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02.07.2012

09:51 Uhr

RIM-Aktionär Alboini

„Das Management hat den Schuss nicht gehört“

VonRolf Benders

Vic Alboini führt eine Gruppe von Hedge-Fonds, die den Blackberry-Hersteller RIM zerlegen wollen. Sie haben das Vertrauen in das Management verloren. Die Gruppe hält ungefähr zehn Prozent an RIM.

Vic Alboini will RIM-Chef Thorsten Heins nicht mehr an der Spitze des Unternehmen sehen. Pressebild

Vic Alboini will RIM-Chef Thorsten Heins nicht mehr an der Spitze des Unternehmen sehen.

Herr Alboini, was muss passieren, damit Blackberry überlebt?

Offen gesagt, ich glaube, es ist vorbei. Die Tage von RIM als Konzern sind gezählt.

Ein hartes Urteil…

Die Quartalszahlen waren ein Desaster, Punkt. Und die Verschiebung des neuen Blackberry auf nächstes Jahr macht es noch schlimmer. Vor diesem Hintergrund muss Vorstandschef Thorsten Heins zurücktreten. Das Managementteam und der Aufsichtsrat haben einfach den Schuss nicht gehört.

Warum muss Heins zurücktreten, er ist doch erst seit ein paar Monaten im Amt?

Er hat zu spät reagiert und zu langsam. Die Hoffnung, dass das neue Blackberry die Firma rettet war von Anfang an eine Illusion. Mit der Verschiebung ist das ganz offensichtlich. Wer wartet bis nächstes Jahr auf ein neues Smartphone von Blackberry, wenn er jetzt ein iPhone oder ein Android haben kann? Heins ist ein Ingenieur, der etwas aufbauen kann. Aber jetzt braucht es jemanden mit Erfahrung in der Restrukturierung von Firmen.

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Warum ist es vorbei mit der Firma, die noch 2,2 Milliarden Dollar auf der hohen Kante hat?

Wenn die Investitionen in die Produktion und den Lageraufbau für das neuen Blackberry erst einmal beginnen, ist das Geld ganz schnell weg.

Was sollte nun passieren?

Die Firma sollte zerlegt und verkauft werden, um für die Anleger wenigsten noch etwas an Wert zu retten. Die größte Hoffnung ruht auf den Patenten. Es weiß zwar keiner, was sie wirklich wert sind. Aber da ist eher noch was zu holen. Die Fertigungssparte wäre vor einem Jahr profitabel zu verkaufen gewesen. Ob nun, da die Marke Blackberry so beschädigt ist, noch jemand viel dafür zahlen wird, ist unsicher. Und die Immobilien sind möglicherweise auch faktisch nichts wert. Warum sollte ein Investor sie kaufen und an RIM vermieten, wenn er nicht weiß, wie es mit der Firma weitergeht.

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Glauben Sie, das Management um Heins wird das umsetzen?

Sie hängen immer noch ihre ganze Hoffnung an das neue Blackberry. Ich bin wenig optimistisch.

Sind sie denn überhaupt noch Aktionär?

Ja, und ich sage das nicht mit Begeisterung. Unsere Gruppe von Aktionären hat etwas unter zehn Prozent. Aber Spaß macht das bei dem Kurseinbruch von 70 Dollar auf gut sieben Dollar in anderthalb Jahren nicht mehr.

Kommentare (1)

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linthe

04.07.2012, 08:53 Uhr

Hedgefonds sind immer nur nach ihrem Profit aus - sie würden selbst die beste Firma der Welt zerlegen, wenn sie darin mehr Kapitalpotential sehen würden. Sie hätten lieber früher das alte Management torpedieren sollen und dafür sorgen, dass RIM ein vernünftige PR und Marketing hat.

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