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07.05.2013

11:05 Uhr

Reaktion auf Kritik

Microsoft überarbeitet Windows 8

VonChristof Kerkmann

Microsoft musste für sein neues Betriebssystem Windows 8 viel Kritik einstecken. Darauf reagiert der Software-Konzern jetzt: Noch in diesem Jahr ist ein Update geplant, das die Nutzerwünsche berücksichtigen soll.

Kehrt der Startknopf zurück? Microsoft will Windows 8 überarbeiten. dpa

Kehrt der Startknopf zurück? Microsoft will Windows 8 überarbeiten.

DüsseldorfDie Kritik an Windows 8 zeigt Wirkung: Der Software-Hersteller Microsoft will die Benutzung seines neuen Betriebssystems gründlich überarbeiten. In einer aktualisierten Version mit dem Codenamen Blue würden wesentliche Punkte geändert, kündigte Marketingchefin Tami Reller bei einer PR-Offensive mit mehreren Interviews an. Details zu den Neuerungen nannte sie nicht – etwa ob der Startknopf zurückkehrt, wie verschiedene Medien kolportieren. Sie ließ ebenfalls offen, ob die für dieses Jahr geplante Aktualisierung, die unter einem anderen Namen als Blue auf den Markt kommen wird, für Windows-8-Nutzer kostenpflichtig ist.

Microsoft hat mit Windows 8 radikale Änderungen am Bedienkonzept seines Betriebssystems vorgenommen. Es soll sowohl auf klassischen PCs als auch auf Tablet-Computern und Hybridgeräten laufen und ist deswegen für die Bedienung per Touchscreen optimiert. Der klassische Desktop rückt in den Hintergrund, lässt sich aber weiterhin aufrufen. Der Startknopf, an den sich viele Nutzer gewöhnt haben, ist verschwunden. Kritiker glauben, dass die Änderungen potenzielle Käufer abschrecken könnten.

Nutzer hätten Schwierigkeiten, sich an die neue Software anzupassen, gab Microsoft-Managerin Reller gegenüber der britischen „Financial Times“ zu, es gebe definitiv eine „Lernkurve“. Das Unternehmen berücksichtige die Reaktion der Nutzer, sagte sie dem US-Technologieblog ZDNet. „Wir haben Prinzipien, sind aber nicht stur.“ Im Gespräch mit der „New York Times“ betonte sie aber auch, dass Nutzer, die Windows 8 mit einem Touch-Gerät verwenden, ähnlich zufrieden seien wie Windows-7-Nutzer – nun müsse man auch den Anwendern mit einem konventionellen PC helfen, die neuen Funktionen schneller zu erlernen.

Diese Neuerungen bietet Windows 8

Kachel-Design

Windows 8 sieht schon auf den ersten Blick anders aus: Microsoft übernimmt aus seinem mobilen Betriebssystem das Kachel-Design. Zu sehen sind nun rechteckige Flächen, in denen Nutzer zum Beispiel Programme sortieren können. Und in den sogenannten Live-Kacheln werden Inhalte in Echtzeit aktualisiert – ob der Wetterbericht aus dem Netz oder die Mitteilung über neu eingetroffene E-Mails. Die bekannte Taskleiste samt dem mit Windows 95 eingeführten Startknopf verschwindet dagegen. Einen Desktop gibt es allerdings immer noch, der über eine Kachel aufgerufen wird.

Bedienung per Fingerzeig

Microsoft hat Windows 8 für die Nutzung per Touchscreen angepasst. Anwender können mit den Fingern navigieren, wenn ihr Rechner einen berührungsempfindlichen Bildschirm hat, aber auch klassisch mit Maus und Tastatur. Dass beides in einem Gerät vereint sein kann, zeigen etliche neue Modelle, die Tablet-Computer und Notebook in einem sind.

Ein eigener App Store

Apple lässt grüßen: Microsoft hat für sein neues System den Windows Store eingerichtet. Über die Plattform können Entwickler Apps verbreiten, die für Touchscreens optimiert sind. Auch Spiele werden angeboten. Diese Anwendungen laufen auf allen Geräten, ob mit Windows 8 oder dem abgespeckten Windows RT für Geräte mit stromsparenden ARM-Prozessoren.

