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13.01.2011

17:58 Uhr

Quartalszahlen

SAP übertrifft die Erwartungen

SAP wollte mit den positiven Nachrichten offenbar nicht mehr zum eigentlichen Termin warten und hat seine Quartalszahlen überraschend schon heute vorgelegt. Europas größter Softwarehersteller konnte bei Umsatz und Gewinn deutlich zulegen. Das bewegte im späten Handel auch noch die Aktie.

Gute Nachrichten aus der Walldorfer Zentrale: SAP steigert den Gewinn. Quelle: dpa

Gute Nachrichten aus der Walldorfer Zentrale: SAP steigert den Gewinn.

HB STUTTGART. Europas größtes Softwarehaus SAP hat ein Jahr nach der tiefen Krise so viel Software verkauft wie nie zuvor. Nach einer Aufholjagd in den ersten drei Quartalen schnellten die Erlöse aus dem Verkauf neuer Lizenzen im Schlussquartal 2010 noch einmal deutlich nach oben und bescherten SAP ein Rekordergebnis, wie der Walldorfer Konzern überraschend am Donnerstag vor Börsenschluss mitteilte. Die Anleger jubelten und trieben den Kurs der SAP-Aktien um gut 3,5 Prozent nach oben, da SAP mit dem geschäftsträchtigen vierten Quartal die eigenen Absatzerwartungen für das Geschäftsjahr 2010 weit übertraf.

In dem Monaten Oktober bis Dezember verkaufte SAP Software und Wartungsdienste für rund 3,3 Milliarden Euro. Ohne Berücksichtigung von Wechselkurseffekten bedeutet das einen Zuwachs von 20 Prozent. Für das Gesamtjahr hatte der weltgrößte Anbieter von Software zur Steuerung betrieblicher Funktionen wie Einkauf, Produktion oder Kundenverwaltung einen Zuwachs bei den Lizenz- und Wartungserlösen von neun bis elf Prozent in Aussicht gestellt.

Mit dem Umsatzschub im vierten Quartal erreichte SAP 2010 ohne Berücksichtigung der Wechselkurseffekte Erlöse von 9,85 Milliarden Euro - ein Plus von 13 Prozent, das die Börsianer positiv überraschte. Der operative Gewinn kletterte 2010 auf 3,9 Milliarden Euro, im Krisenjahr 2009 waren es nur 2,6 Milliarden Euro gewesen. Mit 30,5 Prozent erreichte der Konzern bei der Marge eine Punktlandung, in Aussicht gestellt hatte SAP eine operative Rendite von 30 bis 31 Prozent.

Die Rekorde bei Umsatz- und Betriebsgewinn bescheren der neu installierten Führungsmannschaft viel Rückenwind. „Wir haben exzellentes Wachstum in allen Regionen und Kundensegmenten erreicht“, sagte Co-Vorstandschef Bill McDermott, der zusammen mit Jim Hagemann Snabe den alleinigen Vorstandschef Leo Apotheker abgelöst hat. „Dass die Restrukturierung keinen Druck für die Aktien erzeugt hat, ist aus meiner Sicht ein gutes Zeichen und stimmt mich optimistisch für SAP“, sagte Analyst Heino Ruland von Ruland Research. Der von SAP-Aufsichtsratschef Hasso Plattner geschasste Apotheker hat inzwischen den Chefposten beim US-Computerhersteller HP übernommen.

Weiter im Dunkeln ließ SAP die Anleger jedoch über die genaue Höhe der anstehenden Schadenersatzzahlung an den US-Wettbewerber Oracle für den Diebstahl von Software-Codes. Um welchen Betrag die für den jahrelangen Rechtsstreit gebildeten Rückstellungen erhöht werde, müsse noch kalkuliert werden, vertröstete der Konzern die Anleger. Ein US-Gericht hatte SAP Ende November zur Zahlung von umgerechnet einer Milliarde Euro an Oracle verurteilt. Zurückgestellt hat SAP dafür bisher nur umgerechnet 120 Millionen Euro.

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