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05.05.2015

21:59 Uhr

Reed Hastings auf der re:publica

Netflix-CEO sieht fürs Fernsehen schwarz

VonTina Halberschmidt

Auf der Netzkonferenz re:publica weiß sich Netflix in Szene zu setzen. Reed Hastings macht aus einem Vortrag über die Zukunft des Fernsehens eine Kaffeefahrt - mit einem Reiseleiter, der selbst einen Abgesang vergoldet.

Netflix-CEO Reed Hastings spricht am 05.05.2015 bei der Internetkonferenz re:publica in Berlin. dpa

Reed Hastings

Netflix-CEO Reed Hastings spricht am 05.05.2015 bei der Internetkonferenz re:publica in Berlin.

BerlinAuf der Netzkonferenz re:publica hatte Netflix-CEO Reed Hastings einen großen Auftritt: Vor gut 2000 Zuschauern referierte er über seine persönliche Geschichte und die Zukunft des Fernsehens - und machte ganz nebenbei ordentlich Werbung für seinen Streamingdienst.

Es ist ein bisschen wie eine Kaffeefahrt, an der aber nicht überwiegend Senioren teilnehmen, sondern Blogger, Nerds und Social Medialisten. Sie alle sind in die Station Berlin gepilgert, um bei der mittlerweile neunten re:publica dabei zu sein. Und sie alle sitzen nun im größten Saal der gesamten Konferenz.

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Vor ihnen steht jemand, der ihnen eigentlich nur ein Produkt schmackhaft machen möchte: Charmant leitet Reed Hastings, CEO des Streamingdienstes Netflix, durch eine Werbeverkaufsveranstaltung, die unter dem Motto "Talk with Hastings" auf dem re:publica-Program steht, mit viel Charisma und einer gehörigen Portion Humor. So wie es - nicht nur, aber vor allem - Amerikaner können.

Vom DVD-Versand zum Fernseh-Bezwinger

Von seinen Anfängen erzählt der heutige Multimillionär: Er war Mathelehrer und konnte eigentlich nichts. Dann lernte er die Gründer einiger Start-Ups kennen, die Menschen hinter den Unternehmen, und dachte sich: "Wenn die es schaffen, schaffe ich es auch."

Der amerikanischen Traum - Hastings hat ihn gelebt. Er brachte sich das Programmieren bei, blieb immer am Ball, bis er 1997 Netflix als DVD-Versand gründete und gegen den damaligen Platzhirschen Blockbuster antrat. Tatsächlich ging Blockbuster 2010 pleite - während Netflix, inzwischen nicht mehr DVD-Versand, sondern Streamingdienst, immer weiter expandierte und sich zu einem milliardenschweren Medienunternehmen entwickelte.

"Wir haben erst den Kampf mit Blockbuster aufgenommen. Und jetzt treten wir den Kampf gegen das Fernsehen in seiner Gesamtheit an", so Hastings selbstbewusst. In anderthalb Jahren soll Netflix, seit September 2014 auch in Deutschland online, weltweit verfügbar sein. Den von Netflix produzierten Erfolgsthriller "House of Cards" sehen die deutschen Zuschauer allerdings bei Sky. Ein Rechteproblem, wie Hastings in Berlin erklärt.

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