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20.01.2017

12:43 Uhr

Rakuten

Telekom darf Tolino an Japaner verkaufen

Ein japanisches Unternehmen darf Tolino kaufen. Das hat nun das Bundeskartellamt entschieden. Rakuten bieten mit dem Kobo bereits einen eigenen E-Reader an, der hierzulande aber kaum Beachtung findet.

Der Marktanteil der über Tolino abgewickelten Verkäufe liegt laut Kartellamt zwischen 30 und 40 Prozent. dpa

E-Book-Reader

Der Marktanteil der über Tolino abgewickelten Verkäufe liegt laut Kartellamt zwischen 30 und 40 Prozent.

DüsseldorfDie japanische Firma Rakuten kann den deutschen Kindle-Rivalen Tolino erwerben. Das Bundeskartellamt habe die Transaktion gebilligt, teilte die Behörde am Freitag mit. Diese bringe keine wettbewerblichen Probleme mit sich.

Rakuten wird bei Tolino Nachfolger der Telekom, der Bonner Konzern hatte die Technologieplattform für das elektronische Lesegerät an die japanischen Firma verkauft. Rakuten bietet mit dem Kobo bereits einen eigenen E-Reader an, der im deutschen Markt aber nur eine Nebenrolle spielt.

Vorteile und Nachteile von E-Readern

Ausdauernder Akku

Die E-Ink-Displays sind sehr energieeffizient, daher muss der E-Reader erst nach mehreren tausend Seiten wieder an die Steckdose – das reicht für Wochen.

Angenehmes Lesen

Dank der E-Ink-Technik ähnelt der Bildschirm von E-Readern einer Buchseite – das ist für die Augen angenehm. Zudem lässt sich damit auch bei direkter Sonneneinstrahlung lesen. Geräte mit Beleuchtung wie Kindle Paperwhite und Tolino Shine ermöglichen es zudem, auch im Dunkeln zu lesen.

Geringes Gewicht

Die meisten E-Reader sind Leichtgewichte, die um die 200 Gramm wiegen. Tablet-Computer im Sieben-Zoll-Format bringen oft das Doppelte auf die Waage, Zehn-Zöller sogar das Dreifache. Zudem sind die meisten Lesegeräte so kompakt, dass sie auch in die Jackentasche passen.

Große Kapazität

Aktuelle E-Reader haben mehrere Gigabyte Speicher und erlauben teils noch eine Erweiterung per Micro-SD-Karte. Selbst wenn man Bildbände oder Comics aufspielt, reicht das für Hunderte Bücher – das spart beispielsweise im Urlaub Gepäck.

Strenger Kopierschutz

Viele E-Books haben einen Kopierschutz. Damit können Käufer ihre digitalen Bücher nicht einfach an Freunde verleihen. Zwar ist es möglich, ein E-Book auf mehreren Geräten gleichzeitig zu öffnen, allerdings ist das an das eigene Benutzerkonto geknüpft.

Formate-Wirrwarr

Nicht jeder E-Reader kann jedes E-Book öffnen. Marktführer Amazon nutzt das AZW-Format, das sich nur mit dem Kindle öffnen lässt. Die Tolino-Allianz, der die Buchhändler Thalia, Hugendubel, Weltbild und Club Bertelsmann angehören, setzen auf das EPUB-Format, das die meisten Modelle öffnen können, der Kindle jedoch nicht. Bei E-Books ohne Kopierschutz ist aber eine Konvertierung relativ einfach machbar.

Eingeschränkte Möglichkeiten

E-Reader sind Lesegeräte – nicht mehr, nicht weniger. Wer nur gelegentlich ein E-Book liest, ist mit einem Tablet-Computer besser bedient. Mit dem kann man auch im Internet surfen und Filme gucken.

Die Telekom hatte vor knapp vier Jahren geholfen, den Tolino als deutsche Antwort auf den Vormarsch des Kindles von Amazon aus der Taufe zu heben. Mittlerweile hat sich das Lesegerät zu einer festen Größe auf dem deutschen Buchmarkt entwickelt. Ein wichtiger Faktor ist dabei, dass Buchketten wie Hugendubel oder Thalia die E-Reader in ihren Läden verkaufen und auch die Beratung übernehmen.

Der Marktanteil der über Tolino abgewickelten Verkäufe liege zwischen 30 und 40 Prozent, teilte das Kartellamt mit. Amazon sei mit dem Kindle-Shop Marktführer. Der Kobo-Anteil bewege sich dagegen deutlich unter zehn Prozent.

Von

rtr

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