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09.08.2012

11:52 Uhr

Quartalszahlen

US-Tochter hilft Deutscher Telekom aus der Patsche

Ausgerechnet das schlingernde US-Geschäft beschert der Telekom einen Gewinnsprung. „Solide“ nennt René Obermann die Zahlen für das zweite Quartal. Und es gibt eine gute Nachricht für Aktionäre: die Dividende bleibt stabil.

Große Sorgen in der Telekom-Zentrale in Bonn. Reuters

Große Sorgen in der Telekom-Zentrale in Bonn.

BonnDie Deutsche Telekom hat den Abwärtstrend im Deutschland-Geschäft gebremst und im zweiten Quartal einen Gewinnsprung hingelegt. Vor allem die Erholung der lange schlingernden US-Tochter T-Mobile USA lässt Telekom-Chef Rene Obermann frohlocken, der das Dividendenversprechen an seine Aktionäre erneuerte. "Wir halten unser Wort und liefern dem Markt mit sehr soliden Zahlen Verlässlichkeit", sagte Obermann am Donnerstag. Für dieses Jahr soll den Aktionären wie geplant eine Dividende von 0,70 Euro je Titel gezahlt werden. Das Geld dafür hat die Telekom: Der Überschuss kletterte im zweiten Quartal um drei Viertel auf 614 Millionen Euro.

Die Mobilfunktochter T-Mobile USA fuhr ein Fünftel mehr Gewinn ein. Das ist ein Erfolg für Obermann, da die Telekom seit Jahren versuchte, die Geschäfte in den USA wieder flottzukriegen. Eigentlich wollten die Bonner ihren Amerika-Ableger für 39 Milliarden Dollar an zweitgrößten US-Mobilfunker AT&T verkaufen. Die US-Kartellbehörden kippten den Deal Ende 2011 jedoch.

Der Mobilfunk-Anbieter - Nummer Vier auf dem US-Markt - habe den Umsatz um neun Prozent auf 3,8 Milliarden Euro gesteigert. Die Telekom führt den Turnaround auf einen strikten Sparkurs zurück, mit dem die Kosten in dem Geschäft um knapp eine Milliarde Dollar gedrückt werden sollen. Zudem bezuschusst der Telekom-Ableger neue Handys nicht mehr so stark wie früher - auch das spart Geld.

Gleichzeitig baut T-Mobile USA Personal ab. Im Jahresvergleich wurden 5000 Stellen gestrichen - Ende Juni beschäftigte das in der Nähe von Seattle ansässige Unternehmen noch gut 30.000 Mitarbeiter. Geholfen hat der Telekom-Tocher der starke Dollar. Ohne diesen Effekt wäre der Quartalsgewinn um lediglich sechs Prozent gestiegen und der Umsatz sogar rückläufig gewesen.

Der Umsatz des Gesamtkonzerns schwand im Drei-Monats-Zeitraum nur noch um 0,7 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro - im Gesamtjahr 2011 waren noch sechs Prozent der Erlöse weggebrochen. Von Reuters befragte Analysten hatten bei 14,42 Milliarden Euro Umsatz mit 650 Millionen Euro Überschuss gerechnet.

Der Vorstand des 235.000 Mitarbeiter starken Konzerns hält an seiner Prognose für 2012 fest: Bei einem Free Cash Flow von sechs Milliarden soll das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) in diesem Jahr 18 Milliarden Euro erreichen. Mehr als die Hälfte davon haben die Bonner bereits verdient. In der ersten Jahreshälfte belief sich das Ebitda auf 9,2 Milliarden Euro.

Vor kurzem musste die Telekom einen weiteren Schlag hinnehmen: Der Konkurrent Vodafone hat einen exklusiven Vertrag mit dem VW-Konzern abgeschlossen und gewann so mit einem Schlag 90.000 Kunden. Die beiden großen deutschen Mobilfunkbetreiber kämpfen vehement um die Spitzenposition im Markt. Als lukrativ und strategisch interessant gilt dabei das Firmenkundengeschäft, über das sich mit einem Schlag Zehntausende SIM-Karten absetzen lassen.

Kommentare (1)

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Rechner

09.08.2012, 14:06 Uhr

O-Ton Telekom
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Der Mobilfunk-Anbieter - Nummer Vier auf dem US-Markt - habe den Umsatz um neun Prozent auf 3,8 Milliarden Euro gesteigert.
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Wobei diese "Umsatzsteigerung" ausschließlich auf den Wechselkurseffekt zurückzuführen ist.

Denn auf Dollarbasis ergebt sich für das zweite Quartal 2012 ein Umsatzminus von 3,1 Prozent.

++++

O-Ton Telekom
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Die Telekom führt den Turnaround [Rechner: bei den Gewinnen der US-Tochter] auf einen strikten Sparkurs zurück, mit dem die Kosten in dem Geschäft um knapp eine Milliarde Dollar gedrückt werden sollen. Zudem bezuschusst der Telekom-Ableger neue Handys nicht mehr so stark wie früher - auch das spart Geld.
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Da hat die Telekom 'mal ausnahmsweise 'was richtig gemacht.

Aus der mißglückten "Investition" im Schulden-Land, die man nicht verkaufen darf, zieht man eben so lange wie's geht noch Kohle 'raus.

Irgendwann ist man dann auf NULL geschrumpft.

Denn natürlich gehen die Kostensenkungen auf Kosten des Marktanteils.

Einen Verlust von insgesamt 205.000 Kunden mußte man in den USA im zweiten Quartal hinnehmen.

+++

Andere Optionen wären noch IPO oder spin-off.

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