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27.04.2016

05:59 Uhr

Quartalszahlen ernüchtern

Apple verkauft erstmals weniger iPhones

VonBritta Weddeling

Seit 2003 hatte Apple den Umsatz Quartal für Quartal gesteigert. Doch mit dem ersten Rückgang beim iPhone-Absatz brach diese Serie nun ab. Der IT-Konzern hat sich in eine gefährliche Abhängigkeit gebracht.

Enttäuschende Quartalszahlen

Ende der Rekordjagd: Apple bricht unter Konkurrenz zusammen

Enttäuschende Quartalszahlen: Ende der Rekordjagd: Apple bricht unter Konkurrenz zusammen

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San FranciscoTim Cook hat inzwischen das Vokabular gewechselt. Üblicherweise dominieren in den Aussagen des Apple-Chefs „toll”, „großartig” und immer wieder: „fantastisch”. Nun fabuliert der Mann von „optimistisch”, „schwierig” und „Gegenwind”. Und das mit gutem Grund.

Das Wachstum stockt. In der Geschichte von Apple ist das eine Zäsur. Erstmals seit Einführung im Jahr 2007 verkauft Apple weniger iPhones als im gleichen Quartal des Vorjahres. Nur 51,19 Millionen Stück waren es dieses Mal, das entspricht einem Minus von 16,3 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr mit 61,17 Millionen Geräten.

Es ist ein Absturz mit Ansage. Der iPhone-Boom würde nicht ewig anhalten, das war klar. Apple selbst hatte davor gewarnt anlässlich der Rekordzahlen von iPhone 6 und iPhone 6 Plus im Januar, als die Firma einen Gewinn von 18,4 Milliarden Dollar einfuhr.

Apple verkauft weniger iPhones – ist der Hype zu Ende?

Doch der aktuelle Umsatz lag mit einem Minus von 13 Prozent und 50,6 Milliarden Dollar dann doch noch unter den ohnehin geringen Erwartungen der Analysten, die 52 Milliarden Dollar (45 Milliarden Euro) prognostiziert hatten. Apples Börsenkurs rutschte nachbörslich zeitweise um mehr als sieben Prozent ab.

Die Ausschüttungen an die Anleger werden nun um weitere 50 Milliarden Dollar erhöht. Damit summieren sie sich auf 250 Milliarden Dollar. Die Quartalsdividende hob Apple von 54 auf 57 US-Cent pro Aktie an. Der Konzern kündigte außerdem an, sein Aktienrückkaufprogramm von 140 auf 175 Milliarden Dollar aufzustocken.

Die Gründe für den Abstieg sind klar. Apple hat sich in eine gefährliche Abhängigkeit gebracht. Zwei Drittel der Umsätze des Konzerns hängen am iPhone. Ist die Nachfrage hoch, wie vergangenes Jahr, ist das kein Problem. Schwierig wird es, wenn das Wachstum schwächelt, so wie derzeit. Dann rächt sich, dass der Konzern kein finanziell starkes zweites Standbein für sein Geschäft gefunden hat.

Kommentare (11)

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Herr Marc Otto

27.04.2016, 09:28 Uhr

Trotzdem ist es erfreulich, wenn man sieht, dass der alte, gute Name noch so lange nachwirkt. Fast alles, was Apple einmal ausgezeichnet hat, besonders aber die Vorreiter-Rolle in Sachen der Innovation, ist nicht mehr erkennbar. Aber die Fans halten treu zur Stange.

Ich bin gespannt, wie lange das noch nachwirken wird.
Trotzdem wünsche ich dieser Firma viel Erfolg.

Herr Hans Mayer

27.04.2016, 09:57 Uhr

Apple sollte beim Bundestrampel aus der Uckermark vorsprechen, eine Kaufprämie für eines ihrer Geräte käme doch sehr gelegen, jetzt wo bereits jeder mindestens 3 Handys hat.
Ist ja schließlich ein US Konzern, denen kann man schon mal helfen.

Account gelöscht!

27.04.2016, 10:04 Uhr

Ob Apple was verkauft oder nicht ist egal, in der EU und in den Staaten werden die
Geräte nicht gebaut, so daß die Wertschöpfung in Asien liegt und davon kann sich hier keiner etwas kaufen.

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