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25.03.2011

14:32 Uhr

Research in Motion (RIM)

Blackberry-Hersteller spielt gefährliches Spiel mit Google

VonAxel Postinett

Ein mutiger Schritt, den der Blackberry-Hersteller Research in Motion geht: RIM öffnet seinen wichtigsten Hoffnungsträger Playbook für Google. Chance und Risiko zugleich.

RIM-Präsident Mike Lazaridis vor dem neuen Blackberry Playbook. Quelle: Reuters

RIM-Präsident Mike Lazaridis vor dem neuen Blackberry Playbook.

San FranciscoDas Playbook muss ein Hit werden. "Das Playbook ist für RIM die wichtigste Entwicklung seit der Einführung des Blackberrys", sagt RIM-Vize Jim Balsillie. Wie keiner zweiter Smartphone-Hersteller ist Research in Motion auf einen Erfolg seines iPad-Konkurrenten angewiesen - und das, obwohl der Produzent des Blackberrys durchaus kräftige Wachstumsraten vorweisen kann. Im vierten Quartal des vergangenen Finanzjahres ist der Umsatz um 36 Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Der Gewinn kletterte um 32 Prozent auf 934 Millionen Dollar. Und trotzdem rauschte die Aktie nach Vorlage dieser Zahlen nachbörslich in den Keller - teilweise um zehn Prozent.

Grund dafür ist der Ausblick in die Zukunft, und die sieht gar nicht mehr so rosig aus. Für das aktuelle Quartal geht CEO Jim Balsillie nur noch von einem Umsatz von 5,2 bis 5,6 Milliarden Dollar aus. Und dann kommen auch noch Kosten für die Entwicklung und Vermarktung der immer beliebter werdenden Tablet-Computer sowie die Unwägbarkeiten bei der Versorgung mit Bauteilen nach der Katastrophe in Japan dazu. Ein Schlag vor den Kopf für Börsianer und Analysten gleichermaßen.

Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, wachsen die Rivalen schneller und drohen, RIM auf die Dauer an die Wand zu spielen. Nach Verkaufszahlen des Marktforschers IDC hatte Apple mit seinem
iPhone die Blackberrys von RIM zum Ende des Kalenderjahres überholt. Der Marktanteil des iPhone lag bei 16,1 Prozent; die früher besonders bei Geschäftsleuten beliebten Blackberrys kamen nur noch auf
14,5 Prozent.

Besonders kritisch für RIM ist der Geräteverkauf. Er steuert über 80 Prozent des Umsatzes bei, der Blackberry-E-Mailservice nur gut 16 Prozent. Ähnlich wie Nokia hat Blackberry Schwierigkeiten, einen attraktiven iPhone-Konkurrenten auf den Markt zu bringen und sein Betriebssystem schnell genug an die Erfordernisse von Touchscreen-Geräte anzupassen. Und dann ist da auch noch Googles Android. Im Kalenderjahr 2010 war RIM zwar noch die Nummer Eins im US-Smartphonemarkt, aber im vierten Quartal überholte Android nach Angeben des Marktforschers Comscore mit einem Marktanteil von 31,2 Prozent erstmals RIM mit 30,4 Prozent. Wobei in Sacheni Google für RIM inzwischen gilt: Der Feind meines Feindes ist mein Freund - in diesem Fall also: Alles, was gegen Apples iPad hilft, ist gut.

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