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20.11.2015

14:14 Uhr

Renesas Electronics

Infineon baggert an japanischer Konkurrenz

Eigentlich will Infineon sich bei Übernahmen zurückhalten. Ein Medienbericht bringt nun allerdings einen möglichen Einstieg bei einem japanischen Rivalen ins Spiel. Banker halten das aber für unwahrscheinlich.

Erst Anfang des Jahres hatte Infineon die rund drei Milliarden Dollar schwere Übernahme des US-Konzerns International Rectifier abgeschlossen. dpa

Chiphersteller

Erst Anfang des Jahres hatte Infineon die rund drei Milliarden Dollar schwere Übernahme des US-Konzerns International Rectifier abgeschlossen.

TokioDer deutsche Chipkonzern Infineon ist einem Medienbericht zufolge an einem Einstieg beim japanischen Rivalen Renesas Electronics interessiert. Renesas prüfe dies, berichtete das „Wall Street Journal“ am Freitag unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Die Gespräche stockten jedoch, weil die Japaner Bedenken hätten, dass Technologie ins Ausland gelangen könne. Im Raum stünden auch andere Optionen. So erwäge der von der Regierung in Tokio unterstützte Fonds, der Renesas kontrolliere, seinen Anteil in Höhe von fast 70 Prozent ganz oder teilweise zu verkaufen.

Weder Infineon noch Renesas wollten den Bericht kommentieren. Die Renesas-Aktionäre reagierten mit Käufen, die Aktien des japanischen Unternehmens schlossen am Freitag 10,8 Prozent höher. Die Infineon-Papiere stiegen in einem freundlichen Umfeld um 0,6 Prozent – wohl weil die Investoren nicht an ein solches Szenario glauben. „Die Branche befindet sich in der Endphase der Konsolidierung. Aber Renesas ist derzeit kein Teil davon“, sagte ein Banker. „Ich denke nicht, dass an dem Deal etwas dran ist.“

Die größten Chiphersteller

Ein Milliardenmarkt

Chips stecken in immer mehr Geräten – vom Auto bis zur Smartwatch. Deswegen wächst die Nachfrage. Nach Einschätzung der Marktforschungsfirma Gartner erreichte der weltweite Umsatz mit Halbleitern 2013 rund 315 Milliarden Dollar, ein Plus von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dominator Intel

Intel ist und bleibt die Nummer 1. Der US-Konzern hielt 2013 nach Angaben von Gartner 15,4 Prozent Marktanteil. Der Umsatz sank allerdings um 1 Prozent auf 48,6 Milliarden Dollar, vor allem wegen des schrumpfenden PC-Marktes.

Samsung macht auch in Chips

Samsung ist für seine Smartphones und Fernseher bekannt, doch der südkoreanische Konzern ist auch der zweitgrößte Chiphersteller mit einem Marktanteil von 9,7 Prozent. In den letzten Jahren wuchs Samsung rasant, nicht zuletzt dank des steigenden Bedarfs an Speicherbausteinen (DRAM und NAND). Der Umsatz: 30,6 Milliarden Dollar, ein Plus von 7 Prozent.

Qualcomm wächst dank Smartphones

Der US-Hersteller Qualcomm profitiert vom Smartphone-Boom, mit seinen Prozessoren für die mobilen Geräte sowie mit Komponenten für den Datenturbo LTE steigerte er seinen Marktanteil auf 5,5 Prozent. Umsatz: 17,2 Milliarden Dollar.

Sonstige Anbieter

Mehrere andere Unternehmen machen mit Halbleitern zweistellige Milliardenumsätze: SK Hynix aus Südkorea, Toshiba aus Japan sowie Micron und Texas Instruments aus den USA.

Infineon-Chef Reinhard Ploss hat wiederholt signalisiert, dass sich das Unternehmen bei Übernahmen zurückhalten werde. Auf einer Investorenkonferenz vergangene Woche räumte er allerdings ein, dass Japan eine Schwachstelle des Konzern sei. „Wenn sie uns fragen, wo wir mehr machen müssen, dann ist das Japan, und wo wir das kleinste Potenzial haben, dann ist das Japan“, sagte Ploss. In dem Land erzielen die Deutschen nur sieben Prozent ihres Konzernumsatzes. „Wir sehen eine gute Möglichkeit, in Japan zu wachsen, aber das braucht Zeit.“ Mit Renesas konkurriere Infineon in manchen Bereichen, in anderen hingegen nicht.

Von

rtr

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