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28.04.2016

17:10 Uhr

Quartalszahlen

Playstation rettet Sony

Sony spielt sich gesund: Die Playstation wird zum Hoffnungsträger und soll dank virtueller Realität die Konkurrenz abhängen. Der schwache Smartphone-Markt bremst hingegen das lukrative Geschäft mit Kamera-Sensoren.

Für Sony wird die Spielekonsole Playstation als tragende Säule immer wichtiger. dpa

Sony

Für Sony wird die Spielekonsole Playstation als tragende Säule immer wichtiger.

TokioSony hat nach einer Durststrecke wieder ein Geschäftsjahr mit schwarzen Zahlen geschafft. Obwohl es im Schlussquartal einen Verlust gab, verdiente der japanische Elektronikriese in dem Ende März abgeschlossenen Finanzjahr noch 147 Milliarden Yen (rund 1,2 Milliarden Euro). Die Spielekonsole Playstation wird für Sony als tragende Säule immer wichtiger, während das lange Zeit lukrative Geschäft mit Kamera-Sensoren unter der Flaute im Smartphone-Markt litt.

Auf das Geschäft mit den Kamera-Modulen musste Sony zuletzt 59,6 Milliarden Yen (480 Millionen Euro) abschreiben - und das verhagelte auch die Zahlen der vergangenen drei Monate. Konzernweit gab es einen operativen Verlust von knapp 93 Milliarden Yen. Der Umsatz der Sparte mit den Kamera-Sensoren fiel um 15,5 Prozent auf 190 Milliarden Yen (1,5 Milliarden Euro).

Sony in der Dauerkrise

„One Sony“

Sony tut sich seit Jahren schwer. Als Kazuo Hirai Anfang 2012 den Chefposten übernahm, gab er die Devise „One Sony, One Management“ aus. Er will den japanischen Konzern in den drei Kernbereichen Smartphones, Digitalkameras und Computerspiele wieder zu einem schlagkräftigen Wettbewerber machen.

Ohne Partner im Smartphone-Geschäft

Große Hoffnung setzt Sony in das Smartphone-Geschäft. Deswegen übernahm der Konzern 2012 vom schwedischen Partner Ericcson dessen Anteile am schwächelnden Handy-Hersteller Sony Ericsson. Mit einem Angebot aus einer Hand will Sony gegen Wettbewerber wie Apple, Samsung und LG Boden gutmachen. Allerdings wird der Wettbewerb immer härter, chinesische Hersteller drängen mit günstigen Preisen in den Markt.

Eintritt ins Wohnzimmer

Mit seiner Playstation ist Sony unter Computerspielern eine feste Größe. Das neue Gerät, die seit Ende 2013 verkaufte Playstation 4, soll den Verkauf von Hardware und Software wieder ankurbeln. Das Geschäft läuft rund, Sony verkauft deutlich mehr Geräte als der Konkurrent Microsoft mit seiner Xbox One.

Probleme im Kamerageschäft

Das Kamerageschäft ist eine der drei großen Sony-Sparten, und auch hier tut sich der Konzern schwer. Der Absatz von Kameras und Camcordern sinkt, gerade kompakte Geräte leiden unter der Konkurrenz durch Smartphones. Allerdings profitiert Sony von der Nachfrage nach seinen Bildsensoren.

Raus aus dem PC-Markt

Der PC-Markt schrumpft – und Sony will nicht mehr mitschrumpfen: Der Konzern hat 2014 den Geschäftsbereich mit der Marke Vaio an einen Investmentfonds verkauft.

Keine Lösung fürs TV-Geschäft

Der Wettbewerb auf dem TV-Markt ist brutal – darunter leidet auch Sony, der Konzern schreibt mit Fernsehern seit Jahren Verluste. Nun gliedert er die Sparte in eine separate Gesellschaft aus. Was das Unternehmen damit plant, ist derzeit unklar.

Filmstudio leidet unter Cyberangriff

In den traditionellen Geschäftszweigen Film und Musik läuft es bei Sony meistens gut. Allerdings erschütterte Ende 2014 ein Hackerangriff das Hollywood-Studio Sony Pictures. Die Angreifer veröffentlichten zahlreiche vertrauliche Daten im Netz, darunter auch unveröffentlichte Filme und Skripte.

Kamera-Module für Smartphones sind in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen und ertragreichen Säule des Sony-Geschäfts geworden. Sie stecken in Modellen vieler Hersteller, unter anderem auch bei Samsung und in Apples iPhones. Aber im ersten Quartal dieses Jahres wuchs der Markt nicht mehr, was auch Sony als Zulieferer zu spüren bekam. Mit eigenen Smartphones ist der japanische Konzern ohnehin nur noch ein kleiner Player.

Im Spielegeschäft sprang der Quartalsumsatz dagegen um neun Prozent auf 315,5 Milliarden Yen (2,57 Milliarden Euro) hoch. Sony hat große Pläne für den Herbst: Dann kommt die Spezialbrille Playstation VR auf den Markt, mit der Nutzer von Sonys Spielekonsole in virtuelle Welten eintauchen können. Sony verkaufte bisher über 35 Millionen Geräte von seiner aktuellen Konsole Playstation 4 - deutlich mehr als die Rivalen Microsoft und Nintendo. Im vergangenen Geschäftsjahr stieg der Absatz der Playstation 4 von 14,8 auf 17,7 Millionen Geräte.

Die Elektronik-Sparte, die in der Vergangenheit immer wieder für hohe Verluste gesorgt hatte, bekam Konzernchef Kazuo Hirai nach einer harten Sanierung auf Jahressicht in die schwarzen Zahlen. Sonys Geschäft mit Musik und Filmen hat sich schon länger als stabiler Gewinnbringer etabliert.

Der Konzern wagt noch keine Prognose für das angebrochene Geschäftsjahr, da zunächst die Auswirkungen der kürzlichen Erdbebenkatastrophe im Südwesten Japans abgewogen werden müssten. Die vergangenen beiden Geschäftsjahre hatte Sony inmitten einer harten Sanierung mit roten Zahlen abgeschlossen, zuletzt hatte es ein dickes Minus von 125,9 Milliarden Yen gegeben. Der Umsatz sank im vergangenen Geschäftsjahr um 1,3 Prozent auf 8,2 Billionen Yen.

Von

dpa

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