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30.01.2012

10:04 Uhr

RIM-Chef Thorsten Heins

„Der neue Blackberry 10 kann viel mehr als das iPhone“

VonRolf Benders, Astrid Dörner

ExklusivUm auf dem Smartphone-Markt wieder den Anschluss zu finden, muss Blackberry-Hersteller RIM einiges ändern. Dazu gehört auch der Führungswechsel. Der neue Chef Thorsten Heins weiß, was getan werden muss.

Thorsten Heins, der neue Chef des Blackberry-Herstellers RIM. Reuters

Thorsten Heins, der neue Chef des Blackberry-Herstellers RIM.

Handelsblatt: Herr Heins, an Ihrem ersten Tag im Amt ist die RIM-Aktie um sieben Prozent eingebrochen. Ein schlechtes Omen?

Thorsten Heins: Ich glaube, da darf man nicht dünnhäutig sein. Vor dem Wechsel an der Spitze gab es viele Gerüchte über eine Aufspaltung des Konzerns. Jetzt sind viele kurzfristige Investoren wieder ausgestiegen. Der Kurs steigt jetzt im Übrigen wieder.

Handelsblatt: Die Hauptkritik war, dass sie als Insider für die alte, bislang nicht so erfolgreiche Geschäftspolitik stehen. Trifft Sie das?

Heins: Ein Chef von außen führt auch nicht immer zum Erfolg. Ich bin Vorstandschef geworden, eben weil ich das Unternehmen kenne und weiß, was getan werden muss. Ich glaube, ich kann die Kritiker am besten widerlegen, wenn ich über die Zeit Erfolge liefere.

Handelsblatt: Was müssen Sie jetzt ändern?

Heins: Wir müssen stärker in den Markt für Konsumenten gehen und vor allem müssen wir uns besser vermarkten. Auch sollten wir unseren Kunden besser zuhören. Zuletzt haben wir oft nicht früh genug erkannt, wie sich die Wünsche der Kunden ändern.

Handelsblatt: Wie meinen Sie das?

Heins: Der Blackberry ist sehr verwurzelt in seinem Wertesystem: Batterie-Laufzeit, Netzwerk-Effizienz, schnelles Tippen und Sicherheit waren immer unsere Stärken. Aber vor allem in den USA können wir damit allein die Leute nicht mehr begeistern. Dass die Batterie lange hält, ist vielen nicht mehr so wichtig. Die Leute sind bereit, ihr iPhone alle vier Stunden wieder aufzuladen. Schauen Sie sich mal die Flughäfen an. Alle Steckdosen sind belegt.

Handelsblatt: Wie kann es sein, dass eine Firma wie RIM so etwas verpasst?

Heins: Wir hatten Probleme. RIM ist so schnell gewachsen, dass wir manchmal unsere Pläne nicht einhalten können. Als ich zu RIM gekommen bin, waren wir 6 000 Mitarbeiter. Drei Jahre später waren wir 20 000. Wenn man so schnell wächst, muss man die Abläufe ändern. Wir sind kein großes Start-up mehr. Wir brauchen jetzt ein diszipliniertes Prozess-Management.

Android, Apple und die anderen

Android

Das Google-Betriebssystem ist in wenigen Jahren zur meistgenutzten Plattform im Smartphone-Markt aufgestiegen. 2013 lief nach Zahlen der Marktforscher von Gartner auf 78,4 Prozent aller Computer-Telefone Android. Das Erfolgsgeheimnis: Google bietet Android den Geräte-Herstellern kostenlos an und lässt sie die Software auch anpassen. Samsung, HTC, LG, Sony – die meisten Handy-Produzenten setzen auf die Google-Plattform. Der Internet-Konzern will dabei an Werbeeinnahmen verdienen. Allerdings steht Android auch im Visier besonders vieler Patentklagen. Zudem nutzen viele chinesische Hersteller das System, ohne die Google-Dienste einzubinden.

Apple iOS

Smartphones gab es auch schon bevor 2007 das iPhone vorgestellt wurde – doch erst mit dem Apple-Telefon mit seinem großen Bildschirm begann der wirkliche Siegeszug der Computertelefone. Apple hielt mit seiner iOS-Plattform zuletzt laut Gartner 15,6 Prozent am Smartphone-Markt, heimst jedoch einen beträchtlichen Teil der Gewinne ein, da die gesamte Kette von Geräteentwicklung bis hin zum App Store für passende Programme in der Hand des Konzerns liegt. Allerdings hat Samsung mit seiner breiten Produktpalette den Konzern aus Kalifornien inzwischen abgehängt.

Windows Phone

Microsoft würde sein mobiles Betriebssystem Windows Phone gern als dritte starke Kraft im Smartphone-Geschäft etablierten, doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. Das Bündnis mit dem einstigen Handy-Weltmarktführer Nokia soll es richten, die Finnen installieren die Software auf ihren Smartphones und wollen die Gerätesparte ganz an Microsoft verkaufen. 2013 stieg der Marktanteil von 2,5 auf 3,2 Prozent – damit ist zumindest Blackberry abgehängt.

Blackberry

Lange Zeit war Blackberry Managers Liebling – doch diese Zeiten sind vorbei. Die Verkaufszahlen sind 2013 abgestürzt, der Marktanteil ist auf 1,9 Prozent gefallen. Tendenz: weiter schrumpfend.

Sonstige Betriebssysteme

Für den Rest bleibt nicht viel übrig: Betriebssysteme wie das von Samsung entwickelte Tizen oder Firefox OS kamen 2013 zusammen auf nur 0,9 Prozent.

Kommentare (7)

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Fehler_bekannt_

30.01.2012, 12:44 Uhr

Mein Arbeitgeber stellte mir (und anderen) einen Blackberry Bold zur Verfügung.

Das Gerät funktinierte allgemein nicht. Es hängte sich ständig auf.

Auskunft des Hersteller: " Der Fehler ist bekannt ... Nehmen Sie den Akku heraus ... legen Sie diesen wieder ein und starten das Gerät neu...".

Das Gerät hängte sich nach 2-3 Mails auf. Das Neu-Starten dauert ca. 10 Minuten. Ich bin im Vetrieb.

Mein Chef ist auf Blackberry nicht mehr gut zu sprechen.......

Fehler_bekannt_

30.01.2012, 12:44 Uhr

Mein Arbeitgeber stellte mir (und anderen) einen Blackberry Bold zur Verfügung.

Das Gerät funktinierte allgemein nicht. Es hängte sich ständig auf.

Auskunft des Hersteller: " Der Fehler ist bekannt ... Nehmen Sie den Akku heraus ... legen Sie diesen wieder ein und starten das Gerät neu...".

Das Gerät hängte sich nach 2-3 Mails auf. Das Neu-Starten dauert ca. 10 Minuten. Ich bin im Vetrieb.

Mein Chef ist auf Blackberry nicht mehr gut zu sprechen.......

Account gelöscht!

30.01.2012, 14:53 Uhr

Der gute Steve bei Apple hat Taten Worte folgen lassen, bei Blackberry ist es leider umgekehrt.

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