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07.11.2013

09:13 Uhr

Rekordergebnis

Smartphones sorgen bei Lenovo für sprudelnde Gewinne

Der Computermarkt schrumpft. Deswegen ist Branchenführer Lenovo in den Smartphone-Markt eingestiegen. Das zahlt sich nun aus: Die Chinesen verdienen soviel wie nie zuvor.

Für Lenovo sind die neuen Quartalszahlen wie Musik in den Ohren. Dank des Einstiegs in den Smartphone-Markt schreibt der Konzern ein Rekordgewinn. ap

Für Lenovo sind die neuen Quartalszahlen wie Musik in den Ohren. Dank des Einstiegs in den Smartphone-Markt schreibt der Konzern ein Rekordgewinn.

Der weltgrößte Computerhersteller Lenovo dominiert die Konkurrenz dank seines erfolgreichen Einstiegs in die Smartphone-Welt. Von Juli bis September sprang der Gewinn um mehr als ein Drittel auf den Rekordwert von fast 220 Millionen Dollar, wie der chinesische Konzern am Donnerstag mitteilte. Während der Abschwung bei den weltweiten Computerverkäufen anhielt, profitierte Lenovo neben dem Smartphone-Boom vom starken Server-Absatz.

Die Chinesen, die mit einem Marktanteil von rund 17 Prozent den PC-Markt anführen, suchen seit einiger Zeit nach alternativen Erlösquellen und haben immer wieder ihr Interesse ausgedrückt, Server zusammen mit PCs zu verkaufen. Der Umsatz mit Smartphones, die bei Lenovo LePhones heißen, verdoppelte sich in dem abgelaufenen ersten Geschäftshalbjahr und stand für 14 Prozent der Gesamterlöse von 18,6 Milliarden Dollar.

Der Konzern kündigte an, stetig Zukäufe zu prüfen. Für Schlagzeilen hatte 2005 die Übernahme der PC-Sparte von IBM gesorgt. Vor zwei Jahren erwarben die Chinesen dann den Aldi-Lieferanten Medion.

Der globale Smartphone-Markt

Gesamtmarkt

Der Smartphone-Markt wuchs 2013 rasant: Die Hersteller setzten laut dem Marktforscher Gartner 968 Millionen Geräte ab, ein Plus von 42,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt verkauften die Unternehmen 1,8 Milliarden Mobiltelefone, also erstmals mehr Smartphones als einfache Handys.

Samsung

Nach Stückzahlen ist inzwischen Samsung die unangefochtene Nummer eins unter den Smartphone-Herstellern. Die Südkoreaner verkauften im vergangenen Jahr nach Schätzungen der Marktforschungsfirma Gartner 300 Millionen Computer-Handys. Damit kam fast jedes dritte weltweit verkaufte Smartphone von Samsung, wobei der Marktanteil leicht sank. Insgesamt setzte der Konzern 444 Millionen Handys ab.

Apple

Apple war 2013 mit knapp 151 Millionen verkauften iPhones die Nummer zwei im Smartphone-Markt, der Marktanteil rutschte jedoch auf 15,6 Prozent ab.

LG

Fast gleichauf mit Huawei war LG Electronics. Der südkoreanische Hersteller verkaufte rund 46 Millionen Smartphones und verdoppelte fast damit den Absatz, der Markanteil liegt nun bei 4,8 Prozent. Einschließlich einfacher Mobiltelefone verkaufte LG 69 Millionen Geräte (3,8 Prozent Marktanteil).

Lenovo

Lenovo ist bislang vom chinesischen Heimatmarkt abhängig. Der Konzern verkaufte 2013 knapp 44 Millionen Smartphones (4,5 Prozent Marktanteil). Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern aber den Absatz künftig deutlich steigern.

ZTE

ZTE verkaufte im zweiten Quartal 10,1 Millionen Smartphones, ein deutliches Plus von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Marktanteil liegt bei 4,2 Prozent. Insgesamt setzte der chinesische Hersteller 15,3 Millionen Handys ab.

Nokia

Nokia war 2013 mit 250 Millionen Geräten und 13,9 Prozent Marktanteil immer noch der zweitgrößte Handyhersteller, verlor aber weiter an Boden. Im lukrativen Smartphone-Markt läuft das Unternehmen unter „ferner liefen“. Die Gerätesparte übernimmt Microsoft.

Sonstige

Viele Unternehmen mit klangvollen Namen haben derzeit weniger als 4 Prozent Marktanteil, darunter Sony, HTC und Blackberry.

Branchenweit brachen die PC-Auslieferungen laut den Marktforschern von Gartner im vergangenen Vierteljahr um 8,6 Prozent ein auf 80,3 Millionen Stück. Normalerweise legt in diesem Zeitraum der Absatz zu, weil nach den Sommerferien viele neue Geräte gekauft werden. Die PC-Hersteller leiden unter dem Siegeszug der Tablet-Computer, von dem Apple und Google profitieren. Zuletzt überraschten vor allem Acer und Asustek mit schlechten Geschäftszahlen.

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