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06.04.2012

01:50 Uhr

Research in Motion

Noch mehr Abgänge bei Blackberry-Macher RIM

Der deutsche CEO von RIM meint es offenbar ernst mit dem Umbau des erfolglosen Technologieunternehmens. Nachdem Thorsten Heins letzte Woche eine Reihe von Top-Managern gefeuert hat, müssen offenbar noch mehr Manager gehen.

Ein neues Blackberry-Gerät ist für dieses Jahr angekündigt. Ein genaueres Datum gibt es noch nicht. dapd

Ein neues Blackberry-Gerät ist für dieses Jahr angekündigt. Ein genaueres Datum gibt es noch nicht.

New YorkDer operative Chef, der Technologie-Chef und der Co-CEO mussten bereits letzte Woche gehen. Nun sind ihnen laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ weitere „Top-Manager“ gefolgt. Das Blatt beruft sich auf Personen, die dem Unternehmen nahe stehen. Eine Sprecherin wollte die Informationen des Blatts nicht bestätigen.

Der neue RIM-CEO aus Niedersachsen: Thorsten Heins. Reuters

Der neue RIM-CEO aus Niedersachsen: Thorsten Heins.

Dass das Unternehmen den Kampf gegen die Konkurrenz von Google und Apple zu verlieren scheint, ist aber keine Neuigkeit. Letzte Woche gab CEO Thorsten Heins dramatische Ergebnisse bekannt: Statt eines Gewinns wies RIM für das Jahr 2011 einen Nettoverlust von 125 Millionen Dollar aus.

„Ich bin überzeugt, dass grundlegende Änderungen notwendig sind“, sagte RIM’s neueste Hoffnung Heins nach der Bekanntgabe der Ergebnisse. „Der Eindruck, den ich von RIM nach zwei Tagen als CEO hatte, unterscheidet sich erheblich von dem, den ich nach zehn Wochen als CEO habe.“

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Als Hoffnungsschimmer gilt ein komplett überarbeitetes Betriebssystem und ein neues Smartphone. „Der neue Blackberry 10 kann viel mehr als das iPhone“, sagte Heins dem Handelsblatt im Januar. Der Launch ist für dieses Jahr angekündigt.

Ein Erfolg ist dringend nötig, denn gerade die neuen Blackberry-Geräte finden keine Käufer mehr. Im ersten Quartal des neuen Jahres wurden zwar gut elf Millionen Blackberrys verkauft, doch zum großen Teil waren das billige Einsteigermodelle. Bei den Top-Modellen entscheiden sich die Kunden für Apple- oder Android-Geräte.

Android, Apple und die anderen

Android

Das Google-Betriebssystem ist in wenigen Jahren zur meistgenutzten Plattform im Smartphone-Markt aufgestiegen. 2013 lief nach Zahlen der Marktforscher von Gartner auf 78,4 Prozent aller Computer-Telefone Android. Das Erfolgsgeheimnis: Google bietet Android den Geräte-Herstellern kostenlos an und lässt sie die Software auch anpassen. Samsung, HTC, LG, Sony – die meisten Handy-Produzenten setzen auf die Google-Plattform. Der Internet-Konzern will dabei an Werbeeinnahmen verdienen. Allerdings steht Android auch im Visier besonders vieler Patentklagen. Zudem nutzen viele chinesische Hersteller das System, ohne die Google-Dienste einzubinden.

Apple iOS

Smartphones gab es auch schon bevor 2007 das iPhone vorgestellt wurde – doch erst mit dem Apple-Telefon mit seinem großen Bildschirm begann der wirkliche Siegeszug der Computertelefone. Apple hielt mit seiner iOS-Plattform zuletzt laut Gartner 15,6 Prozent am Smartphone-Markt, heimst jedoch einen beträchtlichen Teil der Gewinne ein, da die gesamte Kette von Geräteentwicklung bis hin zum App Store für passende Programme in der Hand des Konzerns liegt. Allerdings hat Samsung mit seiner breiten Produktpalette den Konzern aus Kalifornien inzwischen abgehängt.

Windows Phone

Microsoft würde sein mobiles Betriebssystem Windows Phone gern als dritte starke Kraft im Smartphone-Geschäft etablierten, doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. Das Bündnis mit dem einstigen Handy-Weltmarktführer Nokia soll es richten, die Finnen installieren die Software auf ihren Smartphones und wollen die Gerätesparte ganz an Microsoft verkaufen. 2013 stieg der Marktanteil von 2,5 auf 3,2 Prozent – damit ist zumindest Blackberry abgehängt.

Blackberry

Lange Zeit war Blackberry Managers Liebling – doch diese Zeiten sind vorbei. Die Verkaufszahlen sind 2013 abgestürzt, der Marktanteil ist auf 1,9 Prozent gefallen. Tendenz: weiter schrumpfend.

Sonstige Betriebssysteme

Für den Rest bleibt nicht viel übrig: Betriebssysteme wie das von Samsung entwickelte Tizen oder Firefox OS kamen 2013 zusammen auf nur 0,9 Prozent.

Man liege mit dem Blackberry 10 „im Plan“, sagte Heins vor der Presse letzte Woche. Doch darauf, dass das neue Gerät und das dazugehörige Betriebssystem ein Hit wird, will er sich offenbar nicht verlassen. Er schließt sogar einen Verkauf des Unternehmens nicht mehr aus.

Von

jar

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