Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.01.2012

00:40 Uhr

Rekordzahlen

Apples Erfolg macht Analysten sprachlos

VonAxel Postinett

Hat Tim Cook sich bei Apple bereits bewiesen? Die herausragenden Quartalszahlen sprechen dafür, dass Apple auch ohne Steve Jobs eine Macht ist. Konkurrenten wie Microsoft und Amazon scheinen keine Chance zu haben.

Apple-Zahlen geben Dax Auftrieb

Video: Apple-Zahlen geben Dax Auftrieb

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

San FranciscoLangsam gehen einem die Superlative aus, wenn man über Apple schreibt. Mit einer atemberaubenden Umsatzexplosion auf 46,33 Milliarden Dollar im Winterquartal, dem ersten des laufenden Geschäftsjahres, übertraf Apple selbst die kühnsten Analystenerwartungen deutlich.

Der Nettogewinn kletterte vor dem Hintergrund von Rekordabsätzen bei iPhones, iPads und Mac-Computern auf einen Rekordstand von 13,06 Milliarden Dollar. Im Vorjahresquartal lauteten die Zahlen beim Umsatz 26 Milliarden Dollar, der Nettogewinn lag bei sechs Milliarden Dollar. Der Aktienkurs kletterte nachbörslich auf ein Allzeithoch von 453 Dollar.

Zum ersten Mal hat Apple jetzt auch in einem vergleichbaren Quartal mehr umgesetzt als der bislang größte IT-Konzern der Welt: HP. Im Oktober 2011 beendeten Quartal hat HP rund 32 Milliarden Dollar umgesetzt und erwartet für das laufende Quartal kaum eine Steigerung. Die Zahlen werden im Februar veröffentlicht.

Wenn es noch eines Grundes bedurft hatte, um einen Aktienbonus im Wert von 378 Millionen für CEO Tim Cook zu rechtfertigen – das ist er gewesen. Apple scheint nicht mehr zu stoppen. „Diese Zahlen sind einfach unvorstellbar“, fehlen dem Chief Investment Officer von First Empire Asset Management, Michael Obuchowski, die Worte zum ersten von Cook vollständig alleine verantworteten Quartal.

Die Bruttomarge stieg gegenüber dem Vorjahresquartal von 38,5 auf 44,7 Prozent. Der Cash-Flow aus dem Geschäftsbetrieb liegt laut CFO Peter Oppenheimer bei 17,5 Milliarden Dollar.

Der Absatz des iPhones erreichte 37,04 Millionen Stück, 128 Prozent mehr als im Vorjahr. Mittlerweile ist das Kultgerät in 90 Ländern weltweit erhältlich, darunter China. Wenige Ermüdungserscheinungen zeigt der iPad-Absatz mit 15,43 Millionen Stück, ein Zuwachs von 111 Prozent zum Vorjahr.

Die Einführung des Billigkonkurrenten Amazon Kindle Fire ist offenbar wirkungslos verpufft, zumindest was Apple angeht. Der Markt der Tablets hat sich in zwei Lager gespalten: Das Premium-Segment bedient Apple, die Billigheimer Amazon – und der Rest sucht weiter seinen Platz. Ein Einbruch von 21 Prozent beim Absatz des Musikspielers iPods erscheint da schon fast verzeihlich – wer den nicht kauft, scheint einfach ein anderes Apple-Modell zu wählen.

Apple-CEO Tim Cook kann Rekordzahlen verkünden. AFP

Apple-CEO Tim Cook kann Rekordzahlen verkünden.

Während die Windows-Konkurrenz unter schleppenden Verkäufen und Zurückhaltung bei Unternehmensanschaffungen leidet, setzte Apple zum ersten Mal in einem Quartal mehr als fünf Millionen Mac-Computer ab, größtenteils Laptops. Cook räumte gleichzeitig erstmals ein, dass durch das iPad Kannibalisierungseffekte auch bei Mac-Computern spürbar seien.

Allerdings, so seine Schlussfolgerung mit dem Blick auf Konkurrenten wie Microsoft oder Dell: „Viel mehr Kannibalisierung findet woanders statt.“ Microsoft hatte gerade zuvor für die Windows-Sparte einen Umsatzrückgang um sechs Prozent auf 4,74 Milliarden Dollar für das Weihnachtsquartal ausweisen müssen.

Der iTunes-Onlinestore hat sich mittlerweile zu einer eigenen Umsatz- und Ertragssäule entwickelt. Mit einem Umsatz von 2,02 Milliarden Dollar spielt alleine die Musik-, Video- und Softwareplattform heute im Quartal bereits halb so viel Umsatz ein wie der gesamte Internetkonzern Yahoo im Jahr umgesetzt (2011 netto: 4,38 Milliarden Dollar) hat.

Das Geschäft mit der Settop-Box iTV verzeichnete mit 1,4 Millionen Stück zwar auch einen Quartalsrekord, verharrt aber weiter auf niedrigem Niveau. „Das iTV-Business ist noch immer im Hobbystatus“, beharrt CEO Tim Cook im Analystencall. Zugleich verweigerte er aber weitere Kommentare zu eventuellen TV-Plänen.

Für das laufende Quartal hat Cook jetzt wieder die Rückkehr zur Normalität ausgegeben: Seine Umsatzerwartung von 32 Milliarden Dollar und ein Gewinn von 8,50 Dollar pro Aktie im Quartal mit 14 Wochen werden von Analysten als „zurückhaltend“ bewertet. Es besteht also wieder Spielraum für Überraschungen.

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

25.01.2012, 08:26 Uhr

Hätten wir keine Geldkrise, wäre ich auch längst dabei aber Apple ist für mich eine langzeitaktie mit sehr sehr hohem Potential, da ich den Konzern sehr gut kenne, doch leider bringt das alles nichts wenn das jetzt investierte Geld in 2-3 Jahren womöglich einen neuen Wert hat. Lacht drüber aber das wird so kommen.

Account gelöscht!

25.01.2012, 08:27 Uhr

Die Frage die sich mir stellt: Vlt war DAS der Höhepunkt... Aber wenn sie mit ihren Schulbuchplänen durchkommen macht Apple vlt iwann ein eigenes Land auf. Oder vk bald das Ihouse mit der Icat, Iwife und nem großen Ipee im Ibath

Account gelöscht!

25.01.2012, 08:34 Uhr

Zitat yogi: "nichtsdestoweniger mache ich mir gedanken über einen (kleinen) einstieg [bei Apple]"

Spare Dein Geld für bessere Investments. An Höhepunkten der Euphorie in eine Aktie einzusteigen, kann sicherlich ein bisschen Geld verdienen, aber auch ganz viel verlieren.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×