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01.02.2017

04:23 Uhr

Rekordzahlen mit dunklem Fleck

Was läuft schief in Apples Black-Box?

VonAxel Postinett

Das iPhone 7 beschert Apple einen neuen Umsatzrekord. Doch in der geheimen Gemischtwarensparte gibt es Probleme – trotz des Erfolgs der Smartwatch fällt der Umsatz. Tim Cook schweigt. Ist Apple TV in Schwierigkeiten?

Steigende Umsätze

Darum kann Apple trotz Rekordzahlen nicht aufatmen

Steigende Umsätze: Darum kann Apple trotz Rekordzahlen nicht aufatmen

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San FranciscoDas Warten geht weiter. Die Abhängigkeit Apples vom Erfolg des iPhones ist nicht nur ungebrochen. Sie wächst. Das hat gute und schlechte Seiten. Die gute ist, dass nach drei Quartalen mit rückläufigen Absatzzahlen ein Boom im Weihnachtsgeschäft Apples Erfolgsprodukt wieder auf neue Höhen katapultiert hat. Mit 78,3 Millionen Geräten wurden im Vierteljahr mit Ende 31. Dezember 2016 so viele Smartphones verkauft wie nie zuvor. Im Vergleichsquartal ein Jahr zuvor waren es 74,8 Millionen Stück.

Steuerten Smartphones im Jahr 2008 keine drei Prozent zum Umsatz bei, sind es jetzt über 69 Prozent des Konzernumsatzes von 78 Milliarden Dollar im abgelaufenen Quartal, dem ersten des neuen Geschäftsjahres. Das war so viel Umsatz wie niemals zuvor in einem einzelnen Quartal.

„Die Nachfrage nach dem neuen iPhone 7 und iPhone 7 Plus hat unsere Erwartungen übertroffen“, erklärte Vorstandschef Tim Cook in der Telefonkonferenz mit Analysten. Der Nachfrageüberhang habe bis in den Januar hinein bestanden.

Die iPhone-Evolution

Von Modell zu Modell

Das erste iPhone im Jahr 2007 hat den Vormarsch der Smartphones angestoßen und nicht nur die Mobilfunk-Industrie umgekrempelt. Ein Überblick über die Entwicklung der Geräte von Modell zu Modell:

Das erste iPhone

Für das Jahr 2007 waren der große Touchscreen ganz ohne Tastatur und die Bedienung per Finger ein radikales Konzept, das die Smartphone-Revolution entscheidend anschob. Dabei verzichtete Apple bei der ersten Version sogar auf den schnellen UMTS-Datenfunk. (Quelle: dpa)

iPhone 3G

Ein iPhone 2 gab es nie – stattdessen kam im Sommer 2008 das iPhone 3G, was auf die Unterstützung des 3G-Standards UMTS hinwies. Das Aluminium-Gehäuse wurde durch eine Plastik-Schale ersetzt. Mit dem App Store öffnete Apple die Plattform für Programme verschiedener Entwickler.

iPhone 3GS

Mit dem Modell des Jahres 2009 führte Apple sein „Tick-Tock“-Prinzip ein, bei dem die iPhones alle zwei Jahre radikal erneuert werden und es zwischendurch ein „S“-Modell im unveränderten Design, aber mit aufgerüstetem Innenleben gibt. Das 3GS bekam eine bessere Kamera und einen schnelleren Chip.

iPhone 4

Das letzte Modell, das Gründer Steve Jobs noch selbst vorstellte. Das kantige Design des iPhone 4 mit einer gläsernen Rückwand war 2010 aufsehenerregend, zugleich häuften sich zunächst Berichte über Empfangsprobleme mit der Antenne am Außenrand.

iPhone 4S

Apple ließ sich 15 Monate Zeit bis Oktober 2011 mit einer Aktualisierung. Zu den Neuerungen gehörte neben technischen Verbesserungen die Sprachassistentin Siri.

iPhone 5

Während die Smartphones der Wettbewerber immer größer wurden, erweiterte Apple 2012 zunächst vorsichtig die Bildschirm-Diagonale von 3,5 auf 4 Zoll. Zugleich wurde das Gerät deutlich dünner gemacht und bekam wieder eine Aluminium-Hülle.

iPhone5S

Die wichtigste Neuerung im Herbst 2013 war der Fingerabdruck-Sensor zum Entsperren der Telefone. Zudem entwickelte Apple unter anderem die Kamera weiter.

iPhone 6

Erstmals entschied sich Apple 2014 für zwei neue Modelle mit deutlich größeren Bildschirmen mit Diagonalen von 4,7 und 5,5 Zoll. Der Schritt löste einen Absatzsprung aus, Apple kam monatelang der Nachfrage nicht hinterher. Die Geräte wurden abermals dünner.

iPhone 6S

Gleiches Gehäuse, bessere Technik – das reichte im Weihnachtsquartal 2015 knapp für den nächsten Absatzrekord von knapp 74,8 Millionen verkauften iPhones.

iPhone 7

Zum ersten Mal geht Apple ins dritte Jahr mit einem weitgehend unveränderten äußeren Design. Aber Apple verzichtete unter anderem auf die klassische Ohrhörer-Buchse zugunsten des digitalen „Lightning“-Anschlusses.

Die Attraktivität des iPhones ist also ungebrochen. Das war die wichtigste Nachricht am Dienstag, als Cook die Ergebnisse präsentierte. Die Wall Street reagierte entsprechend und die Aktie legte nachbörslich kräftig zu.

Doch wie sieht es mit dem Rest der Bereiche aus? Immerhin betrug der Umsatzzuwachs lediglich drei Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem Zuwachs im iPhone-Sektor von plus fünf Prozent. Zwei Punkte stechen heraus. Zum einen der Umsatzeinbruch von 22 Prozent in der iPad-Sparte auf 5,5 Milliarden Dollar. Bei den Stückzahlen war es minus 19 Prozent. Das legt den Schluss nahe, dass der Start des iPad Pro auf dem stark umkämpften Tablet-Markt wenig Begeisterung erzeugen konnte.

Apple: iPhone-Absatz übertrifft Erwartungen

Apple

iPhone-Absatz übertrifft Erwartungen

Apple kehrt mit dem iPhone 7 zum Wachstum zurück: Im Weihnachtsquartal steigerte der Konzern den Umsatz. Der Gewinn verfehlte nur leicht das Rekordergebnis des Vorjahres. Die Börse reagierte sofort.

Im Gespräch erwähnte Cook Probleme mit einem Zulieferer und dass man die Nachfrage unterschätzt hätte. Mit anderen Worten: Eigentlich wäre es viel besser gelaufen. Doch leider ist es nicht das erste Quartal mit sinkenden iPad-Verkäufen.

Wichtiger noch ist aber die Apple Watch. Cook selbst spricht von „Rekordverkäufen“ bei dem einzigen von ihm allein verantworteten Produkt.

Doch die Sparte „Sonstiges“, in der die smarte Uhr vergraben ist, weist gegenüber dem vergangenen Weihnachtsquartal mit 4,024 Milliarden Dollar ein Minus von acht Prozent beim Umsatz auf. Hier muss Cook endlich Farbe bekennen und den Anlegern reinen Wein einschenken.

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