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19.04.2012

15:05 Uhr

Quartalszahlen

Nokia und NSN schockieren mit Milliardenverlust

Der finnische Handy-Hersteller Nokia hat im ersten Quartal ein Minus von fast einer Milliarde Euro eingefahren. Das Börsenkurs ist eingebrochen und die Tochter Nokia Siemens trifft es nach dem Job-Kahlschlag noch härter.

Nokia-Chef Stephen Elop bei Vorstellung des Lumia-Modells. Reuters

Nokia-Chef Stephen Elop bei Vorstellung des Lumia-Modells.

Espoo/MünchenNokia wird nach einem desaströsen Jahresstart seinen Sparkurs verschärfen. Der strauchelnde finnische Handypionier rutschte im ersten Quartal operativ mit 1,34 Milliarden Euro in die roten
Zahlen. Damit steht in Frage, ob der Konzern in diesem Jahr überhaupt noch die Kehrtwende schaffen kann. Nokia-Chef Stephen Elop versucht es mit noch härteren und schnelleren Einsparungen.

Nokia gelingt es bislang trotz einer Smartphone-Offensive mit Windows -Modellen nicht, sich ein Stück vom Kuchen des rasant wachsenden Geschäfts abzuschneiden. Während Rivalen wie Apple und Samsung Electronics regelmäßig Rekorde knacken, wartet Nokia mit nicht endenden Negativschlagzeilen auf. Erst in der vergangenen Woche hatten die Finnen erklärt, in den beiden ersten Quartalen nicht aus der Verlustzone herauszukommen.

Analysten sehen immense Schwierigkeiten, dass es Nokia bald gelingt, das Ruder herumzureißen. „Es muss eine echte Trendwende in der zweiten Jahreshälfte geben oder es werden ernsthafte Fragen über Nokias Zukunft aufkommen“, sagte Ben Wood von CCS Insight. Die Nokia-Aktie gab rund zwei Prozent und fiel unter die Marke von drei Euro. Bereits in der vergangenen Woche war das Papier auf den niedrigsten Stand seit 1997 gefallen. Seit Februar 2011 ist der Kurs um mehr als 50 Prozent eingebrochen.

Auch die Nokia-Hoffnungsträger, die mit der Windows-Betriebsoftware laufenden Lumia-Modelle, geben bisher nicht die gewünschten Absatzimpulse. Dazu trugen auch Probleme bei der Datenübertragung des als iPhone-Konkurrent beworbenen Modells Lumia 900 bei. „Wir haben die Erwartungen in Märkten einschließlich der USA übertroffen, aber es war schwieriger als angenommen in bestimmten Ländern wie beispielsweise Großbritannien, den Absatz in Gang zu bringen“, fasste Elop zusammen. Er sei trotzdem zufrieden mit der Strategie.

Noch scheint Elop, der 2010 von Microsoft zu Nokia wechselte, fest im Sattel zu sitzen. Sein Vertriebschef Colin Giles musste wegen der anhaltenden Schwierigkeiten nun jedoch seinen Hut nehmen. Seit Elop das Ruder bei Nokia übernahm, hat er den Abbau von 30.000 Arbeitsplätzen angekündigt, etwa ein Viertel der derzeitigen Belegschaft. Details zu dem nun angekündigten verschärften Sparkurs will Elop so bald wie möglich öffentlich machen.

Kommentare (2)

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19.04.2012, 13:46 Uhr

Die Kurse steigen oder fallen nach den Erwartungen Analysten. Wenn es nach Leistung ginge wäre diese Aktie stark gefallen.

Heinrich

19.04.2012, 15:55 Uhr

Genau so sehe ich das auch! Sie steigen und fallen nach einen Blick in die Glaskugel. Produkt und Leistung treten schon lange in den Hintergrund. Irgend jemand muss aufstehen und sagen: das Tablett ist der Hammer und die ganze Welt kauft es. Wen interessieren dabei die Arbeitsbedingungen der Produktionsarbeiter/innen? Keinen Menschen! Gier und Profit ist alles. Und ob das Ding auch was hergibt ist zweitrangig. Hauptsache man hat so ein fadenscheiniges Kultobjekt. Bei Schuhen und Autos ist da nicht anders. Eigentlich mit allem ist es nicht anders. Der ganze Konsum wird uns mal das Grausen lehren. Denn von dieser Art Konsum wird man nicht satt.

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