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13.02.2015

00:28 Uhr

Rabatt-Portal

Groupon nach langer Zeit wieder profitabel

Groupon schien auf rote Zahlen abonniert zu sein, die Aktie dümpelte fast drei Jahre lang unter dem Ausgabepreis herum. Im Weihnachtsquartal schaffte das Rabatt-Portal schwarze Zahlen - trotz ungünstiger Währungskurse.

Nach Jahren in den roten Zahlen kann das Rabatt-Portal Groupon einen Quartalsgewinn vorweisen. dapd

Nach Jahren in den roten Zahlen kann das Rabatt-Portal Groupon einen Quartalsgewinn vorweisen.

ChicagoDem Schnäppchen-Portal Groupon ist nach einer langen Verlustserie ein Quartalsgewinn gelungen. Das Unternehmen aus Chicago verdiente im vergangenen Vierteljahr knapp 8,8 Millionen Dollar (7,15 Mio Euro). Im Vorjahresquartal hatte Groupon noch 81,2 Millionen Dollar verloren. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um gut ein Fünftel auf 925,4 Millionen Dollar, wie Groupon nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte.

Geschichte von Groupon

Nur ein Experiment

Das Schnäppchenportal Groupon begann 2008 als ein Nebenprojekt. Gründer Andrew Mason arbeitete für die mäßig erfolgreiche Plattform The Point, die Menschen helfen sollte, gemeinsam Probleme zu lösen. Diese gehörte Eric Lefkofsky, der bei Groupon einstieg, Mason über Jahre begleitete und heute selbst Chef der Plattform ist.

Portal für kleine Geschäfte

Mason hatte von Anfang an kleine Geschäfte im Blick: Groupon sollte ihnen helfen, die Kapazität besser auszulasten und an Cash zu kommen – kurz zuvor hatte die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers die Welt in eine Wirtschaftskrise gestürzt.

Chicago ist nicht genug

Das erste Angebot stammte von einer Pizzeria, die im Gebäude der Groupon-Macher in Chicago saß. Das Gutscheinkonzept verfing: Nicht nur in der Heimat Chicago, sondern in vielen amerikanischen Städten, bald auch im Ausland. Angetrieben von Lefkofsky setzte Groupon auf rasche Expansion, nicht zuletzt um den vielen Nachahmern zuvorzukommen.

Das Angebot von Google

Der wahnwitzige Erfolg machte die Größen des Silicon Valley aufmerksam. Medienberichten zufolge gab erst Yahoo ein Übernahmeangebot ab, dann Google. Rund sechs Milliarden Dollar wollte der Suchmaschinen-Riese für die damals nur 18 Monate alte Firma zahlen – vergeblich. Mason und Lefkofsky wollten das Heft in der Hand behalten.

Die Samwer-Brüder stoßen dazu

Im Mai 2010 übernahm Groupon den deutschen Nachahmer Citydeal, den die Samwer-Brüder aufgebaut hatten – die damalige Bewertung lag bei 126 Millionen Dollar. Die Internet-Unternehmer erhielten dafür Groupon-Aktien – und Einfluss. Sie trieben die Expansion des Unternehmens weiter voran.

Kasse machen an der Börse

Als Groupon das Angebot von Google ablehnte, war klar: Das Startup muss bald an die Börse, damit die Investoren Kasse machen können. Im Juni 2011 reichte es seine Unterlagen bei der Börsenaufsicht in New York ein.

Zweifelhafte Bewertung

Die Groupon-Unterlagen für die Börsenaufsicht SEC förderten Erstaunliches zutage: Das Unternehmen war zwar nach seiner eigenen Einschätzung profitabel, nicht jedoch nach den Maßstäben, die die Aufseher anlegten. So verlor Groupon 2010 mehr als 400 Millionen Dollar. Das nährte plötzlich Zweifel am Geschäftsmodell.

Gang aufs Parkett

Mit der Platzierung erlöste das Unternehmen schließlich rund 700 Millionen Dollar, der gesamte Börsenwert des Unternehmens lag bei rund 12,6 Milliarden Dollar und damit deutlich niedriger als wenige Monate zuvor erwartet. Banker hatten der „New York Times“ eine Bewertung von 30 Milliarden Dollar zugeflüstert.

Andrew Mason gefeuert

Das rasante Wachstum flaute mit den Monaten immer ab – und so wurden Zweifel am Geschäftsmodell lauter, nicht zuletzt weil auch Amazon fast die gesamte Investition in den Groupon-Rivalen Livingsocial abschrieb. Groupon-Gründer Andrew Mason geriet immer mehr unter Druck, im Februar 2013 entließ ihn der Vorstand. Sein langjähriger Weggefährte Eric Lefkofsky übernahm die Geschäfte.

Die Grundlage für die schwarzen Zahlen habe vor allem das beschleunigte Wachstum mit Rekordeinnahmen gelegt, sagte Groupon-Finanzchef Jason Childs der Deutschen Presse-Agentur. Zudem behält Groupon im Gegensatz zu früheren Quartal die Kosten im Zaum.

Bei Groupon können Unternehmen wie Restaurants oder Dienstleister Rabattcoupons verkaufen. Zudem ist die Firma selbst als Anbieter von Artikeln aktiv und baut eine Online-Plattform für lokale Händler auf. Groupon wurde ursprünglich mit einem E-Mail-Newsletter mit Rabatten-Angeboten groß. Inzwischen setzt Konzernchef Eric Lefkofsky auf eine Deal-Datenbank, die von den Kunden jederzeit durchsucht werden kann.

Diese Umstellung habe den Umsatzsprung von gut 24 Prozent in den USA angetrieben, betonte Finanzchef Childs. In Europa lege Groupon erst die ersten Grundsteine für diese Plattform. Hierzulande drückte der starke Dollar die Geschäftszahlen – er lässt die Euro-Einnahmen bei der Umrechnung in die US-Währung in der Bilanz niedriger erscheinen. „Durch die Währungskurse gibt es erheblichen Gegenwind“, sagte Childs. Der Effekt senkte den Umsatz nach Rechnung von Groupon um 32,5 Millionen Dollar.

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