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30.03.2013

11:38 Uhr

Rätsel um das Facebook-Phone

Facebook calling

VonAxel Postinett

Kommt es jetzt doch, das Facebook-Smartphone? Eine kryptische Einladung für kommende Woche in die Firmenzentrale versetzt das Silicon Valley in Alarmzustand.

Eine Einladung von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sorgt für Spekulationen. Reuters

Eine Einladung von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sorgt für Spekulationen.

San FranciscoMark Zuckerberg macht wieder auf geheimnisvoll: „Kommt und seht unser neues Zuhause auf Android“, titelt die Einladung. Am 4. April um 19 Uhr deutscher Zeit will der Facebook-CEO den Schleier lüften, wie sich sein Netzwerk mit mittlerweile rund 600 Millionen Mobilfunk-Nutzern in Zukunft auf dem Smartphone-Betriebssystem Nummer eins präsentieren wird. Marktforscher bescheinigen Googles Betriebssystem Android einen weltweiten Marktanteil von über 70 Prozent im Smartphonemarkt. Einsam in Führung vor Apple und dem weit abgeschlagenen Rest wie Blackberry oder Microsoft.

Die Terminankündigung in Rätseln versetzt dementsprechend den Medienzirkus im Silicon Valley in höchsten Alarmzustand. Zu viele Spekulationen, Gerüchte hat es in jüngster Zeit gegeben. Sie verstummten nicht einmal, nachdem Zuckerberg höchstpersönlich einem eigenen Facebook-Smartphone eine Absage erteilt hatte. Erstens, weil er von „keinerlei Plänen“ für ein Smartphone in der „vorhersehbaren Zukunft“ sprach. Vorhersehbar ist schließlich noch nicht einmal morgen. Zweitens, weil immer wieder hartnäckig ziemlich konkrete Gerüchte über eine angebliche Kooperation mit dem taiwanesischen Hersteller HTC herumgereicht werden. Das Betriebssystem des Facebook-Phones: Googles Android.

Theoretisch macht eine eigene Hardware viel Sinn. Zuckerberg muss verhindern, dass die großen Plattform-Betreiber Apple und Google irgendwann einmal ihre Geräte für Facebook dichtmachen. Alle drei geraten auf immer mehr Spielfeldern aneinander, kämpfen um Social-Netzwerk-Kunden, und Online-Anzeigen.

Facebook in Zahlen

Transparenz dank Börsengang

Facebook war lange verschwiegen, wenn es um die Geschäftszahlen ging. Das hat sich mit dem Börsengang im Mai 2012 geändert – nun muss das Unternehmen die Börsianer genau informieren. Die Dokumente offenbaren zudem einen Blick in die ersten Jahre des Sozialen Netzwerks. Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick.

Schon früh profitabel

In den ersten Jahren verlor Facebook zwar Geld – wie fast alle Startups. Doch schon 2009 erreichte das Unternehmen mit einem Gewinn von 229 Millionen Dollar die schwarzen Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr machte Facebook 7,9 Milliarden Dollar Umsatz aus Werbung und Online-Spielen und verdienten 1,5 Milliarden Dollar Gewinn. Damit hängt das Netzwerk Internet-Urgesteine wie AOL und Yahoo längst ab.

Werbung als wichtigste Geldquelle

Facebook macht sein Geld vor allem mit Werbung. Zuletzt lag der Anteil bei rund 90 Prozent. Der Rest resultiert vor allem daraus, dass Facebook an den Einnahmen aus Online-Spielen beteiligt wird. Im ersten Quartal 2014 schnellte der Umsatz um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar hoch, der Gewinn verdreifachte sich auf 642 Millionen Dollar.

Beispielloses Wachstum

Facebook hat ein beispielloses Wachstum hinter sich: Binnen zehn Jahren ist die Zahl der aktiven Nutzer auf 1,28 Milliarden gewachsen, das entspricht grob der Hälfte der globalen Internet-Population.

Zuckerberg hat die Kontrolle

Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hat Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff. Er hält Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, während Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen haben.

Dominant in aller Welt

Fast die ganze Welt ist blau: In beinahe allen Ländern ist Facebook das größte Soziale Netzwerk – nennenswerte Ausnahmen sind Russland und China, wo lokale Unternehmen dominieren.

Keine Chance für StudiVZ

Auch wenn StudiVZ lange vorne lag, ist Facebook in Deutschland inzwischen die unangefochtene Nummer 1. Nach jüngsten Schätzungen des Portals allfacebook.com hat Facebook hierzulande 27 Millionen aktive Mitglieder.

Riese Datenmengen

Facebook ist ein Daten-Riese: Das Soziale Netzwerk verarbeitet (nach Zahlen aus dem August) jeden Tag mehr als 500 Terabyte. Einen großen Teil machen die 300 Millionen Bilder aus, die die Nutzer hochladen.

Laut früheren Berichten von Bloomberg ist ein Verkaufsstart für den HTC-Facebook-Zwitter für Mitte 2013 angepeilt. Der Wall-Street-Journal-Blog AllThingsDigital will erfahren haben, dass des HTC-Gerät mit einer abgeänderten Version von Android laufen wird, die Facebook unlösbar mit der Software verbindet. So eine Software wird „Fork“ genannt, abgeleitet von der Weggabelung. Bekannteste Fork ist das Android-Betriebssystem von Amazon auf seinen Kindle-Tablets. Es sieht äußerlich Googles Software überhaupt nicht mehr ähnlich und alle Google-Dienste wie Suche oder Navigationsdienst sind verschwunden. Das ist ein schwerer Schlag für Google. Denn nur über diese werbefinanzierten Angebote verdient der Webriese an Android.

Kommentare (4)

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moni9

30.03.2013, 12:34 Uhr

aus social media
http://facebookphonelab.tumblr.com

moni9

30.03.2013, 12:36 Uhr

http://facebookphonelab.tumblr.com/

kuac

30.03.2013, 14:33 Uhr

@moni9
HB sollte von Ihnen Geld verlangen, für diese Werbung. Doppelt. Sicher ein Lobbyist.

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