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24.01.2005

08:35 Uhr

Reaktion auf Abschwung

Infineon verordnet sich Sparkurs

Der Chiphersteller Infineon verschärft angesichts düsterer Geschäftsaussichten seinen Sparkurs. „Wir haben Maßnahmen ergriffen, um uns auf einen Abschwung vorzubereiten“, sagte Konzernchef Wolfgang Ziebart in München.

Infineon-Fahnen

Infineon ist schlecht in das laufende Geschäftsjahr gestartet.

dpa MÜNCHEN. Nach einem schwachen Start ins neue Geschäftsjahr rechne das Unternehmen auch im laufenden Drei-Monats-Abschnitt im Vergleich zum Vorquartal mit rückläufigen Umsätzen und Ergebnissen. Angesichts der schwierigen Branchenlage sollen die Fixkosten nochmals um 200 Mill. Euro gedrückt werden. Ein signifikanter zusätzlicher Stellenabbau ist derzeit zwar nicht geplant. Ziebart wollte aber nicht einmal die Aufgabe von Werken ausschließen.

Ziebart ließ offen, ob Infineon im laufenden Geschäftsjahr 2004/05 (30. September) unter dem Strich einen Gewinn erzielen wird. Natürlich habe niemand vor, Verluste zu machen. „Aber das Jahr ist noch lang.“ Ziel sei es aber in jedem Fall, einen operativen Gewinn vor Sonderfaktoren zu schaffen. Der Infineon-Aktienkurs, der bereits seit Wochen auf Talfahrt ist, sank um 2,5 Prozent auf 7 Euro.

Infineon hatte die Anleger Mitte Januar gewarnt, das erste Geschäftsquartal sei schlechter verlaufen als erwartet. Zwar stieg das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) verglichen mit dem Vorquartal von 113 auf 211 Mill. Euro. Bereinigt um Einmaleffekte ging der operative Gewinn aber in fast allen Geschäftsbereichen zurück. Unter dem Strich verdiente Infineon vor allem wegen einmaliger Lizenzeinnahmen 142 Mill. Euro nach einem Überschuss von 44 Mill. Euro im Vorquartal und 34 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sank im Quartalsvergleich um neun Prozent auf 1,8 Mrd. Euro. Im Vorjahreszeitraum betrug der Umsatz 1,6 Mrd. Euro.

Infineon hat derzeit in allen Geschäftsbereichen zu kämpfen. Selbst in der bisher stabilen Automobil- und Industrieelektronik ging der Umsatz im Quartalsvergleich um zehn Prozent auf 452 Mill. Euro zurück. Das Ebit brach um ein Drittel auf 50 Mill. Euro ein. Im wichtigsten Geschäftsfeld Speicherchips sanken die Erlöse im Quartalsvergleich um fünf Prozent auf 766 Mill. Euro. Das Ebit stieg zwar um ein Drittel auf 196 Mill. Euro. Dafür verantwortlich waren aber einmalige Lizenzeinnahmen in Höhe von 118 Mill. Euro.

Eine Trendwende ist nach Einschätzung Ziebarts nicht in Sicht. Der Preisdruck sei in allen Segmenten groß und die Nachfrage rückläufig. Zudem belaste der schwache Dollarkurs. Das Unternehmen muss außerdem nach dem gescheiterten Verkauf seines defizitären Glasfasergeschäft diese Sparte sanieren. Hier sei, anders als in den übrigen Bereichen, ein signifikanter Stellenabbau notwendig, sagte Ziebart. Details sollen auf der Hauptversammlung an diesem Dienstag genannt werden.

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