70 Mill. Kunden, in Deutschland seien es mehr als drei Millionen, schreibt „Welt.de“.

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