Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.06.2012

01:15 Uhr

Quartalszahlen

Software rettet Gewinn für Oracle

Oracle stellt sich breiter auf - und hat damit Erfolg. Dem US-Datenbankspezialisten rutschte das Hardware-Geschäft weg, doch unterm Strich stieg der Gewinn dank neuer Geschäftsfelder.

Vor dem Hauptsitz von Oracle in Kalifornien. dapd

Vor dem Hauptsitz von Oracle in Kalifornien.

Redwood ShoresDer teure Ausflug ins Hardware-Geschäft bereitet Oracle Probleme. Die leistungsstarken Firmenrechner des vor zwei Jahren für 7,4 Milliarden Dollar übernommenen Spezialisten Sun Microsystems verkaufen sich immer schlechter. Nur ein gut laufendes Software-Geschäft verhinderte im vierten Geschäftsquartal einen Absturz.

Zusammengenommen stieg der Umsatz von März bis Mai noch um 1 Prozent auf 10,9 Milliarden Dollar (8,3 Mrd Euro). Der Gewinn verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8 Prozent auf unterm Strich 3,5 Milliarden Dollar. Konzernchef Larry Ellison wies am Montag vor allem auf das Wachstum im sogenannten Cloud-Computing hin, bei dem Software auf zentralen Rechnern lagert.

Cloud-Computing-Markt: Oracle zahlt Milliarden für Taleo

Cloud-Computing-Markt

Oracle zahlt Milliarden für Taleo

1,9 Milliarden Dollar will SAP-Konkurrenz Oracle für das Unternehmen Taleo ausgeben.

Mit den vorzeitig vorgelegten Zahlen schnitt Oracle besser ab als Analysten erwartet hatten. Nachbörslich stieg die Aktie um 3 Prozent. Zu dem Sprung trug auch die Ankündigung von Oracle bei, für weitere 10 Milliarden Dollar eigene Aktien zurückzukaufen. Damit dürfen sich die verbleibenden Aktionäre auf einen größeren Anteil am Gewinn freuen.

Oracle ist eigentlich Spezialist für Datenbanken, hat sich durch zahlreiche Zukäufe aber immer breiter aufgestellt. So versucht Oracle bei der Unternehmenssoftware zu SAP aufzuschließen. Mit derartigen Programmen erledigen Firmen etwa ihre Buchhaltung oder verwalten ihre Kunden. Oracle verleibte sich unter anderem die Rivalen Siebel und Peoplesoft ein.

Im Jahr 2010 kaufte Oracle Sun Microsystems. Die Hardware-Verkäufe brachen nun aber um 16 Prozent auf 977 Millionen Dollar ein. Auch das Servicegeschäft schwächelte. Dagegen stieg das wichtige Neugeschäft mit Software-Lizenzen um 7 Prozent auf 4,0 Milliarden Dollar. Der Zuwachs ist besonders bedeutsam, weil neue Software-Lizenzen später zumeist weitere Geschäfte mit Updates und Wartung nach sich ziehen.

Im gesamten Geschäftsjahr stieg der Konzernumsatz um 4 Prozent auf 37,1 Milliarden Dollar und der Gewinn legte um 17 Prozent auf knapp 10 Milliarden Dollar zu. Damit gehört Oracle trotz der Probleme bei den Firmenrechnern immer noch zu den profitabelsten Technologiefirmen überhaupt.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×