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16.01.2014

06:14 Uhr

Rätsel-App

Quizduell kommt bald ins Fernsehen

VonMartin Dowideit

ExklusivDeutschland ist im Rätselfieber: Vier Millionen Nutzer spielen jeden Tag auf Tablet oder Smartphone „Quizduell“. Damit nicht genug: Der Chef der Erfolgs-App, Robert Willstedt, spricht im Interview über große Pläne.

DüsseldorfDas Wissensduell per Smartphone oder Tablet hält Deutschland derzeit im Bann: Im November hatte die App „Quizduell“ eine Million registrierte Nutzer gefeiert, jetzt sind es bald sechs Millionen. Hinter dem Spiel steckt eine Handvoll Entwickler des schwedischen Unternehmens Feo Media. Firmenchef Robert Willstedt kann den Run auf das Spiel nicht recht fassen: „Wir ahnten nicht, dass das so lange so gut laufen könnte“, sagt er im Gespräch mit Handelsblatt Online.

Die Idee des Spiels ist einfach wie süchtig machend: In kurzen Duellen kann jeder Nutzer mit einem beliebigen Kontrahenten sein Wissen vergleichen. Sechs Kategorien mit drei Fragen und je vier Antwortmöglichkeiten. Es kann jederzeit und an jedem Ort gespielt werden – und die Fragen werden auch von Spielern eingereicht und sind daher oft sehr aktuell.

So funktioniert Quizduell

Installation

Das Spiel kann aus dem Apple App Store oder dem Android Play Store auf Handy oder Smartphone heruntergeladen werden und installiert sich rasch.

Vor dem ersten Spiel

Ein Nutzerprofil muss angelegt werden – es muss keine Verknüpfung mit einem bestehenden Profil in sozialen Netzwerken angelegt werden. Es erfolgt auch kein Zugriff auf die Kontaktdaten in Smartphone oder Tablet.
Ein Spiel kann zufällig gegen einen beliebigen Spieler begonnen werden oder über eine Einladung an einen einem bekannten Nutzer oder einen Facebook-Freund.

Das Spiel

Das Quiz geht über sechs Runden à drei Fragen. Jeweils abwechselnd dürfen die Duellanten eine Kategorie wählen – zur Auswahl stehen etwa „Essen & Trinken“, „Die 2000er“, „Macht & Geld“ oder „Computer-Spiele“.
Beide Spieler beantworten dieselben Fragen, es gilt aus jeweils vier Antwortmöglichkeiten zu wählen.

Der Suchtfaktor

Das direkte Messen macht Spaß und die Vielzahl der – von Nutzern erstellten – Fragen ist beeindruckend. Selbst für Intensiv-Spieler kommt es zu relativ wenig Wiederholungen.
Durch die nutzergenerierten Fragen kommen auch sehr aktuelle Themen vor: Wie heißt der Gewinner der Vierschanzentournee 2013/14?

Die Prahlerei

In Quizduell ist eine Chat-Funktion integriert. Wer den Kontrahenten sticheln will, kann dies auf diesem Wege tun. Eine Alternative: Nach einem Sieg kann über soziale Netzwerke das Resultat verbreitet werden.

Die Verbreitung

Im November 2013 hatte die deutsche Version des Quiz eine Million registrierte Nutzer, Mitte Januar 2013 waren es bereits über fünf Millionen mit weiter rasch steigender Tendenz.

Die Punkte

Für jedes Spiel gibt es Punkte – plus oder minus. Je stärker der Gegner, den man schlägt, desto mehr Punkte bringt ein Sieg.

Tricks & Kniffe

Die Wahl der Kategorien sollte man strategisch angehen, um zu gewinnen. Spielt man gegen einen wesentlich älteren Quizzer? Dann bietet es sich an, die eigene Jugend zum Vorteil einzusetzen und etwa die Kategorie „TV-Serien“ zu wählen.
Wer tricksen will: Quizduell hat teilweise Synchronisierungsprobleme. Wer bei Frage drei auf einem Endgerät die App abbricht und auf ein anderes Gerät wechselt, kann dort bei Frage eins beginnen. Aber das ist natürlich unfair.
Ein Kollege der Welt-Redaktion hat herausgefunden: Bei 120 gleichzeitigen Spielen gibt es ein Limit.

