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17.04.2013

12:38 Uhr

Quartalszahlen

Schwaches PC-Geschäft lässt Intel-Gewinn schrumpfen

Jahrelang eilte der Chipkonzern Intel von Rekord zu Rekord. Doch der Niedergang des Geschäfts mit Notebooks und Desktop-Computern trifft den Branchenprimus ins Mark. Intel sucht verstärkt nach neuen Einnahmequellen.

Intel hat im ersten Quartal weniger verdient. Reuters

Intel hat im ersten Quartal weniger verdient.

Santa ClaraDer Chip-Riese Intel gerät immer stärker in den Strudel der PC-Krise. Nach einem erneuten Gewinn- und Umsatzrückgang zu Jahresbeginn rechnet der US-Konzern auch im laufenden Quartal mit schwächeren Geschäften. Der scheidende Vorstandschef Paul Otellini hat daher die Investitionen für 2013 gekürzt - um rund eine Milliarde Dollar auf nunmehr zwölf Milliarden. Das Problem: Verbraucher lassen traditionelle Computer immer öfter links liegen und greifen lieber zu Tablet-Rechnern und Smartphones, die meist ohne "Intel inside" auskommen.

Im Auftaktquartal 2013 brach der Gewinn der Amerikaner binnen Jahresfrist um ein Drittel auf gut zwei Milliarden Dollar ein. Der Umsatz ging rund drei Prozent auf 12,6 Milliarden Dollar zurück. Schon im vierten Quartal 2012 mit dem für die Technologiebranche wichtigen Weihnachtsgeschäft waren Gewinn und Umsatz in ähnlichem Umfang gesunken. Im laufenden Vierteljahr peilt das Unternehmen Erlöse von rund 13 Milliarden Dollar an.

Marktforscher: „Windows 8 hat versagt“

Marktforscher

„Windows 8 hat versagt“

Der Marktforschungsfirma IDC zufolge sanken die PC-Auslieferungen um 14 Prozent.

Intel hat den Trend zu Smartphones und Tablet-Computern verschlafen. Vor allem der britische Chip-Entwickler ARM setzt dem Branchenprimus mit seinen stromsparenden Rechenkernen zu, alte Rivalen wie Samsung, Qualcomm und Nvidia gewinnen im Geschäft mit den neuen Mobilgeräten immer mehr an Boden. Auch die Einführung des neuen PC-Betriebssystems Windows 8 durch den traditionellen Partner Microsoft im Oktober brachte nicht den erhofften Schwung.

Diese Neuerungen bietet Windows 8

Kachel-Design

Windows 8 sieht schon auf den ersten Blick anders aus: Microsoft übernimmt aus seinem mobilen Betriebssystem das Kachel-Design. Zu sehen sind nun rechteckige Flächen, in denen Nutzer zum Beispiel Programme sortieren können. Und in den sogenannten Live-Kacheln werden Inhalte in Echtzeit aktualisiert – ob der Wetterbericht aus dem Netz oder die Mitteilung über neu eingetroffene E-Mails. Die bekannte Taskleiste samt dem mit Windows 95 eingeführten Startknopf verschwindet dagegen. Einen Desktop gibt es allerdings immer noch, der über eine Kachel aufgerufen wird.

Bedienung per Fingerzeig

Microsoft hat Windows 8 für die Nutzung per Touchscreen angepasst. Anwender können mit den Fingern navigieren, wenn ihr Rechner einen berührungsempfindlichen Bildschirm hat, aber auch klassisch mit Maus und Tastatur. Dass beides in einem Gerät vereint sein kann, zeigen etliche neue Modelle, die Tablet-Computer und Notebook in einem sind.

Ein eigener App Store

Apple lässt grüßen: Microsoft hat für sein neues System den Windows Store eingerichtet. Über die Plattform können Entwickler Apps verbreiten, die für Touchscreens optimiert sind. Auch Spiele werden angeboten. Diese Anwendungen laufen auf allen Geräten, ob mit Windows 8 oder dem abgespeckten Windows RT für Geräte mit stromsparenden ARM-Prozessoren.

Cloud-Dienste

Schon beim Start wird es deutlich: Microsoft integriert seine Cloud-Angebote nahtlos in das neue Betriebssystem. Nutzer können sich künftig mit ihren Daten vom Online-Dienst Windows Live am Rechner einloggen. Damit haben sie direkten Zugriff beispielsweise auf den Online-Speicher Skydrive, außerdem lassen sich die persönlichen Einstellungen und der Browser-Verlauf zwischen verschiedenen Rechnern synchronisieren.

Vorinstallierter Virenscanner

Microsoft hat große Teile seines Software-Pakets Security Essentials in Windows 8 integriert. Der Wächter soll vor Viren und Trojanern schützen.

Neue Prozessoren

Mit Windows 8 unterstützt Microsoft erstmals nicht nur die traditionellen x86-Chips von Intel und AMD, die in PCs laufen: Die Software-Variante Windows RT läuft auch mit stromsparenden Prozessoren mit ARM-Architektur. Diese kommen in Tablet-Computern zum Einsatz, etwa dem iPad, künftig aber auch im Surface RT, den Microsoft selbst auf den Markt bringt. So kann das Unternehmen in einem wichtigen Segment Fuß fassen. Allerdings können Nutzer auf RT-Rechnern nicht mehr ihre klassische Windows-Software installieren, nur Apps aus dem Windows Store.

Im Gegenteil: Der Absatz herkömmlicher PCs fiel im ersten Quartal um 14 Prozent. Das ist der schwerste Einbruch seit Beginn der Datenerhebung 1994. In Deutschland lief es Intel-Landeschef Christian Lamprechter zufolge nicht so schlecht. "Insgesamt war es ein gutes Quartal", sagte er Reuters. Vor allem der Mittelstand rüste seinen IT-Bestand auf. Die Verbraucher seien noch zögerlich, hätten über alle Geräte-Kategorien hinweg aber etwas mehr gekauft als vor Jahresfrist.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

02.05.2013, 17:05 Uhr

Unglaublich wie Steve Jobs den Markt veraendert hat. Es betrifft altbekannte Firmen wie Microsoft, Intel, Dell, Gigabyte, AMD und, und... Kodak-Erinnerungen? Wird es so weit kommen?

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