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24.04.2012

06:18 Uhr

Quartalszahlen

Facebooks Wachstum fordert hohen Tribut

VonMartin Dowideit

Kurz vor dem geplanten Börsengang Mitte Mai hat das soziale Netzwerk Facebook den Börsenprospekt aktualisiert. Die Zahlen zum ersten Quartal zeigen: Das starke Wachstum und die Vorbereitung auf den IPO haben ihren Preis.

Mitte Mai will Facebook an die Börse und hat am Montag Quartalszahlen vorgelegt. dapd

Mitte Mai will Facebook an die Börse und hat am Montag Quartalszahlen vorgelegt.

Menlo ParkIn den ersten drei Monaten des laufenden Jahres hat das soziale Netzwerk Facebook einen Umsatz von 1,06 Milliarden Dollar (764 Millionen Euro) erzielt. Das waren 44 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie aus einem aktualisierten Börsenprospekt des Unternehmens hervorgeht, der am Montagabend veröffentlicht wurde.

Im vierten Quartal vergangenen Jahres hatte der Umsatz mit 1,13 Milliarden Dollar etwas über dem Wert des jüngsten Dreimonatszeitraums gelegen. Der Gewinn im ersten Quartal 2012 betrug unter dem Strich 205 Millionen Dollar (156 Millionen Euro). Das waren zwölf Prozent weniger als vor Jahresfrist.

„Das musste irgendwann geschehen“, sagt Anupam Palit von GreenCrest Capital zum Umsatz. Das Wachstum werde sich verlangsamen. Brian Wieser von der Pivotal Research Group wies darauf hin, dass Facebook als ein Unternehmen wahrgenommen werde, das sehr schnell wachse. Unter diesen Umständen bereite jede Wachstumsschwäche - „egal ob in Folge oder jährlich“ - den Investoren Sorge.

Ein Grund für den Ergebnisrückgang sind höhere Marketingausgaben, die sich auf 159 Millionen Dollar mehr als verdoppelt haben. Die Entwicklungsausgaben stiegen noch stärker an. Gleichzeitig schnellten die in Form von Aktien gewährten Prämien an die Mitarbeiter auf über 100 Millionen Dollar in die Höhe.

Fakten aus dem Facebook-Börsenprospekt

Online-Spiele

Im ursprünglichen Börsenprospekt hatte Facebook berichtet, im Jahr 2011 insgesamt zwölf Prozent seines Umsatezs aus einer Kooperation mit dem Online-Spieleentwickler Zynga („Farmville“) erzielt zu haben. In der aktualisierten Variante ist von 19 Prozent des Umsatzes im Jahr 2011 die Rede und von 15 Prozent im ersten Quartal 2012.

Nutzerzahlen in Europa

Monatliche aktive Nutzer (Wachstum gegenüber Vorjahr in Prozent)

Ende März 2009 - 71 Millionen

Ende März 2010 - 138 Millionen (+94%)

Ende März 2011 - 201 Millionen (+46%)

Ende März 2012 - 241 Millionen (+20%)

Facebook in Deutschland

Im keine zwei Monate alten ursprünglichen Börsenprospekt hatte Facebook noch davon gesprochen, in Deutschland 20-30 Prozent der Internetnutzer zu erreichen.

Mittlerweile schätzt das Unternehmen seine „Durchdringungsrate“ auf 30 bis 40 Prozent.

Am stärksten seien die Raten in Chile, Türkei und Venezuela mit einem Anteil von über 85 Prozent.

Umsatz in Europa

Das Schlussquartal 2011 war bislang das umsatzstärkste für Facebook in Europa mit einem Umsatz von 306 Millionen Dollar (233 Millionen Euro). Im ersten Quartal 2012 kommt das Unternehmen auf 274 Millionen Dollar (208 Millionen Euro).

Facebook plant in den kommenden Wochen einen Börsengang, bei dem voraussichtlich fünf Milliarden Dollar erlöst werden sollen. Die Bewertung des gesamten Unternehmens wird auf bis zu 100 Milliarden Dollar geschätzt. Zuletzt hatte das Unternehmen für Schlagzeilen gesorgt, da es den Bilderdienst Instagram für eine Milliarde Dollar gekauft hat. Dem Prospekt zufolge flossen 300 Millionen Dollar in bar, der Rest wurde in Aktien bezahlt. Außerdem erwirbt Facebook für 550 Millionen Dollar mehrere hundert Patente vom Software-Konzern Microsoft.

Dem Prospekt ist auch zu entnehmen, dass die Zahl der Nutzer weiter deutlich steigt. Habe es Ende 2011 noch täglich durchschnittlich 483 Millionen aktive Nutzer gegeben, seien es drei Monate später bereits 526 Millionen gewesen. Das entspricht einem Zuwachs von fast neun Prozent. Gegenüber dem Vorjahr wurde ein Plus von 41 Prozent verzeichnet. Insgesamt sei die Schwelle von 900 Millionen aktiven Nutzern überschritten worden - das sind mehr als die Bevölkerungen der USA und der Europäischen Union zusammen.

3,2 Milliarden mal drückten die Nutzer pro Tag einen „Gefällt mir“-Knopf oder verfassten einen Kommentar auf einer Facebook-Seite - pro Sekunde entspricht das 37000 Interaktionen. Die Zahl der Mitarbeiter sei in den vergangenen zwölf Monaten um etwa 1100 auf 3539 gestiegen.

Mit Reuters

Kommentare (11)

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nalogisch

23.04.2012, 23:33 Uhr

Könnten noch weiter schrumpfen... und dann, wenn viele User und vor allem Unternehmen total an der Facebook-Nadel hängen, werden die das gebührenpflichtige Premium-Account einführen....
Von da an geht's dann wieder aufwärts.
(Siehe Business Models Ebay, Xing, etc....)

faceOFF

24.04.2012, 06:01 Uhr

Niemand stellt die moralische Frage zu Facebook: warum wird es zugelassen, dass ganze Intimszenen als Rache dort weltweit öffentlich, OHNE die Einwilligung der Protagonistin ablaufen (!!!)- gibt es dafür überhaupt schon einen Fachausdruck wie Stalking bei Telefon????; niemand, die/der Wirkung hat, protestiert gegen die ständige, fortdauernde, immer wieder neue Verletzung der ursprünglichsten Persönlichkeitsrechte in vielerlei Einzelfacetten durch natürliche Personen, wie hier primitiven Ursprungs! Das Ding ist noch lange nicht professionell, es schützt die Leute nicht sondern kollabiert sie in mächtige Troubles. Wie das Beispiel mit der einstigen Freundin zeigt, deren Intimbilder aus Wut in Facebook gestellt wurden, muss man dafür nicht aktiv sein, kann bis dahin völlig außen-vor sein. KRANK!!!

aruba

24.04.2012, 07:07 Uhr

[+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

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