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24.04.2014

07:17 Uhr

Rekordzahlen

Facebook knackt Milliarden-Marke bei mobilen Nutzern

Die Firmenbilanz des Online-Netzwerks Facebook übertrifft mit Gewinn- und Umsatzsteigerungen die Erwartungen, die Zahl der Nutzer steigt. Einen Top-Manager wird das Unternehmen dennoch verlieren.

Facebook profitiert von steigenden Nutzerzahlen und Werbung auf Mobilgeräten. Auch dieser Vietnamese nutzt das Online-Netzwerk auf dem Telefon. dpa

Facebook profitiert von steigenden Nutzerzahlen und Werbung auf Mobilgeräten. Auch dieser Vietnamese nutzt das Online-Netzwerk auf dem Telefon.

San Francisco/Menlo ParkFacebook profitiert immer stärker von florierenden Werbeeinnahmen über Smartphones und Tablets. Zudem knackte das weltgrößte Online-Netzwerk erstmals die Marke von einer Milliarde Nutzern, die regelmäßig von unterwegs auf den Dienst zugreifen.

Der Umsatz kletterte um 72 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar, der Gewinn verdreifachte sich nahezu auf 642 Millionen Dollar, wie der von Mark Zuckerberg gelenkte Konzern am Mittwoch mitteilte. Damit legte Facebook die Messlatte für Konkurrenten wie Google und Twitter erneut etwas höher. Die Aktie stieg nachbörslich um drei Prozent.

Facebooks Weg zum Weltkonzern

Vorläufer Facemash

Als Student an der Harvard-Universität programmiert Mark Zuckerberg mit mehreren Kommilitonen 2003 die Plattform facemash.com. Dort präsentiert er zwei zufällig ausgewählte Fotos von Harvard-Studentinnen – die Nutzer sollen über die Buttons „hot“ oder „not“ die attraktivere auswählen. Weil Zuckerberg die Bilder illegal beschafft hat und das Projekt massive Protesten auslöst, wird es nach kurzer Zeit wieder eingestellt.

„Thefacebook" geht online

Mark Zuckerberg und seine Mitgründer eröffnen im Februar 2004 „Thefacebook“. Es handelt sich um die Online-Version der gedruckten Jahrbücher. Das Konzept wird bald auf andere Universitäten ausgeweitet und verbreitet sich schließlich weltweit. Zwei von Zuckerbergs Kommilitonen klagen später mit dem Vorwurf, er habe ihnen die Idee für Facebook gestohlen. Der Streit wird im Jahr 2011 mit einem Vergleich beigelegt, die Kläger Tyler und Cameron Winklevoss erhalten 65 Millionen US-Dollar.

Der Newsfeed rückt ins Zentrum

Zweieinhalb Jahre nach der Gründung stattet Zuckerberg die Social-Media-Plattform mit dem Newsfeed aus – also mit einer Chronik, die alle Neuigkeiten aus dem Freundeskreis eines Nutzer anzeigt. Zuerst geht ein Aufschrei durch die Facebook-Gemeinde, die Mitglieder fürchten um ihre Privatsphäre. Doch der Amerikaner hält an seiner Idee fest und schließlich entwickelt sich Newsfeed zum zentralen Element von Facebook. Das Design der Nachrichtenchronik wird seitdem ständig überarbeitet, seit 2012 findet man dort auch Werbung.

Daumen hoch für Facebook

Im Februar 2009 führt Facebook den „Gefällt mir“-Knopf ein. Damit können Nutzer zeigen, dass ihnen etwas gefällt und dafür sorgen, dass sie bestimmte Nachrichten in ihren Newsfeed gespeist bekommen. Inzwischen hat das Symbol eine popkulturelle Bedeutung erlangt.

Profitabel dank Sandberg

Im März 2008 gibt Facebook bekannt, Sheryl Sandberg als Chefin fürs Tagesgeschäft (COO) von Facebook einzustellen. Der Auftrag der Harvard-Absolventin und ehemaligen Google-Managerin ist klar: Sie soll Facebook profitabel machen, was ihr zwei Jahre später auch gelingt. 2012 wird sie vom Time-Magazin in die Liste der 100 einflussreichsten Personen aufgenommen.

Umzug im Großformat

Mehr als 2000 Mitarbeiter beschäftigt Facebook im Juli 2011 – und allmählich werden die überwiegend angemieteten Gebäude in Palo Alto zu eng. Das Online-Unternehmen wird auf der Suche nach einer neuen Zentrale wieder im Silicon Valley fündig: Auf dem ehemaligen Campus des Computerherstellers Sun Microsystems stehen Mark Zuckerberg und seinen Mitarbeitern neun Gebäude auf knapp 24 Hektar zur Verfügung. Weil Facebook kurz zuvor 1,5 Milliarden Dollar von seinen Investoren eingesammelt hat, kann es sich den Umzug problemlos leisten.

