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25.07.2013

00:49 Uhr

Quartalszahlen

Facebook sorgt für Überraschung

Nach dem Auf und Ab seit dem Börsengang haben Anleger wieder skeptisch auf die Quartalszahlen von Facebook gewartet. Doch das Online-Netzwerk verblüffte selbst Analysten mit seinen Umsatz- und Nutzerzahlen.

Facebook hat am Mittwoch seine Quartalszahlen vorgelegt.

Facebook hat am Mittwoch seine Quartalszahlen vorgelegt.

Menlo Park/New YorkFacebook versöhnt nach dem holprigen Börsendebüt vor einem Jahr langsam die Anleger: Weil das weltgrößte Soziale Online-Netzwerk im zweiten Quartal mehr Nutzer und Werbekunden gewinnen konnte als von Analysten erwartet, schoss die Aktie nachbörslich um 20 Prozent hoch auf 32 Dollar. Das ist nicht mehr weit entfernt von den 38 Dollar, die das Papier beim Börsengang kostete.

„Wir haben gute Fortschritte dabei gemacht, unsere Nutzerzahl zu vergrößern und die Beteiligung zu steigern“, erklärte Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg am Mittwoch am Sitz im kalifornischen Menlo Park. Das Netzwerk hat inzwischen 1,15 Milliarden aktive Nutzer im Monat, ein gutes Fünftel mehr als noch vor einem Jahr.

Noch stärker stieg die Zahl derjenigen, die täglich vorbeischauen. Das sind fast 700 Millionen. Analysten hatten befürchtet, dass sich Nutzer angesichts zahlreicher anderer Dienste wie WhatsApp oder Pinterest von Facebook verabschieden könnten.

Facebook in Zahlen

Transparenz dank Börsengang

Facebook war lange verschwiegen, wenn es um die Geschäftszahlen ging. Das hat sich mit dem Börsengang im Mai 2012 geändert – nun muss das Unternehmen die Börsianer genau informieren. Die Dokumente offenbaren zudem einen Blick in die ersten Jahre des Sozialen Netzwerks. Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick.

Schon früh profitabel

In den ersten Jahren verlor Facebook zwar Geld – wie fast alle Startups. Doch schon 2009 erreichte das Unternehmen mit einem Gewinn von 229 Millionen Dollar die schwarzen Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte Facebook 7,9 Milliarden Dollar Umsatz aus Werbung und Online-Spielen und verdienten 1,5 Milliarden Dollar Gewinn. Damit hängt das Netzwerk Internet-Urgesteine wie AOL und Yahoo längst ab.

Werbung als wichtigste Geldquelle

Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. Zuletzt lag der Anteil bei rund 90 Prozent. Der Rest resultiert vor allem daraus, dass Facebook an den Einnahmen aus Online-Spielen beteiligt wird. Im ersten Quartal 2014 schnellte der Umsatz um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar hoch, der Gewinn verdreifachte sich auf 642 Millionen Dollar.

Beispielloses Wachstum

Facebook hat ein beispielloses Wachstum hinter sich: Binnen zehn Jahren ist die Zahl der aktiven Nutzer auf 1,28 Milliarden gewachsen, das entspricht grob der Hälfte der globalen Internet-Population.

Zuckerberg hat die Kontrolle

Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hat Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen haben.

Dominant in aller Welt

Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte Soziale Netzwerk – nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren.

Keine Chance für StudiVZ

Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer 1. Nach jüngsten Schätzungen des Portals allfacebook.com hat Facebook hierzulande 27 Millionen aktive Mitglieder.

Riese Datenmengen

Facebook ist ein Daten-Riese: Das Soziale Netzwerk verarbeitet (nach Zahlen aus dem August) jeden Tag mehr als 500 Terabyte. Einen großen Teil machen die 300 Millionen Bilder aus, die die Nutzer hochladen.

Je mehr Zeit die Nutzer bei Facebook verbringen, desto wertvoller werden sie für das Unternehmen, das sich vor allem über Werbung finanziert. Zuckerberg hob dabei vor allem das Geschäft auf Smartphones und Tablet-Computern hervor, was lange die Achillesferse war. Eine überarbeitete App und neue Werbeformate haben die Einnahmen hier steigen lassen.

Das Unternehmen erzielt mittlerweile 41 Prozent seiner wichtigen Werbeeinnahmen über mobile Geräte. Vor einem dreiviertel Jahr waren es erst 14 Prozent. „Wir werden schon bald mehr Umsatz über mobile Geräte einfahren als über Computer“, sagte Zuckerberg in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Mehr als 800 Millionen Nutzer greifen bereits über Smartphone oder Tablet auf Facebook zu. „Die Leute verbringen mehr Zeit bei Facebook als jemals zuvor.“

Branchenexperten zeigten sich erfreut über die wachsende Bedeutung der Einnahmen aus dem mobilen Geschäft. "Das Unternehmen durchläuft den Übergang zu mobiler Werbung erfolgreich, und die Werbeformate funktionieren richtig gut", sagte Analyst Arvind Bhatia von Sterne Agee.

Kommentare (5)

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Klaus

24.07.2013, 23:23 Uhr

Noch verdient dieses Spitzelunternehmen auch noch an der Naivität seiner Nutzer. Nur wie lange noch?

Komparationsuebung

24.07.2013, 23:41 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

25.07.2013, 06:08 Uhr

Facebook wird derzeit mit dem fünfzigfachen des Jahresgewinns bewertet.Dividende?Fehlanzeige!Eine reine Wette auf die Zukunft also.

Ein weiteres Beispiel dafür,dass wir uns nicht am Beginn sondern eher am Ende eines Zyklus befinden.

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