Die kniffligste Frage (Deutschland)

4,4% richtige Antworten
Welcher Hit stand in den 1980er-Jahren am längsten auf Platz 1 der deutschen Single-Charts?
„Words“ von F. R. David
„Lambada“ von Kaoma
„99 Luftballons“ von Nena
„Live is life“ von Opus
Quelle: FEO Media, Stand: 15. Januar 2014

Die leichteste Frage (Deutschland)

99,4% richtige Antworten
In welcher Stadt steht der Eiffelturm?
Paris
Madrid
Lyon
Lille
Quelle: FEO Media, Stand: 15. Januar 2014

Das Geschäftsmodell

Es gibt eine kostenlose Variante mit Werbeeinblendungen und ohne Statistikfunktion. Wer – je nach Betriebssystem – bis zu drei Euro zahlt, erhält eine werbefreie Variante und kann Statistiken zum eigenen Profil sehen.

Der Erfolg hat auch Medienkonzerne angelockt. Ein Buch mit Fragen und witzigen Anekdoten rund um das „Quizduell“ ist in Planung. Und auch ins Fernsehen könnte das Spiel auf kurz oder lang kommen und womöglich zu einem „Wer wird Millionär“-Konkurrenten werden. Die skandinavische Tochter der TV-Produktionsfirma ITV hat einen Lizenzvertrag mit Feo Media abgeschlossen, bestätigt Willstedt gegenüber Handelsblatt Online. Zum Portfolio der TV-Macher gehört unter anderem die Dschungel-Show „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“. Auch die Rechte für Deutschland seien in dem Deal enthalten.

Dass die App ein solcher Erfolg werden könnte, hat der Schwede zwar lange gehofft, doch nicht wirklich erwartet. Seit 2009 hatte Willstedt mit seinem Bruder und einem befreundeten Bruderpaar in der Freizeit an Apps getüftelt. Damals war der heute 31-Jährige noch Lehrer für Geschichte und Sozialwissenschaften. In der Freizeit testete das Quartett schnell entwickelte Apps und hoffte auf den Durchbruch. Doch um unter einer Million Anwendungen im Apple- oder Google-Katalog aufzufallen, reichte das nicht. Erst als sie sich fest entschlossen, ein gelungenes Duell-Spiel zu entwickeln, sollte sich das ändern.

Sie legten in der Freizeit und ohne Startkapital los. Innerhalb von einem Jahr entwickelten sie „Quizkampen“ und erklommen ohne Marketing in drei Wochen den Spitzenplatz im schwedischen App-Store. Dabei hatte es bange Momente während der Entwicklung gegeben: „Fünf Quizspiele mit Duellfunktion kamen währenddessen auf den Markt und wir dachten, wir hätten den Kampf verloren. Wir dachten, wir wären zu langsam“, so Willstedt. Doch das feste Vertrauen auf das eigene Produkt war letztlich stärker.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

16.01.2014, 16:17 Uhr

Nette app!

>>> Problem: Nach einer Woche haben sich bereits die Fragen wiederholt... :(

Svabo

17.01.2014, 16:37 Uhr

Finde nicht, dass die Fragenwiederholung ein Problem ist. Hab schon über 1000 Spiele gemacht und in jedem Spiel kommen mindestens die Hälfte Fragen die noch nicht da waren - da wiederholen sich die knapp tausend Fragen bei einem "trivial persuit Spieleabend" schneller.

Klar hat man es einfacher wenn man viele Spiele macht und sich dazu die Antworten merken kann, aber jemand der die Antwort vorher weiß hat sich das ja auch irgendwann mal gemerkt. Finde ich also nicht dramatisch...

Dazu kommt, dass ich für meinen Teil immer mal wieder was finde, wo ich einfach mal in Internet nachschaue, weil ich einfach mehr über die Antwort wissen will.

Alles in allem besser als Hartz4 TV zu gucken :)

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