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17.04.2014

09:39 Uhr

Quartalszahlen

Google enttäuscht trotz Umsatzsteigerung

Internet-Riese Google hat die Erwartungen der Anleger verfehlt: Dabei steigerte das Unternehmen im Jahresvergleich Umsatz und Gewinn. Doch auch wenn die Online-Werbung boomt - der Preis pro Klick ist gefallen.

Google hat seine Quartalszahlen vorgelegt - und blieb hinter den Erwartungen der Anleger. ap

Google hat seine Quartalszahlen vorgelegt - und blieb hinter den Erwartungen der Anleger.

Mountain ViewGoogle bekommt den Wandel seines Geschäfts durch den Vormarsch von Smartphones und Tablets zu spüren. Der Internet-Riese erlöst pro Klick auf eine Werbeanzeige im Schnitt immer weniger. Bisher wird das durch die steigende Nutzung mehr als ausgeglichen. Doch Google verdiente im ersten Quartal weniger als Analysten erwartet hatten. Die Aktie fiel am Mittwoch nach Börsenschluss zunächst um 5 Prozent und pendelte sich dann bei einem Minus von 3 Prozent ein.

„Wir haben ein weiteres großartiges Quartal erlebt“, verkündete Google-Chef Larry Page am Sitz im kalifornischen Mountain View. Die Zahlen gaben ihm auf den ersten Blick Recht: Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 19 Prozent auf 15,4 Milliarden Dollar (11,1 Mrd Euro). Der Gewinn legte um 3 Prozent auf annähernd 3,5 Milliarden Dollar zu.

Der nähere Blick auf den Geschäftsverlauf offenbarte aber Schwachpunkte: Der Preis, den Google pro Klick auf eine Anzeige erzielen konnte, lag um 9 Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums. Hintergrund ist die Verbreitung von Smartphones. Werbetreibende zahlen auf den Geräten mit ihren kleineren Bildschirme weniger Geld für einen Klick als auf einem PC.

Die Einkaufsliste von Google

DeepMind

Die neueste Errungenschaft von Google ist das britische Start-up DeepMind, das sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Schon seit langem wurde spekuliert, Google könnte zu Methoden der künstlichen Intelligenz greifen, um große Datenbestände besser auszuwerten. Im Januar 2014 hat der Konzern dann zugegriffen.

Motorola

Im Sommer 2011 kaufte Google für 12,5 Milliarden Dollar den Handy-Hersteller Motorola. Es war die erste große Transaktion, um Google auch im Hardware-Geschäft zu etablieren. Nach weniger als zwei Jahren stieß der Konzern das Geschäft aber wieder ab und verkaufte es an den chinesischen Elektronikhersteller Lenovo. Die meisten Patente zum Schutz seines Betriebssystems Android behielt Google indes.

Nest

Erst 2011 ging das Start-up Nest an den Start, überzeugte aber mit seinen elektronischen Haushaltsprodukten wie Thermostaten oder Rauchmeldern. Anfang 2014 schlug Google zu und verleibte sich die Firma für 3,2 Milliarden Dollar ein.

Doubleclick

Im Online-Werbemarkt ist Google ein Gigant. Um die eigene Position zu festigen, griff der Konzern im Jahr 2007 zu und kaufte für 3,1 Milliarden Dollar den Vermarktungsspezialisten Doubleclick.

YouTube

Für damals abenteuerlich erscheinende 1,65 Milliarden Dollar kaufte Google im Oktober 2006 die Online-Videoplattform YouTube. Seit Jahren ist es eine erfolgreiche Plattform zum Vertrieb von Video-Anzeigen.

Waze

Fast eine Milliarde Dollar war Google im Sommer 2013 der israelische Spezialist für Navigationssoftware Waze wert. Mit der Software können von unterwegs in Echtzeit Informationen über Verkehrsstörungen übertragen werden.

Android

Ein Beispiel für einen kleineren Zukauf mit großen folgen, war die Akquisition der Firma Android im August 2005 – für geschätzte 50 Millionen Dollar. Der Name setzte sich durch und wurde zum heute allgegenwätigen Google-Betriebssytem für mobile Geräte.

Zagat

Einer der bekanntesten Herausgeber von Restaurantführern kam im Herbst 2011 unter die Google-Fittiche. Für etwa 150 Millionen Dollar kaufte Google Zagat, eine Firma, die Nutzerkritiken zu Restaurant und Geschäften sammelte und aufbereitete. Die Informationen flossen in den Kartendienst Google Maps ein.

Boston Dynamics

Der Roboter-Hersteller sorgte im Internet für Aufsehen mit einem Roboter, der sich wie eine Katze fortbewegt – und das in respektabler Geschwindigkeit und mit großer Wendigkeit. Seit Ende 2013 gehört das Unternehmen zu Google. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.

Skybox Imaging

Google stärkt im Juni 2014 seine digitalen Kartendienste mit dem Kauf des Satelliten-Spezialisten Skybox Imaging, der Bilder aus dem All in hoher Auflösung erstellt. Der Preis liegt bei 500 Millionen Dollar in bar.

Online-Werbung an sich boomt aber. Google konnte 26 Prozent mehr bezahlte Klicks verbuchen. Ausgangspunkt sind zum einen Textanzeigen bei Suchmaschinen-Ergebnissen und zum anderen grafische Anzeigen, die sogenannten Banner. Große Konkurrenten auf dem Markt sind Facebook und Yahoo. Letzterer hatte am Vortag einen stagnierenden Umsatz vermeldet, Facebook legt seine Geschäftszahlen in der kommenden Woche vor.

Google verdient sein Geld immer noch vor allem mit Klicks auf Anzeigen im Umfeld der Internet-Suche. Der Internet-Riese baute neben der Suchmaschine aber bereits weitere Bereiche auf wie das Smartphone-Betriebssystem Android, die Datenbrille Google Glass oder die Online-Bürosoftware Google Apps. Der Konzern ist auch einer der Vorreiter bei selbstfahrenden Autos. Erst in dieser Woche übernahm Google zudem einen Hersteller von Drohnen; der Konzern will mit Hilfe der Fluggeräte Internet in entlegene Gebiete bringen.

Kommentare (1)

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17.04.2014, 09:42 Uhr

Auch Google stösst an Grenzen, wie man hier sieht. Dabei hatte doch der Springer-Chef gestern das große Ungeheuer beschrieben, wobei in Wahrheit seinem Allerweltskonzern nur die Felle davon schwimmen.

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