Instagram und Whatsapp

Die bis dato größte Investition tätigt Mark Zuckerberg im April 2012: Für eine Milliarde US-Dollar schluckt Facebook das Start-Up Instagram. Das Unternehmen hatte eine gleichnamige App entwickelt, mit der man Fotos bearbeiten und teilen kann. Mit der Übernahme weicht Zuckerberg erstmals von seiner bisherigen Philosophie ab, die nur ein soziales Netzwerk für alle Nutzer vorsah. 2014 bewältigt Facebook eine weitaus größere Übernahme: Die Instant-Messaging-App Whatsapp kostet insgesamt 19 Milliarden Dollar.

Erst hui, dann pfui, dann hui

16 Milliarden US-Dollar an nur einem Tag – so viel Geld spült der bis dato größte Börsengang eines Internet-Unternehmens am 18. Mai 2012 in die Kasse von Facebook. Obwohl Experten einen deutlichen Anstieg des Kurses vorausgesagt hatten, bricht der Wert der Aktie dramatisch ein. Bis August 2012 halbiert sich der Ausgabepreis von 38 Dollar. Erst ein Jahr später wird dieser Wert wieder erreicht – danach steigt die Aktie in ungeahnte Höhen.

Jeder siebte bei Facebook

Im September 2012 verkündet Mark Zuckerberg stolz, dass Facebook die Marke von einer Milliarde Mitglieder geknackt hat. Rein rechnerisch ist somit jeder siebte Mensch der Welt bei dem sozialen Netzwerk angemeldet. Dabei haben die rund 1,3 Milliarden Einwohner Chinas bisher noch nicht einmal offiziellen Zugriff auf Facebook. Die Mitgliederzahlen steigen weiter, wenn auch langsamer als früher.

Geschäftsmodell überzeugt Anleger

Facebook reagiert auf die zunächst schlechte Entwicklung der Aktie: Das Unternehmen setzt alle Hebel in Bewegung, damit die Werbung in dem sozialen Netzwerk einträglicher wird, sowohl auf dem Desktop als auch auf mobilen Geräten – mit Erfolg. So gelingt es auch, die skeptischen Anleger zu überzeugen. Die Facebook-Aktie steigt im Oktober 2015 auf mehr als 100 Dollar.

Der Anteil an den Einnahmen durch Werbung, die über mobile Geräte lief, verdoppelte sich im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr auf 59 Prozent. Die Zahl der Nutzer, die mindestens einmal im Monat aktiv sind, stieg per Ende März auf 1,28 Milliarden. Das waren rund 50 Millionen mehr als Ende Dezember. 1,01 Milliarden von ihnen griffen per Smartphone oder Tablet auf den Dienst zu, nach 945 Millionen zum Jahreswechsel. Branchenexperten reagierten erfreut: "Sie haben die richtigen Produkte für die Wünsche der Werbekunden und das schlägt sich in der Bilanz nieder", sagte Analyst Ronald Josey von JMP Securities.

Doch Facebook goss auch Wasser in den Wein. Das Umsatzwachstum werde sich im Laufe des Jahres verlangsamen. Auch dämpfte die für das operative Geschäft zuständige Managerin Sheryl Sandberg Hoffnungen, dass auch hinzugekaufte Anwendungen wie der vor zwei Jahren für eine Milliarde Dollar übernommene Fotodienst Instagram bald Gewinne abwerfen. "Wir konzentrieren uns sehr auf das Kundenwachstum", sagte sie. Um den wirtschaftlichen Faktor gehe es derzeit weniger.

Facebook hatte zuletzt eifrig hinzugekauft, vor allem um mehr junge Menschen zu erreichen. So legte der Konzern allein für den aufstrebenden Kurznachrichtendienst WhatsApp 19 Milliarden Dollar auf den Tisch. Den Hersteller einer Datenbrille ließ sich Zuckerberg zwei Milliarden Dollar kosten. Damit will sich Facebook für die stetigen Umwälzungen in der hart umkämpften Tech-Branche wappnen, um nicht wie andere Ex-Internetgrößen irgendwann von Newcomern abgehängt zu sein.

Kommentare (1)

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24.04.2014, 09:17 Uhr

Immer mehr Schafe melden sich zur freiwilligen Überwachung - Gratulation !

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