Cloud-Dienste

Schon beim Start wird es deutlich: Microsoft integriert seine Cloud-Angebote nahtlos in das neue Betriebssystem. Nutzer können sich künftig mit ihren Daten vom Online-Dienst Windows Live am Rechner einloggen. Damit haben sie direkten Zugriff beispielsweise auf den Online-Speicher Skydrive, außerdem lassen sich die persönlichen Einstellungen und der Browser-Verlauf zwischen verschiedenen Rechnern synchronisieren.

Vorinstallierter Virenscanner

Microsoft hat große Teile seines Software-Pakets Security Essentials in Windows 8 integriert. Der Wächter soll vor Viren und Trojanern schützen.

Neue Prozessoren

Mit Windows 8 unterstützt Microsoft erstmals nicht nur die traditionellen x86-Chips von Intel und AMD, die in PCs laufen: Die Software-Variante Windows RT läuft auch mit stromsparenden Prozessoren mit ARM-Architektur. Diese kommen in Tablet-Computern zum Einsatz, etwa dem iPad, künftig aber auch im Surface RT, den Microsoft selbst auf den Markt bringt. So kann das Unternehmen in einem wichtigen Segment Fuß fassen. Allerdings können Nutzer auf RT-Rechnern nicht mehr ihre klassische Windows-Software installieren, nur Apps aus dem Windows Store.

Gleichzeitig kündigte sie an, dass Microsoft mehr investieren will, um Verkäufer zu schulen und den Nutzern die Vorteile von Windows 8 näherzubringen. „Es ist sehr klar, dass wir mehr hätten tun können und sollen“, sagte Reller der „Financial Times“.

Obwohl der Markt für klassische PCs derzeit kräftig schrumpft, stritt Reller den Niedergang ab. „Der PC ist sehr wohl am Leben und wird immer mobiler“, erklärte die Managerin im Firmenblog. Der PC-Markt verändere sich schnell hin zu Kombi-Geräten und Laptops mit Touchscreen-Bildschirmen. Seit dem Start im Herbst habe Microsoft 100 Millionen Windows-8-Lizenzen verkauft. Das entspricht in etwa dem Verkauf von Windows 7 im gleichen Zeitraum.

Kommentare (9)

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S.B.

07.05.2013, 11:53 Uhr

Servus,

na super. Da habe ich Windows 8, bin unglücklich damit und nun gibt es bald die neue 8er Version Blue. Ich werde die neue Version nicht kaufen. Fair von Windows wäre allen bisherigen Windows 8 Nutzern ein kostenloses Upgrate zur Verfügung zu stellen. Das würde ich kundenfreundlich nennen!!!

MfG
S.B.

Account gelöscht!

07.05.2013, 12:12 Uhr

Das beste OS von Microsoft war Windows-XP (32-bit). Einziger Vorteil ab Windows-Vista, Windows7, Windows8 ist, dass es 64-bit Prozessoren unterstützt, also breitere Datenspur zum und vom Prozessor (allerdings muss man auch 64bit-Software installieren, sonst nützt es nichts).

Ansonsten ist es nur an der Oberfläche verkompliziert worden mit den dämlichen Kacheln, damit der User nicht mehr so leicht damit arbeiten kann und neue MS-Seminare besuchen muss, um es bedienen zu können.

Die Kacheln von Windows8 sind etwas für Kinder und Hausfrauen aber nicht für User, die einafch ein stabiles OS haben wollen, wie ein stabiles Fundament eines Hauses. Das tauscht man ja auch nicht alle 4 Jahre aus, oder ??

Das wichtige ist die Software, die man installiert hat laufen zu haben aber wen interessiert die "Spielerei mit einem neuen Betriebssystem" ?? Wer hat dazu ständig Zeit oder Lust ?? Windows-XP for ever !

Account gelöscht!

07.05.2013, 12:50 Uhr

Vielleicht sehen jetzt die Nutzer ein, dass sie sich einen Mac zulegen sollten.
Workflow, Design und Intuition um weiten besser als bei Windows. Da kann Microsoft noch so viele Updates rauslassen.

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